
Der Wald braucht den Schatten! Doch SaarForst ist weiter auf dem Holzweg, statt auf dem Weg der Wissenschaft.
Seit einigen Jahren wird der Dudweiler Wald von einem neuen SaarForst - Förster verwaltet. Für den Wald brachte diese Übernahme wenig Gutes, denn Bürger beklagen dort, unterstützt von der Bürgerinitiative "Pro Dudweiler Wald", die wenig wald- und bodenschonende Bewirtschaftung verbunden mit zweifelhaften Kahlschlägen. In Kurzform: Holzacker statt Waldnatur.
Völlig unverständlich für die Bürger wurden zudem die hastig gefällten Bäume auf den Kahlschlagflächen nicht zeitnah abtransportiert, sondern über ein halbes Jahr im Wald am Wegrand belassen. Ganz offensichtlich hätte also die angeblich so dringende Borkenkäferbekämpfung durch Kahlschläge auch gerne unterbleiben können.
Zudem: der Waldboden braucht die Beschattung durch das vom Borkenkäfer bereits verlassene Totholz dringender denn je, um die Wiederbewaldung zu erleichtern. Totholz speichert Wasser, setzt Nährstoffe frei und bietet den Jungbäumen Schutz vor Verbiss.
Nach zahlreichen Beschwerden wurden von der Forstaufsicht zunächst 10 Jahre Eingriffsruhe in den betroffenen Waldbereichen zugesagt. Auch von politischer Seite, den Naturschutzverbänden BUND, NABU und der ANW (AG naturgemäße Waldwirtschaft) wurde die Forderung der Bürger nach einer ökologischen Stärkung der Wälder durch entsprechend sanfte Wirtschaftsweisen und Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse öffentlich unterstützt:
Aktueller Bericht vom 16.08.2019 ab Min. 3.46:
Die Hoffnung auf andere Prioritäten im Dudweiler Wald zerschlug sich jedoch mit weiteren Kahlschlägen - trotz Preisverfalls am Nadelholzmarkt und anderslautenden forstwissenschaftlichen Empfehlungen. Nachfolgend etwa ein Bericht von Ökologen der Uni-Würzburg, die sich explizit gegen die Praxis des Aufräumens und Aufforstens aussprechen.
www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/neuen-waldschaeden-richtig-vorbeugen
Die Vorgehensweise von SaarForst im Dudweiler Wald hat weder etwas mit naturnaher Waldwirtschaft im Sinne des Konzeptes des Forstbetriebes zu tun, noch stimmt sie mit den vielversprechenden Verlautbarungen der Landesregierung überein.
Die Frage muss daher erlaubt sein, ob SaarForst ein Eigenleben hat und an keinerlei Vorgaben des Dienstherren gebunden ist? Es sei denn, in den Medien vertritt die Landesregierung etwas anderes als in der Praxis? Das wäre sicher keine gute Voraussetzung für ein verantwortungsvolles Miteinander in Sachen Waldsterben 2.0.
Für weitere Informationen zum sinnvollen Umgang mit Borkenkäferflächen eine Broschüre der Forstbetriebsgemeinschaft Saar-Hochwald w.V.:
Handlungsanweisung "Waldwirtschaft und Klimawandel - Borkenkäfer ...was nun?"