Wochenbettdepression: Wir brauchen eine intensivere Aufklärung und Betreuung von Müttern!

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Jedes Jahr erkranken in Deutschland tausende Frauen nach der Geburt an einer Wochenbettdepression oder an einer anderen psychischen Erkrankung wie  Zwangsstörung, Angststörung oder Wochenbettpsychose.

Ich fordere: Wir brauchen dringend Aufklärung während der Schwangerschaft und nach der Geburt! Die Betroffenen brauchen Unterstützung und Anlaufstellen. Stoppt die Stigmatisierung von psychisch erkrankten Müttern! 

Ich bin eine Betroffene. Nach der Geburt meines Kindes im letzten Jahr musste ich leider die Erfahrung machen, dass das Thema psychische Erkrankungen noch weitgehend in der Gesellschaft tabuisiert ist. Dazu gehören besonders auch postpartale psychische Erkrankungen. Mit diesen geht ein besonderes Stigma einher, denn es gibt die gesellschaftliche Erwartung an Mütter, angesichts ihrer “Mutterglücks” besonders gut drauf zu sein. 

Ich habe mich in der Schwangerschaft sehr auf die Zeit mit meinem Baby gefreut. So schön wie meine Erwartungen waren, so bitter hat mich die postpartale Depression getroffen. Kurz nach der Geburt meiner geliebten Tochter, konnte ich auf einmal überhaupt nicht mehr einschlafen. Manchmal drei Tage hintereinander nicht. Ich bekam heftige Angstzustände und Angst, etwas destruktives mit mir selbst oder meinem Kind zu machen. Ich verbrachte den ganzen Tag zu Hause, zitternd vor innerer Unruhe und unfähig die leichtesten Sachen im Haushalt zu erledigen. Als ich versucht habe, das Problem mit meinem Umfeld zu besprechen, wurde ich größtenteils ausgelacht oder angeblafft, dass ich mir alles einbilde und mich doch bitte mal zusammen reißen soll. Ich habe versucht, mir Hilfe zu holen, bin aber zweimal an gefühlskalten und unprofessionellen Psychiatern gescheitert. Sie haben mir ein schlechtes Gewissen eingeredet und meinten, dass ich aufhören müsste zu Stillen, wenn ich Tabletten bekommen sollte und ich doch bitte an mein Kind denken soll. So kam es irgendwann bei mir zu einer Art Schuldwahn, ich fühlte mich schuldig an der Krankheit, habe gedacht das ich die schlimmste Mutter der Welt bin, hatte Denkstörungen und Suizidgedanken. In dem Zustand habe ich mich in eine psychiatrische Mutter - Kind Klinik begeben. Mein Umfeld reagierte geschockt und wütend. Es wurde behauptet, dass ich egoistisch bin und schwach bin, weil ich mich nicht zusammen reißen kann. Gott sei Dank, habe ich dieses Mal auf mein Herz gehört. 

In der Schwangerschaft und nach der Entbindung wird das Thema von Frauenärzten kaum angesprochen – wobei es enorm wichtig ist, eine psychische Erkrankung rechtzeitig zu behandeln. Das habe ich selbst erlebt. 

Ich habe erfahren, dass die wenigen psychiatrischen Mutter-Kind Stationen häufig überbelegt sind und die Aufnahme mit einer langen Wartezeit verbunden ist. Mittlerweile geht es mir Dank guter ärztlicher Behandlung wieder gut und ich möchte mich für andere Frauen stark machen.

So einiges muss dringend geändert werden!

Ich fordere:

1. Eine von Gynäkologen verpflichtend durchgeführte Aufklärung über mögliche psychische Erkrankungen, schon im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft.

2. Die Durchführung eines Screenigs auf den Entbindungsstationen direkt nach der Geburt.

3. Den Aufbau von psychiatrischen Stationen, in denen erkrankte Frauen mit ihren Babys aufgenommen werden können!

4. Die Einrichtung einer ambulanten Betreuung für betroffene Mütter, da erfahrungsgemäß die Wartezeit für einen Termin bei Psychologen und bei Psychiatern enorm lang ist und viele Psychologen eine Mutter mit einem Säugling nicht betreuen können!

5. Stärkung des Berufsbildes der Hebamme. Die Hebammen spielen eine wichtige Rolle für die Nachsorge. Leider werden die Hebammen nicht ordentlich entlohnt. Auch wird der Beruf nicht genug gefördert und angesehen. 

Ich würde mich freuen, wenn sich viele an der Petition beteiligen, da es leider jede von uns treffen kann! Das Mutter-Sein ist das Schönste, was es auf der Welt gibt, aber auch die dunklen Seiten dürfen nicht tabuisiert und verschwiegen werden.