
24.08.2022: Ähnlich wie die deutsche sorgt sich auch die japanische Regierung um die Versorgung mit Erdgas, angesichts der Situation in der Ukraine, aber auch aufgrund der Unwägbarkeiten der chinesischen Wirtschaft. Japan prüft Optionen, sich noch mehr mit Flüssiggas (LNG) zu versorgen. Das Land ist nach Angaben der US-Regierung der größte LNG-Importeur der Welt.
21 Prozent der weltweiten LNG-Importe gingen im Jahr 2020 nach Japan, vor allem aus Australien, Katar, Malaysia und Russland. Gas ist mit ca. 40 Prozent Anteil in der Stromerzeugung vertreten. Die Bruttostromerzeugung Japans (2018: 1051 TWh) ist etwa doppelt so hoch wie die Deutschlands (2021: 579 TWh).
Japan hat über die letzten Jahre rund 90 Prozent seiner Energieversorgung in Form von Öl, Gas und Kohle aus dem Ausland importiert. Heute macht die Atomkraft rund fünf Prozent der japanischen Energieversorgung aus – vor der Nuklearkatastrophe von 2011 waren es 30 Prozent (mit 54 Reaktoren). Bis im Jahr 2030 sollen sich wieder 22 Prozent der nationalen Energieversorgung aus den Atomkraftwerken speisen. Bis 2050 möchte Japan die Transformation in eine CO2-neutrale Volkswirtschaft zu schaffen.