Aggiornamento sulla petizioneStoppen Sie den Verkauf von Spaßjagden auf vom Aussterben bedrohte TierartenSPD-Politik Dortmund: blutiger Umsatz vor Moral
Peter MüllerFrankfurt, Germania
6 set 2020

Auf der Messe „Jagd & Hund“ in den Dortmunder Westfalenhallen werden jährlich von mehr als 150 Anbietern Jagd-(urlaubs-)reisen zum Abschuss von Tieren bedrohter Arten angeboten. Diese sinnlosen Tötungen als Urlaubshobby (auch durch Nicht-Jäger) sind abscheulich und tragen zur Ausrottung von Löwen, Elefanten, Eisbären oder Giraffen bei.
Die Annahme, durch Trophäenjagden könnten Tierarten vor dem Aussterben bewahrt werden, ist völlig abwegig. Studien widerlegen solche Behauptungen. 

Der OB-Kandidat der SPD, Thomas Westphal, unterstellt in seiner Antwort auf entsprechende Anfragen zur Kommunalwahl den Kritikern dieser unzeitgemäßen Tötungsangebote fundamentalistische Moralvorstellungen und weicht einer sachlichen Auseinandersetzung mit den Fakten aus.
Eine Ethikkommission soll für die SPD die Rechtfertigung der blutigen Jagdangebote zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes übernehmen.
Wie solche Jagden aussehen, hat Frontal21 hier gezeigt: https://www.zdf.de/politik/frontal-21/deutsche-auf-trophaeenjagd-lang-100.html

Die Dortmunder sollten sich sehr gut überlegen, ob sie das Mordsgeschäft, das zur Ausrottung beiträgt, womöglich weiter in ihrer Stadt tolerieren wollen, indem sie die SPD wählen.
Grüne, Linke und FDP haben sich für ein Verbot dieser Angebote ausgesprochen. Die CDU hat sich für eine Fortführung der Jagdangebote ausgesprochen.
 
 
… und hier die Antwort vom OB-Kandidaten der SPD:

....vielen Dank für Ihre Anfrage, die mich sehr nachdenklich gemacht hat.
Ich denke, dass ein Ausschluss der Bewerbung von Jagden auf gefährdete Arten durch den dann neuen Rat nochmals geprüft werden sollte. Dieses kann ich gerne als Oberbürgermeister einleiten, aber aus meiner Sicht wird das nicht ausreichen. Das möchte ich Ihnen einmal kurz näher erläutern.
Wir haben oft genug in der Politik eine Auseinandersetzung um unterschiedliche, sich widersprechenden Anliegen und Bedürfnisse. Hier haben wir auf der einen Seite ganz klar die Interessen der Dortmunderinnen und Dortmunder an einem stabilen Messegeschäft, an Arbeitsplätzen in einer Stadt, die jeden Job braucht, und auf der anderen Seite die Interessen des Tierschutzes von gefährdeten Arten. Ich könnte, wie wahrscheinlich alle, eine ganze Reihe von solchen Themen mit komplexen Abwägungsprozessen aufmachen, wo man sich am Ende absolut uneinig ist.
Warum ist das so? Aus meiner Sicht schafft es die Politik und die Verwaltung nicht immer, diese Abwägung nüchtern, gelassen und sachlich vorzunehmen. Auch in der Gesellschaft werden solchen Debatten nicht mehr vermittelnd, mit der Suche nach der Gemeinsamkeit, sondern oft hetzend und trennend geführt. „Wenn du nicht meiner Meinung bist, dann ist du mein Feind“. Diese fundamentalistische Moralordnung treibt die Menschen in vielen Fragen auseinander und vergiftet das Klima. Übrigens häufig ohne in der Sache irgendetwas verändert zu haben. Wenn sich dann noch obendrein Politik selbst auf die reine Debatte reduziert und nicht mehr der Prozess (und letztlich die Entscheidung) im Mittelpunkt steht, dann bringt das Menschen dazu, sich von politischen Entscheidungen abzuwenden. Genau dann haben sie nämlich den Eindruck, dass es eben um alles andere und nicht mehr um sie oder die Sache geht. Da müssen wir, auch Dortmund, besser werden und die Menschen durch neue Methoden und mehr Kommunikation einbeziehen.
Was müssen wir also tun? Mein Vorschlag an den Dortmunder Rat wird sein, zu Beginn der neuen Ratsperiode eine neue Ethikkommission einzurichten, der die Politik und Verwaltung in solchen Fragen transparent berät. Ein Vorbild dafür habe ich nicht, da es so etwas bisher nicht gibt - aber aus meiner Sicht immer notwendiger wird.

 

 

Foto: Jagdszene, Quelle Facebook

Copia il link
WhatsApp
Facebook
X
E-mail