Wasser für Mensch und Tier – Schutz für unser städtisches Ökosystem

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Das Problem

Worum geht es?
Der Schäringerplatz ist das Herz eines lebendigen Wohnviertels in München-Neuhausen. Er ist Treffpunkt für Seniorinnen und Senioren, Familien mit Kindern sowie Hundehalterinnen und Hundehalter. Gleichzeitig bildet er gemeinsam mit der Kastanienallee, den angrenzenden Innenhöfen und den Grünflächen einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche heimische Wildtiere.

In den vergangenen Jahren hat sich das Quartier durch die Nachverdichtung im Innenhof zwischen Künstlerhof und Arnulfstraße deutlich verändert. Für den Neubau eines zweigeschossigen Gebäudes mussten Grünflächen, Büsche und Bäume weichen. Dadurch gingen wichtige Rückzugsräume, Nistmöglichkeiten und schattige Aufenthaltsbereiche verloren. Viele Tiere mussten auf die verbleibenden Grünflächen und Höfe ausweichen.

Gerade in den zunehmend heißen Sommermonaten fehlt es dort jedoch an geeigneten öffentlichen Wasserstellen. Während Menschen sich mit Trinkflaschen oder anderen Möglichkeiten helfen können, sind Wildtiere auf frei zugängliche Wasserquellen angewiesen. Schon wenige Tage extremer Hitze können für viele Tiere lebensbedrohlich werden.

Im Umfeld des Schäringerplatzes werden immer wieder geschwächte, dehydrierte, verletzte oder tote Tiere aufgefunden. Dazu gehören Stadttauben, Wildvögel und andere Kleintiere. Immer wieder werden außerdem verwaiste Taubenküken entdeckt, die ohne Hilfe kaum eine Überlebenschance haben. Auch im Bereich des Schäringerplatzes wurden wiederholt tote Wildhasen aufgefunden. Diese Beobachtungen zeigen, dass der Schutz der heimischen Tierwelt in diesem Stadtquartier mehr Aufmerksamkeit benötigt.

Rund um den Schäringerplatz leben zahlreiche ökologisch wertvolle Tierarten. Hierzu gehören unter anderem Mauersegler, Igel, Eichhörnchen, Wildhasen sowie viele heimische Singvogelarten. Viele dieser Arten sind gesetzlich geschützt oder auf geeignete Lebensräume angewiesen. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil unseres städtischen Ökosystems und tragen dazu bei, die biologische Vielfalt in München zu erhalten.

Auch Stadttauben gehören seit Jahrhunderten zum Stadtbild unserer Städte. Sie verdienen – wie jedes andere Tier – einen verantwortungsvollen und tierschutzgerechten Umgang. Betreute Taubenschläge haben sich in vielen Städten als wirksame und tierschutzgerechte Maßnahme bewährt. Sie ermöglichen eine kontrollierte Bestandsregulierung durch Eiertausch, verbessern die Versorgung der Tiere und tragen gleichzeitig zu einer Entlastung des öffentlichen Raums bei.

Der Schutz der Artenvielfalt beginnt nicht erst in Naturschutzgebieten. Er beginnt direkt vor unserer Haustür. Jeder Baum, jede Grünfläche und jede Wasserstelle kann dazu beitragen, Leben zu erhalten. Eine lebenswerte Stadt braucht nicht nur Wohnraum und Infrastruktur, sondern auch Platz für Natur. Mensch und Tier teilen sich diesen Lebensraum – deshalb tragen wir gemeinsam Verantwortung für seinen Erhalt.

Deshalb fordern wir:
1. Neubau eines öffentlichen Trinkwasserbrunnens auf dem Schäringerplatz
Wir fordern die Errichtung eines modernen, barrierefreien Trinkwasserbrunnens, der sowohl Menschen als auch Tieren zugutekommt. Der Brunnen soll über eine bodennahe, flache Auffangschale verfügen, damit Igel, Eichhörnchen, Wildhasen, Stadttauben, Singvögel und andere Wildtiere gefahrlos trinken können. Zusätzlich soll eine offene Wasserfläche vorgesehen werden, damit auch Mauersegler im Flug Wasser aufnehmen können.

2. Einrichtung eines betreuten Taubenschlags
Wir fordern die Errichtung eines betreuten Taubenschlags als nachhaltige und tierschutzgerechte Lösung für die Stadttaubenpopulation. Nach unserer Einschätzung eignet sich hierfür insbesondere das Flachdach des neu errichteten zweigeschossigen Gebäudes im Innenhof zwischen Künstlerhof und Arnulfstraße. Ein betreuter Taubenschlag schützt die Tiere, verhindert unnötiges Leid und ermöglicht eine kontrollierte Bestandsregulierung durch den Austausch der Eier.

3. Schutz der heimischen Wildtiere
Wir fordern die Landeshauptstadt München auf, gemeinsam mit der zuständigen Naturschutzbehörde zu prüfen, welche zusätzlichen Maßnahmen zum Schutz der heimischen Wildtiere im Bereich des Schäringerplatzes, der Kastanienallee und der umliegenden Innenhöfe umgesetzt werden können. Hierzu gehören insbesondere der Erhalt und die Schaffung geeigneter Rückzugsräume, zusätzliche Wasserstellen während Hitzeperioden sowie weitere Maßnahmen zum Schutz von Wildhasen, Igeln, Eichhörnchen, Mauerseglern und anderen heimischen Wildvogelarten.

Unser Appell
Diese Petition richtet sich an den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, den Bezirksausschuss 9 (Neuhausen-Nymphenburg), das Baureferat, das Referat für Klima- und Umweltschutz sowie die Stadtwerke München.

Wir bitten die Verantwortlichen, gemeinsam ein Zeichen für eine lebenswerte, klimaangepasste und tierfreundliche Stadt zu setzen. Bereits wenige gezielte Maßnahmen können einen großen Unterschied bewirken,  für die Menschen, die hier leben, und für die Tiere, die diesen Stadtteil ebenfalls ihr Zuhause nennen.

Wasser ist Leben. Lebensräume sind unersetzlich.

Schützen wir beides, für Mensch, Tier und Natur.

 

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Jennifer P.Petitionsstarter*in

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