

Offener Brief von Eltern der Anne-Frank-Grundschule in Teltow zum Umgang mit der Pandemie


Offener Brief von Eltern der Anne-Frank-Grundschule in Teltow zum Umgang mit der Pandemie
Das Problem
Sehr geehrte Schulleiterin Frau Kliche,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Schmidt,
sehr geehrte Leiterin des Fachdienstes Gesundheit Frau Brinkmann,
sehr geehrter Herr Landrat Blasig,
sehr geehrte Leiterin des staatliches Schulamtes Frau Kolkmann,
sehr geehrte Frau Bildungsministerin Ernst,
sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin Nonnenmacher,
Wir fordern ein verbindliches Vorgehen zum Umgang mit positiven Corona-Tests, das automatisch befolgt werden kann, wenn positive Testergebnisse von SchülerInnen oder Lehrkräften bekannt werden. Wir fordern, dass dieses Vorgehen schnell rechtssicher vereinbart wird. Von der Schule erwarten wir eine bessere Kommunikation, ein schlüssiges Konzept zum Hybridunterricht und den Einsatz von Luftfiltern in allen Klassenräumen.
Wie mittlerweile auch aus der Presse bekannt, wurden am 17. November infizierte und gesunde Kinder gemeinsam in der Anne-Frank-Grundschule in Teltow unterrichtet, ohne dass die Ergebnisse der PCR-Reihentestung abgewartet wurden. Dadurch wurden gesunde Kinder unzulässig gefährdet und infizierte Kinder unnötig stigmatisiert. Die Eltern waren über das Fehlen der Testergebnisse zum Zeitpunkt des Schulbeginns nicht informiert. Die meisten vertrauten darauf, dass nur gesunde Kinder die Schule besuchen konnten. Als Ergebnis mussten Kinder aus fünf Klassen die Schule nach einem halben Tag wieder verlassen. Bis heute bleibt unklar, ob und für wie lange eine Quarantäne angeordnet wurde.
Diese Ereignisse haben deutlich gemacht, dass es dem Gesundheitsamt momentan nicht mehr möglich ist, notwendige Entscheidungen zu treffen und zu kommunizieren. Dadurch können jederzeit wieder ähnliche Situationen entstehen, bei der durch fehlende Handlungsfähigkeit Kindeswohl gefährdet wird.
Auch die Kommunikation über die Situation an der Schule war unzureichend. Nach dem Vorfall gab es drei Tage keine zentrale Information seitens der Schulleitung, weder zu Quarantäne noch zum weiteren Ablauf. Bei manchen betroffenen Klassen meldeten sich die KlassenlehrerInnen eigenverantwortlich, bei anderen blieb auch das aus. Auch schon vor der Wiederaufnahme des Schulbetriebs lief die Kommunikation holprig. Teilweise wurden die Eltern zentral über den schulischen Mailverteiler informiert, teilweise über ElternsprecherInnen, was in manchen Klassen zu Verzögerungen führte.
Leider hat sich die Situation vieler SchülerInnen im Home-Schooling in fast zwei Jahren Pandemie nicht wesentlich verbessert. Die Qualität des Distanzunterrichts (Nutzung digitaler Medien, regelmäßiger Kontakt zu Lehrkräften, Feedback zu erbrachten Leistungen) ist stark von Engagement und Kompetenz der jeweiligen Lehrkraft abhängig.
Die hohe Anzahl infizierter SchülerInnen hat deutlich gezeigt, dass das momentane Hygienekonzept nicht ausreicht. Jetzt im Winter ist es besonders schwierig, regelmäßig zu Lüften und so einen guten Luftaustausch in den Klassenzimmern zu gewährleisten. Solange die angekündigten Luftfilteranlagen nicht zum Einsatz kommen, werden unsere Kinder weiter einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt.
Aus unserer Sicht hätte es zur Gefährdung der Gesundheit unserer Kinder nicht kommen müssen. Wir fordern deshalb folgendes Vorgehen, um in Zukunft eine ähnliche Situation zu verhindern und die wiederkehrenden Herausforderungen besser zu meistern:
- Kinder, für die eine Testung angeordnet wurde, sollten das Schulgebäude und den Hort erst dann wieder betreten dürfen, wenn ein negatives Testergebnis der Schule und den Eltern vorliegt. Ein Schweigen der Schule oder des Gesundheitsamtes darf hierbei nicht als Nachweis eines negativen Tests gelten. Bei unklarer Sachlage sollte die Präsenzpflicht für SchülerInnen ausgesetzt werden können.
- Für die Frage, welche SchülerInnen und Lehrkräfte als enge Kontaktpersonen gelten, muss es Standardvorgaben geben, bzw. die Definition enger Kontaktpersonen des RKI muss angewandt werden. Aussagen zu Quarantänedauer und Möglichkeiten zur Freitestung durch die Schule bedürfen eines Verweises auf die rechtlichen Grundlagen. Die Schulleitung muss in der Lage sein, diese Vorgaben eigenmächtig umzusetzen. Das Gesundheitsamt sollte natürlich weiterhin Einzelfallentscheidungen treffen können.
- Die Schule muss sich einen klaren, respektvollen und empathischen Kommunikationsprozess geben, der schnelle Informationsweitergabe an die Eltern ermöglicht und die psychische Belastung der Kinder angemessen berücksichtigt. Die Übermittlung von Informationen sollte über den Mailverteiler der Schule organisiert werden und zu teilende Dokumenten (z.B. Protokolle, Anordnungen) an einem zentralen Ort online zugänglich sein.
- Bei immer mehr genesenen, geimpften oder sonst von Quarantäne nicht betroffenen SchülerInnen wird es immer öfter dazu kommen, dass ein Teil der Klasse in der Schule und der andere Teil zu Hause unterrichtet werden muss. Deshalb muss die Schule sich ein Konzept zum Hybridunterricht geben, das insbesondere für das Distanzlernen überprüfbare Qualitätsstandards definiert.
- Bei hohen Inzidenzen wird es immer wieder passieren, dass unentdeckt infizierte SchülerInnen den Unterricht besuchen. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren ist es erforderlich, schnellstmöglich alle Klassenräume mit Luftfilteranlagen auszurüsten.
Wir, die Unterzeichnenden, bieten zu allen Punkten unsere Unterstützung an. Wir sind gern bereit, gemeinsam mit der Schule konkrete Konzepte für das Vorgehen bei positiven Coronatests und zur Kommunikation zu entwickeln. Auch sind wir bereit, Lehrkräfte und SchülerInnen bei der Vorbereitung auf den möglichen Hybridunterricht zu unterstützen.
Das Problem
Sehr geehrte Schulleiterin Frau Kliche,
sehr geehrter Herr Bürgermeister Schmidt,
sehr geehrte Leiterin des Fachdienstes Gesundheit Frau Brinkmann,
sehr geehrter Herr Landrat Blasig,
sehr geehrte Leiterin des staatliches Schulamtes Frau Kolkmann,
sehr geehrte Frau Bildungsministerin Ernst,
sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin Nonnenmacher,
Wir fordern ein verbindliches Vorgehen zum Umgang mit positiven Corona-Tests, das automatisch befolgt werden kann, wenn positive Testergebnisse von SchülerInnen oder Lehrkräften bekannt werden. Wir fordern, dass dieses Vorgehen schnell rechtssicher vereinbart wird. Von der Schule erwarten wir eine bessere Kommunikation, ein schlüssiges Konzept zum Hybridunterricht und den Einsatz von Luftfiltern in allen Klassenräumen.
Wie mittlerweile auch aus der Presse bekannt, wurden am 17. November infizierte und gesunde Kinder gemeinsam in der Anne-Frank-Grundschule in Teltow unterrichtet, ohne dass die Ergebnisse der PCR-Reihentestung abgewartet wurden. Dadurch wurden gesunde Kinder unzulässig gefährdet und infizierte Kinder unnötig stigmatisiert. Die Eltern waren über das Fehlen der Testergebnisse zum Zeitpunkt des Schulbeginns nicht informiert. Die meisten vertrauten darauf, dass nur gesunde Kinder die Schule besuchen konnten. Als Ergebnis mussten Kinder aus fünf Klassen die Schule nach einem halben Tag wieder verlassen. Bis heute bleibt unklar, ob und für wie lange eine Quarantäne angeordnet wurde.
Diese Ereignisse haben deutlich gemacht, dass es dem Gesundheitsamt momentan nicht mehr möglich ist, notwendige Entscheidungen zu treffen und zu kommunizieren. Dadurch können jederzeit wieder ähnliche Situationen entstehen, bei der durch fehlende Handlungsfähigkeit Kindeswohl gefährdet wird.
Auch die Kommunikation über die Situation an der Schule war unzureichend. Nach dem Vorfall gab es drei Tage keine zentrale Information seitens der Schulleitung, weder zu Quarantäne noch zum weiteren Ablauf. Bei manchen betroffenen Klassen meldeten sich die KlassenlehrerInnen eigenverantwortlich, bei anderen blieb auch das aus. Auch schon vor der Wiederaufnahme des Schulbetriebs lief die Kommunikation holprig. Teilweise wurden die Eltern zentral über den schulischen Mailverteiler informiert, teilweise über ElternsprecherInnen, was in manchen Klassen zu Verzögerungen führte.
Leider hat sich die Situation vieler SchülerInnen im Home-Schooling in fast zwei Jahren Pandemie nicht wesentlich verbessert. Die Qualität des Distanzunterrichts (Nutzung digitaler Medien, regelmäßiger Kontakt zu Lehrkräften, Feedback zu erbrachten Leistungen) ist stark von Engagement und Kompetenz der jeweiligen Lehrkraft abhängig.
Die hohe Anzahl infizierter SchülerInnen hat deutlich gezeigt, dass das momentane Hygienekonzept nicht ausreicht. Jetzt im Winter ist es besonders schwierig, regelmäßig zu Lüften und so einen guten Luftaustausch in den Klassenzimmern zu gewährleisten. Solange die angekündigten Luftfilteranlagen nicht zum Einsatz kommen, werden unsere Kinder weiter einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt.
Aus unserer Sicht hätte es zur Gefährdung der Gesundheit unserer Kinder nicht kommen müssen. Wir fordern deshalb folgendes Vorgehen, um in Zukunft eine ähnliche Situation zu verhindern und die wiederkehrenden Herausforderungen besser zu meistern:
- Kinder, für die eine Testung angeordnet wurde, sollten das Schulgebäude und den Hort erst dann wieder betreten dürfen, wenn ein negatives Testergebnis der Schule und den Eltern vorliegt. Ein Schweigen der Schule oder des Gesundheitsamtes darf hierbei nicht als Nachweis eines negativen Tests gelten. Bei unklarer Sachlage sollte die Präsenzpflicht für SchülerInnen ausgesetzt werden können.
- Für die Frage, welche SchülerInnen und Lehrkräfte als enge Kontaktpersonen gelten, muss es Standardvorgaben geben, bzw. die Definition enger Kontaktpersonen des RKI muss angewandt werden. Aussagen zu Quarantänedauer und Möglichkeiten zur Freitestung durch die Schule bedürfen eines Verweises auf die rechtlichen Grundlagen. Die Schulleitung muss in der Lage sein, diese Vorgaben eigenmächtig umzusetzen. Das Gesundheitsamt sollte natürlich weiterhin Einzelfallentscheidungen treffen können.
- Die Schule muss sich einen klaren, respektvollen und empathischen Kommunikationsprozess geben, der schnelle Informationsweitergabe an die Eltern ermöglicht und die psychische Belastung der Kinder angemessen berücksichtigt. Die Übermittlung von Informationen sollte über den Mailverteiler der Schule organisiert werden und zu teilende Dokumenten (z.B. Protokolle, Anordnungen) an einem zentralen Ort online zugänglich sein.
- Bei immer mehr genesenen, geimpften oder sonst von Quarantäne nicht betroffenen SchülerInnen wird es immer öfter dazu kommen, dass ein Teil der Klasse in der Schule und der andere Teil zu Hause unterrichtet werden muss. Deshalb muss die Schule sich ein Konzept zum Hybridunterricht geben, das insbesondere für das Distanzlernen überprüfbare Qualitätsstandards definiert.
- Bei hohen Inzidenzen wird es immer wieder passieren, dass unentdeckt infizierte SchülerInnen den Unterricht besuchen. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren ist es erforderlich, schnellstmöglich alle Klassenräume mit Luftfilteranlagen auszurüsten.
Wir, die Unterzeichnenden, bieten zu allen Punkten unsere Unterstützung an. Wir sind gern bereit, gemeinsam mit der Schule konkrete Konzepte für das Vorgehen bei positiven Coronatests und zur Kommunikation zu entwickeln. Auch sind wir bereit, Lehrkräfte und SchülerInnen bei der Vorbereitung auf den möglichen Hybridunterricht zu unterstützen.
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Petition am 23. November 2021 erstellt