Wir wollen Familie A. in Bosau behalten. Stoppt die Abschiebung nach Griechenland!

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Moin, moin,

vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, um Dir mein (bzw. unser) Anliegen durchzulesen und uns durch Deine Stimme voranzubringen. 

Der gestrige Tag zählt für mich zu den traurigsten überhaupt. Hier spielen sich Dramen in der Nachbarschaft ab und es sind menschliche Dramen, für die mir eigentlich jegliche Worte fehlen. Gestern Mittag stand ein guter Freund vor der Tür. In der Hand ein Stapel Briefe. Einer mit gelbem Umschlag. Dieser gute Freund ist Salah A., geflohen aus dem Jemen nach Griechenland und von da aus weiter nach Deutschland, da es in Griechenland keinerlei Hilfe gab und die Familie dort auf der Straße leben musste. Die ganze Familie hat sich hier bei uns in der Gemeinde Bosau sehr gut integriert. Sie haben ihre Integrations-/Sprachkurse absolviert und aktiv den Anschluss zur hiesigen Bevölkerung gesucht und gefunden. Sie haben sich im Ort immer aktiv mit eingebracht und z.B. die Straße mit sauber gemacht und waren mit bei Veranstaltungen. Immer gastfreundlich und hilfsbereit. Ich mag die Familie sehr. Es sind meine Freunde und nun sollen sie hier aus diesem Leben herausgerissen und nach Griechenland (Erstaufnahmeland, Dublin 3 Abkommen) zurückgeschickt werden.

Die Familie möchte nicht namentlich genannt werden und nicht erkennbar auf Bildern sein, da sie eine politische Verfolgung aus dem Yemen befürchten. Diese Angst davor tausende Kilometer von der Heimat entfernt aus verfolgt zu werden zeigt, was der Familie in ihrem Heimatland drohte bzw. widerfahren ist. 

Für jeden, der sich nicht näher mit dieser Sache beschäftigt: Griechenland hat bekanntlich selbst genug Probleme und die Familie hat dort bereits mittellos und ohne Dach über dem Kopf längere Zeit auf der Straße gelebt und nun sollen sie genau da hin wieder zurück. Es ist mir unbegreiflich. Sie werden wieder vor dem Nichts stehen. Fremde Sprache, keine Unterstützung und ohne Freunde. Und jetzt die eigentliche Krönung: Im Bescheid vom 13.03. stand unter anderem auch, dass einem Teil der Familie, rückwirkend zum 01.03. die Krankenversicherung entzogen wurde. Das, sowie andere Dinge auch, machen mich furchtbar wütend. Ich werde meine Freunde nicht kampflos aufgeben. Ich möchte den Verantwortlichen zeigen, dass wir deren Entscheidung nicht lautlos hinnehmen werden. Man hat uns indirekt aufgefordert, die Flüchtlinge zu integrieren und mit ins Dorfleben einzubeziehen und das haben wir gerne getan und jetzt wollen die uns unsere Nachbarn/Freunde/Bekannte einfach so wegnehmen und dann auch noch in einer so derart unmenschlichen Art. Ich bin einfach nur entsetzt. Die Zeit arbeitet leider gegen uns: Wir haben nur noch genau eine Woche Zeit, diese Abschiebung zu verhindern aber selbst, wenn der schlimmste Fall eintreten sollte, werde ich für eine Rückholung der Familie kämpfen.

Bitte helft uns...

 

+++Liebe Verantwortliche im Kreis:

Ich werde diese Familie notfalls bis nach Griechenland weiter begleiten und mir dort regelmäßig ein Bild von deren künftiger Lage machen. Sollte die Lage dort so desolat sein, wie vielfach berichtet wird, werde ich höchstpersönlich dafür sorgen, dass dies alle hier erfahren. Ihr schiebt, hier in Deutschland bereits positiv integrierte, Flüchtlinge in Länder ab, die zwar sicher sind, wo aber die eigene Bevölkerung z.T. ihre Kinder im Heim abgibt. Nicht, weil sie diese nicht lieben, sondern weil sie sie nicht mehr ernähren können. Welcher Irrsinn. Die Familie hat sich hier von Anfang an aktiv integriert, sich nichts zu Schulden kommen lassen und war nun endlich einigermaßen "angekommen" und nun? Ein erneuter kompletter Neuanfang in einem fremden Land. Ohne Sprache, ohne vernünftiger Versorgung/Unterstützung und ohne Freunde. Ich fühle mich dreifach von der Politik/Behörde betrogen: Als guter Freund der Familie, als hilfsbereites Gemeindemitglied und zu guter Letzt als braver Steuerzahler, der 2 Jahre alles mitfinanziert hat und nun zugucken darf, wie diese Familie in ihr Verderben gejagt wird.+++