
Der allgemeine Aktionismus zum Thema Energiewende und speziell zum Ausbau der Windkraft an Land treibt inzwischen seltsame Blüten. Natürlich müssen wir raus aus der fossilen Energie, keine Frage, aber es gibt Stimmen, die sich einer kritischen Auseinandersetzung mit der Windenergie, insbesondere im Wald, vollkommen verschließen.
Kurz vor der Bundestagswahl werden Vorträge zum sogenannten „Argumenttraining“ pro Windkraft angeboten, die dabei helfen sollen, Positionen gegen Windkraft in Wäldern als "Propaganda von rechts“ abzukanzeln, der dann angeblich ja auch der gesamte Naturschutzbereich verfallen sein soll.
Es wird gleichzeitig die Behauptung aufgestellt, dass Windenergieanlagen in ehemaligen Fichtenforsten eine Bereicherung für die Artenvielfalt darstellten und dass Windkraft an den meisten Waldstandorten keine negativen Auswirkungen auf den Klimaschutz (Wasserspeicher und Kühlung) oder die Populationen von Greifvögeln, Fledermäusen und Insekten habe. Vielmehr handele es sich bei den Waldschutzargumenten um einen politisch motivierten und aufgebauschten Konflikt um den Artenschutz, dem jegliche Grundlage fehle.
Das Bemerkenswerte an dieser Positionierung ist, dass es gerade hier nicht um sachliche Argumentation geht, sondern darum, Parteimitgliedern mittels „Argumenttraining“ beizubringen, Diskussionen zum Thema im Keim zu ersticken, indem man Waldschützern die angeblich rechts motivierte Propagandakeule der Windkraftgegner unterstellt.
Da haben wir wieder das moralische, bzw. ideologische Diktat gegen den sachbezogenen Meinungsaustausch, letzterer ist aber gerade existenzieller Bestandteil unserer Demokratie. Dabei werden auch unbestrittene Forschungs- und Studienergebnisse ignoriert, die eben jene Problematik um den Verlust spezieller waldökologischer Schutzfunktionen neben dem allgemeinen Tier- und Naturschutz belegen.
Und weiterhin: dass ein ehemaliger Fichtenforst nach rechtlicher und ökologischer Definition immer noch "Wald" ist und auch die natürliche Fähigkeit besitzt, sich selbst nach der Räumung sämtlicher Bäume wieder dahin zu entwickeln, wird ebenfalls vollkommen ausgeklammert.
Nach dem Motto, das sei sowieso kaputt, dann könne es jetzt auch so bleiben und Industriefläche werden. In Zeiten des sogenannten "Flächenfraßes" in einem dicht besiedelten Land ein seltsamer Standpunkt....weiterlesen auf der Homepage der BBIWS