Petition updateRÜSTUNSKONZERNE MÜSSEN FÜR FLÜCHTLINGE ZAHLENÖffentliche Gelöbnisse am 12. November + Verabschiedung des Bundeshaushalts
Ursula MathernMerxheim, Germany
Nov 4, 2019

Liebe UnterstützerINNEN,

anlässlich des 64. Gründungstags der Bundeswehr kommt es am 12. November 2019 zu einer Reihe von Öffentlichen Gelöbnissen, nach Frau Kramp-Karrenbauer „ein großartiges und starkes Symbol für die Verankerung unserer Streitkräfte in der Gesellschaft.“ – Da ich gegenteiliger Meinung bin, habe ich ihr geschrieben (s. u.)

Im November wird auch der Bundeshaushalt verabschiedet. Für „Verteidigungsaufgaben“ sind Rekordausgaben in Höhe von 50 Milliarden Euro vorgesehen! Die Kooperation für den Frieden und der Bundesausschuss Friedensratschlag nehmen dazu Stellung und fordern zu bundesweiten Protesten am 12. November auf. Zum Aufruf s.  https://abruesten.jetzt/2019/10/gemeinsamer-aufruf-zu-bundesweiten-protesten-gegen-bundeswehr-werbeveranstaltungen-am-12-november-2019/

Auch die DfG-VK organisiert und unterstützt entsprechende Proteste u. a. in Mainz und Berlin. S. https://www.friedenskooperative.de/termine/nein-zu-oeffentlichen-geloebnissen-der-bundeswehr-in-mainz  und https://www.friedenskooperative.de/termine/64-jahre-kein-grund-zu-feiern-bundeswehr-abschaffen

Werden Sie schreibend oder durch persönliche Beteiligung ebenfalls Ihren Protest zum Ausdruck bringen? Das wäre toll!

Mit liebem Gruß

Ursula Mathern

 

Hier mein Offener Brief:

An

die Bundesverteidigungsministerin

Frau Annegret Kramp-Karrenbauer

kah@cdu.de

 

Offener Brief:  Gibt’s da was zu feiern? - Öffentliche Gelöbnisse am 12. November anlässlich des 64. Jahrestags seit Einführung der Bundeswehr.

Sehr geehrte Frau Kramp-Karrenbauer,

frau muss schon kreativ werden, um „unsere Streitkräfte“ in einer Gesellschaft zu verankern, die darauf trotz aller Mühe immer noch nicht so recht anspringen will. Und auch die jungen Menschen scheinen – allen teuren Werbekampagnen zum Trotz – überwiegend nicht sonderlich scharf darauf, Teil „unserer Streitkräfte“ zu werden.

Also muss ein Ritual her, bedeutungsschwanger. Vor einer Weile bereits kündigten Sie öffentliche Gelöbnisse an, wählten als Datum, mit Bedacht, den 12. November. Denn an diesem Tag vor 64 Jahren wurde die Bundeswehr eingeführt.

Nur, Frau Kramp-Karrenbauer, bereits damals, und schon Jahre im Vorfeld gab es vehemente Proteste dagegen. Vielen Deutschen steckte der letzte Krieg vermutlich noch allzu tief in den Knochen, und bei manchen hielten die Traumata sich lebenslänglich. - Gegen die Remilitarisierung stark machten sich in aller Öffentlichkeiten auch Persönlichkeiten wie Martin Niemöller, Karl Kaiser, Gustav Heinemann, der Nobelpreisträger Albert Schweitzer, der katholische Priester Franziskus M. Stratmann wie auch der Philosoph Karl Jaspers, zumal Deutschland bereits ein paar Monate, bevor die Bundeswehr aus der Taufe gehoben wurde, der NATO beigetreten war. Gustav Heinemann (CDU!), seinerzeit Bundesinnenminister, trat aus Protest am 09. Oktober 1950 sogar von seinem Amt zurück. –

Das nenne ich mal Haltung! Hut ab! Gustav Heinemann stand für etwas ein, Frau Kramp-Karrenbauer! Von solcher Art Charakterstärke sind Sie und die meisten Ihrer ParlamentskollegINNen leider Lichtjahre entfernt.

Ebenfalls wider den Stachel löckten 1957 18 deutsche Naturwissenschaftler, darunter die Nobelpreisträger Otto Hahn und Werner Heisenberg und auch Carl Friedrich von Weizsäcker, mit der Warnung, die Bundeswehr mit Atomwaffen auszustatten (Göttinger Manifest). Sie alle waren an FRIEDEN interessiert, und es ging ihnen um Partizipation, Pazifismus sowie die einzigartige Würde des Menschen.

Nun sollen also am 12. November neue RekrutINNen geloben: "Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen."

Sehr geehrte Frau Kramp-Karrenbauer! Am besten gedient ist einem Land m. E., wenn es nach innen wie nach außen um sozialen und wirtschaftlichen Ausgleich sowie um Frieden bemüht ist. Militärisch zu verteidigen sind moderne Industrienationen ohnehin nicht. Wozu also die Bundeswehr?!? – Seit den Jugoslawienkriegen ist sie immer wieder beteiligt an völkerrechtswidrigen Kriegen. Und worum geht’s? Um Macht, Einflusssphären, Rohstoffe und Absatzmärkte, wofür Sie und die NATO auch noch immer mehr Geld fordern.

Die Rekordsumme von 50 Milliarden Euro planen Sie im nächsten Jahr ins Militär zu investieren. Und auch das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Dabei geht’s nicht mal mehr nur um die Finanzierung eines besonders öden und mörderischen Spiels mit unzähligen Toten und Verletzten, während die Gelder an anderen Stellen dringend gebraucht würden.

Wie Untersuchungen nun zeigen, sind die Kriege Klima- und Umweltkiller Nr. 1!

Frau Kramp-Karrenbauer, wollen Sie für diese Perversion tatsächlich verantwortlich zeichnen? -  Aber vielleicht haben Sie allem Anschein zum Trotz ja auch noch andere Seiten? R. M. Rilke fällt mir ein: „Vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen, die nur darauf warten, uns einmal schön und mutig zu sehen“. Wie wär’s? Tanzen Sie doch aus der Reihe. Geben Sie die Rolle der Kriegsministerin auf und werden stattdessen Friedensministerin. Schaffen Sie die Bundeswehr ab. Und machen Sie, anlässlich dieses Ereignisses den 15. November zum Feiertag. Wenn dann 50 Milliarden Euro frei werden für Bildung, Soziales, Pflege, Öffentlichen Verkehr etc., dann wird in großen Teilen der Bevölkerung echt Festtagslaune aufkommen. Da bin ich sicher!

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Außerdem beachtenswert:

Luftwaffe beteiligt sich an Kampfübung in Israel
Berlin. Die deutsche Luftwaffe beteiligt sich erneut an der internationalen Übung »Blue Flag« in Israel. Dazu würden in den nächsten Tagen sechs Kampfflugzeuge vom Typ »Eurofighter« und etwa 140 Soldaten auf die Luftwaffenbasis Owda im Süden Israels verlegt, teilte ein Bundeswehr-Sprecher am Dienstag in Berlin mit. Vom 3. bis zum 14. November sollen über der Wüste Negev der Luftkampf und Luft-Boden-Einsätze geübt werden. »Blue Flag« findet seit 2013 im zweijährigen Rhythmus statt, seit 2017 mit deutscher Beteiligung. (dpa/jW)

https://www.jungewelt.de/artikel/365755.luftwaffe-beteiligt-sich-an-kampf%C3%BCbung-in-israel.html

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