Petition updateErklärung – Bautzen gemeinsam · Wozjewjenje – Budyšin w zhromadnosćiEinladung zu den Bautzener Reden am 9. Mai 2025 mit dem Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk
Tim DökeBautzen, Germany
May 5, 2025

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

wir möchten Sie auf die nächste Veranstaltung im Rahmen unserer Reihe "Bautzener Reden" aufmerksam machen.

Manche nennen ihn „Punk unter den deutschen Historikern“. Er selbst beschreibt sich als "Fanatiker der Freiheit“: Ilko-Sascha Kowalczuk, Jahrgang 1967, war noch nie fürs Gehorchen gemacht – weder in seinem Geburtsland, der DDR, noch heute im vereinten Deutschland. „1989 – das war meine Revolution“, sagt er und kommt mit seiner Bautzener Rede am 9. Mai in den Dom St. Petri. Sein Thema heißt: „Freiheitsschock“ – eine Rede gegen Rassismus, DDR-Verklärung und „Ostdeutschtümelei“. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr.
 
Ilko-Sascha Kowalczuk, bekannt für seine pointierten Beiträge zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und für seine klare Haltung in gesellschaftspolitischen Debatten, wird in seiner Rede über die Herausforderungen sprechen, die mit dem Transformationsprozess nach 1989 verbunden sind – insbesondere in Ostdeutschland. Er analysiert, warum viele Menschen den Übergang von der Diktatur zur Demokratie als „Freiheitsschock“ erlebt haben und wie dieses Gefühl bis heute nachwirkt.

In vielen seiner Publikationen hat er eindringlich vor einer selektiven Erinnerungskultur gewarnt, die autoritäre Systeme verklärt, die DDR zum vermeintlich besseren Staat verklärt und damit historischen Realitäten ausweicht. Kowalczuk kritisiert eine wachsende Tendenz zur Selbstviktimisierung, in der sich ein Teil der ostdeutschen Gesellschaft vor allem als Opfer westdeutscher Dominanz begreift – und dabei demokratische Errungenschaften der Wiedervereinigung ausblendet.

Mit seiner Rede will sich der Referent nicht nur mit der Vergangenheit auseinandersetzen, sondern stellt auch aktuelle politische und gesellschaftliche Fehlentwicklungen in Frage – etwa die Instrumentalisierung ostdeutscher Identität durch rechtspopulistische Kräfte oder den gesellschaftlichen Rückzug in vermeintlich „heile“ DDR-Bilder. Sein Appell richtet sich an eine offene Gesellschaft, die auf demokratischen Grundwerten basiert und bereit ist, auch schmerzhafte Wahrheiten anzuerkennen.
 
Ilko-Sascha Kowalczuk, geboren 1967 in Ost-Berlin, ist Historiker, Publizist und Experte für die DDR-Geschichte und Transformationsprozesse Ostdeutschlands nach 1989. Er war viele Jahre wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU) und gehört zu den profiliertesten Stimmen in der deutsch-deutschen Aufarbeitung. Kowalczuk hat zahlreiche Bücher veröffentlicht, darunter „Endspiel. Die Revolution von 1989 in der DDR“ und „Die Übernahme. Wie Ostdeutschland Teil der Bundesrepublik wurde“. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis der Leipziger Buchmesse (Nominierung) und dem Marion-Dönhoff-Förderpreis.
 
Die Bautzener Reden sind ein offenes Veranstaltungsformat, das Menschen zum Nachdenken, Diskutieren und Widersprechen einlädt. Ziel ist es, gesellschaftlich relevante Themen aufzugreifen und die demokratische Kultur im öffentlichen Raum zu stärken. Organisiert wird die Reihe von der zivilgesellschaftlichen Initiative „Bautzen gemeinsam“, die sich für Vielfalt, Dialog und ein respektvolles Miteinander in der Stadtgesellschaft einsetzt. Im Anschluss an die Rede findet ein moderiertes Gespräch mit dem Publikum statt. Bereits um 18 Uhr findet das Friedensgebet im Dom St. Petri statt.
 
Nach der Bautzener Rede ist vor der Bautzener Rede: Gast am 6. Juni um 19 Uhr ist WDR- und ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn mit dem Thema „Wahlen – Stresstest für die Demokratie“. Eine Bautzener Rede -Extra gibt es am 9. Juni, um 19 Uhr im Dom St. Petri. Dann stellt der Autor und Journalist Hasnain Kazim sein neues Buch „Deutschlandtour“ vor. Angeregt wurde der Wahl-Wiener zu diesem Buchprojekt auch durch seine „Bautzener Rede“ im März 2023.

 

Beste Grüße, im Namen der Initiative

Peter-Paul Straube, Heinrich Schleppers, Christian Tiede, Tilmann Popp, Lothar Lange, Katja Gerhardi, Friedrich Pollack, Tim Döke

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