zum Erhalt des Wildbades

Das Problem

Zur drohenden Schliessung des Wildbades in Rothenburg ob der Tauber.

mit großer Sorge haben wir von den wohl vorliegenden Plänen der Landeskirche gehört, das Wildbad in Rothenburg zu verkaufen. Weite Teile der Bevölkerung und Gruppierungen in der Stadt sind sprachlos und entsetzt über solche Planungen: das denkmalgeschützte Wildbad entwickelte sich, dank seiner herrlichen Lage vor den Toren der Altstadt am Hang des romantischen Taubertals gelegen sowie aufgrund seiner baulichen Einzigartigkeit im Laufe der letzten Jahre nicht nur zu einem beliebten Tagungszentrum für Gäste aus aller Welt, sondern bildet zudem ein wichtiges soziales und kulturelles Zentrum für die Stadt Rothenburg und ihre Umgebung als Treffpunkt für ihre Bürger zu den verschiedensten Themenbereichen.

Die heutige Gesellschaft braucht dringend Einrichtungen wie das Wildbad, um auf die Herausforderungen der heutigen Zeit mit der Gefahr des Verlustes an Orientierung und eines Auseinanderdriftens von Bevölkerungsgruppierungen zu reagieren. Ein Forum für ein offenes kulturelles Angebot und Möglichkeiten zu einem integrativen und Werte vermittelnden Austausch sind unbedingt nötig! Und hier kann und muss die Kirche ihren wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft mit den jetzt, mehr denn je, aktuellen so herausfordernden Krisen leisten, indem sie die dringenden Anliegen und Nöte der Menschen wahrnimmt und Gesprächspartner und Seelsorger im wahrsten Sinne wird. Und nur auf diese Weise kann die Kirche  den ansteigenden Zahlen von Kirchenaustritten entgegen treten! Und dazu braucht es eben Räume, wo dieses Miteinander in einem menschlich-humanistisch-christlichen Sinne gelebt werden kann!

Dies geschah in den letzten Jahren durch das bemerkenswerte Engagement der Mitarbeiter des Wildbades und bedeutete einen wesentlichen und dankenswerten Beitrag für unsere Gesellschaft!

Schon im Jahr 2017 wurde im Evangelischen Sonntagsblatt (11.07.2017) im Rahmen einer Vorstellung der evangelischen Tagungshäuser auf das besondere Phänomen des Wildbads und seine Beliebtheit bei sehr unterschiedlichen Gruppen hingewiesen – und diese Entwicklung hat sich bis heute weiterhin fortgesetzt: 

„…Inzwischen wurde das Haus nicht nur mit 1,7 Millionen Euro (seit 2010) baulich gefestigt und aufgehübscht, sondern man hat ihm auch noch eine gesellschaftspolitische Leuchtturm-Funktion verliehen. In der gediegenen Atmosphäre von Hessings Märchenschloss soll nach dem Willen der Landessynode der lange vernachlässigte Diskurs zwischen Kirche und Arbeitswelt stattfinden… Zum eigenen Bildungsprogramm gehören außerdem Glaubensseminare oder Angebote für Jakobspilger - immerhin treffen sich in Rothenburg zwei gut frequentierte Jakobswege… Das Haus ist bei Kirchenchören und Kirchenvorständen, aber auch bei Unternehmerverbänden und Firmen beliebt. Rund 550 Gruppen logieren hier pro Jahr - macht gut 16.000 Übernachtungen…“ 

Im Jahr 2023 haben über 90 Kulturveranstaltungen im Wildbad stattgefunden, mehr als 10 000 Menschen haben allein in diesem Jahr den Weg ins Wildbad zum Erleben von Kunst und Kultur gefunden. Die Küche der Tagungsstätte wurde erst vor Kurzem mit einem Nachhaltigkeitszertifikat ausgezeichnet.

Gerade jetzt in seinem renovierten Zustand, aus dem sich zunehmend immer mehr Möglichkeiten der Nutzung ergeben, muss es möglich sein, diese einzigartige Einrichtung im bisherigen Sinne weiterzuführen. Der finanzielle Aspekt darf keine ausschlaggebende Rolle spielen, die soziale Verantwortung für die Mitarbeiter und die Nutznießer der mannigfaltigen Veranstaltungen sollte in unseren Augen unbedingt in den Vordergrund gestellt werden! Auch ein Gotteshaus, Gemeindezentren, Kultureinrichtungen sind niemals rentierlich! Die seelische Gesundheit der Bevölkerung ist nicht mit Zahlen zu erfassen – sehr wohl aber ist das Ausmaß an menschlicher Not und psychischem Leid innerhalb unserer Gesellschaft überall ersichtlich - und hier ist praktische Seelsorge durch verantwortungsvoll, engagiert und ideenreich Agierende aus dem Kreis der Kirche heute mehr denn je gefragt!

Die Landeskirche als Arbeitgeber trägt zudem die Verantwortung für ihre MitarbeiterInnen und den einwandfreien Betrieb im Wildbad: durch fachliche Qualifizierung und neue Inhalte ist es die Aufgabe der Landeskirche, ihren MitarbeiterInnen hier Chancen zu eröffnen. Wie das funktionieren kann, mit der Aussicht 2026 entlassen zu werden, erschließt sich nicht. Gerade in Zeiten eines Mitgliederschwundes muss den MitarbeiterInnen des Wildbads durch die Landeskirche eine vertrauensvolle und unterstützende Sicherheit vermittelt werden.

Um den in heutigen Zeiten für die Kirche sicherlich dennoch wichtigen finanziellen Aspekt zu berücksichtigen und ihm Rechnung zu tragen, ist zu überlegen, ob mit einem Betreiber, für den die gesellschaftlichen Interessen  ebenso bedeutsam sind, eine eventuelle Möglichkeit einer Kooperation als Lösung in Betracht gezogen werden kann. Als Ideengeber wäre hierbei unter Umständen an die Angebote des Campus Rothenburg zu denken, durch die schon mehrfach auf kreative Weise Möglichkeiten einer Neuorientierung gefunden werden konnten, wie etwa im Falle der Burg in Colmberg.

Eine Übernahme zu rein kommerziellen Zwecken wird der "Seele" des Wildbades mit Sicherheit nicht gerecht werden können!

Wir bitten Sie daher dringend, von Planungen eines Verkaufes abzusehen und das Wildbad mit seinen Parkanlagen zum Wohle der Menschen, die das Gebäude, seine Einrichtungen und seine Veranstaltungen sehr wertschätzen, im Besitz der Landeskirche zu belassen.

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Camilla EbertPetitionsstarter*in

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Das Problem

Zur drohenden Schliessung des Wildbades in Rothenburg ob der Tauber.

mit großer Sorge haben wir von den wohl vorliegenden Plänen der Landeskirche gehört, das Wildbad in Rothenburg zu verkaufen. Weite Teile der Bevölkerung und Gruppierungen in der Stadt sind sprachlos und entsetzt über solche Planungen: das denkmalgeschützte Wildbad entwickelte sich, dank seiner herrlichen Lage vor den Toren der Altstadt am Hang des romantischen Taubertals gelegen sowie aufgrund seiner baulichen Einzigartigkeit im Laufe der letzten Jahre nicht nur zu einem beliebten Tagungszentrum für Gäste aus aller Welt, sondern bildet zudem ein wichtiges soziales und kulturelles Zentrum für die Stadt Rothenburg und ihre Umgebung als Treffpunkt für ihre Bürger zu den verschiedensten Themenbereichen.

Die heutige Gesellschaft braucht dringend Einrichtungen wie das Wildbad, um auf die Herausforderungen der heutigen Zeit mit der Gefahr des Verlustes an Orientierung und eines Auseinanderdriftens von Bevölkerungsgruppierungen zu reagieren. Ein Forum für ein offenes kulturelles Angebot und Möglichkeiten zu einem integrativen und Werte vermittelnden Austausch sind unbedingt nötig! Und hier kann und muss die Kirche ihren wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft mit den jetzt, mehr denn je, aktuellen so herausfordernden Krisen leisten, indem sie die dringenden Anliegen und Nöte der Menschen wahrnimmt und Gesprächspartner und Seelsorger im wahrsten Sinne wird. Und nur auf diese Weise kann die Kirche  den ansteigenden Zahlen von Kirchenaustritten entgegen treten! Und dazu braucht es eben Räume, wo dieses Miteinander in einem menschlich-humanistisch-christlichen Sinne gelebt werden kann!

Dies geschah in den letzten Jahren durch das bemerkenswerte Engagement der Mitarbeiter des Wildbades und bedeutete einen wesentlichen und dankenswerten Beitrag für unsere Gesellschaft!

Schon im Jahr 2017 wurde im Evangelischen Sonntagsblatt (11.07.2017) im Rahmen einer Vorstellung der evangelischen Tagungshäuser auf das besondere Phänomen des Wildbads und seine Beliebtheit bei sehr unterschiedlichen Gruppen hingewiesen – und diese Entwicklung hat sich bis heute weiterhin fortgesetzt: 

„…Inzwischen wurde das Haus nicht nur mit 1,7 Millionen Euro (seit 2010) baulich gefestigt und aufgehübscht, sondern man hat ihm auch noch eine gesellschaftspolitische Leuchtturm-Funktion verliehen. In der gediegenen Atmosphäre von Hessings Märchenschloss soll nach dem Willen der Landessynode der lange vernachlässigte Diskurs zwischen Kirche und Arbeitswelt stattfinden… Zum eigenen Bildungsprogramm gehören außerdem Glaubensseminare oder Angebote für Jakobspilger - immerhin treffen sich in Rothenburg zwei gut frequentierte Jakobswege… Das Haus ist bei Kirchenchören und Kirchenvorständen, aber auch bei Unternehmerverbänden und Firmen beliebt. Rund 550 Gruppen logieren hier pro Jahr - macht gut 16.000 Übernachtungen…“ 

Im Jahr 2023 haben über 90 Kulturveranstaltungen im Wildbad stattgefunden, mehr als 10 000 Menschen haben allein in diesem Jahr den Weg ins Wildbad zum Erleben von Kunst und Kultur gefunden. Die Küche der Tagungsstätte wurde erst vor Kurzem mit einem Nachhaltigkeitszertifikat ausgezeichnet.

Gerade jetzt in seinem renovierten Zustand, aus dem sich zunehmend immer mehr Möglichkeiten der Nutzung ergeben, muss es möglich sein, diese einzigartige Einrichtung im bisherigen Sinne weiterzuführen. Der finanzielle Aspekt darf keine ausschlaggebende Rolle spielen, die soziale Verantwortung für die Mitarbeiter und die Nutznießer der mannigfaltigen Veranstaltungen sollte in unseren Augen unbedingt in den Vordergrund gestellt werden! Auch ein Gotteshaus, Gemeindezentren, Kultureinrichtungen sind niemals rentierlich! Die seelische Gesundheit der Bevölkerung ist nicht mit Zahlen zu erfassen – sehr wohl aber ist das Ausmaß an menschlicher Not und psychischem Leid innerhalb unserer Gesellschaft überall ersichtlich - und hier ist praktische Seelsorge durch verantwortungsvoll, engagiert und ideenreich Agierende aus dem Kreis der Kirche heute mehr denn je gefragt!

Die Landeskirche als Arbeitgeber trägt zudem die Verantwortung für ihre MitarbeiterInnen und den einwandfreien Betrieb im Wildbad: durch fachliche Qualifizierung und neue Inhalte ist es die Aufgabe der Landeskirche, ihren MitarbeiterInnen hier Chancen zu eröffnen. Wie das funktionieren kann, mit der Aussicht 2026 entlassen zu werden, erschließt sich nicht. Gerade in Zeiten eines Mitgliederschwundes muss den MitarbeiterInnen des Wildbads durch die Landeskirche eine vertrauensvolle und unterstützende Sicherheit vermittelt werden.

Um den in heutigen Zeiten für die Kirche sicherlich dennoch wichtigen finanziellen Aspekt zu berücksichtigen und ihm Rechnung zu tragen, ist zu überlegen, ob mit einem Betreiber, für den die gesellschaftlichen Interessen  ebenso bedeutsam sind, eine eventuelle Möglichkeit einer Kooperation als Lösung in Betracht gezogen werden kann. Als Ideengeber wäre hierbei unter Umständen an die Angebote des Campus Rothenburg zu denken, durch die schon mehrfach auf kreative Weise Möglichkeiten einer Neuorientierung gefunden werden konnten, wie etwa im Falle der Burg in Colmberg.

Eine Übernahme zu rein kommerziellen Zwecken wird der "Seele" des Wildbades mit Sicherheit nicht gerecht werden können!

Wir bitten Sie daher dringend, von Planungen eines Verkaufes abzusehen und das Wildbad mit seinen Parkanlagen zum Wohle der Menschen, die das Gebäude, seine Einrichtungen und seine Veranstaltungen sehr wertschätzen, im Besitz der Landeskirche zu belassen.

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Camilla EbertPetitionsstarter*in

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Petition am 4. Dezember 2023 erstellt