
Liebe Unterstützer,
die Zahl der Siemens-Arbeitsplätze war von 238.000 auf 90.000 gesunken. Nun ist sie weiter auf 86.000 gesunken:
https://new.siemens.com/de/de/unternehmen/ueber-uns.html
Teilzeitkräfte werden bei Siemens mittlerweile voll gezählt, wie man den Geschäftsberichten entnehmen konnte. Die mit dem Hauptbild niedlich wirkende Homepage entspricht der mittlerweile niedlichen Beschäftigtenzahl in Deutschland.
Die Beschäftigten u. a. in Berlin Siemensstadt, Nürnberg, Erlangen und Ruhstorf haben verzweifelt versucht, am 10.02.2022 (Tag der Hauptversammlung des Konzerns) auf der Straße um ihre Arbeitsplätze und ihren Verbleib in der Siemens AG zu kämpfen und auf ihre Misere aufmerksam zu machen. Aber Siemens hatte kurz vorher noch einmal extra strenge Home Office Pflicht (max 20 % Personal Anwesenheit) angekündigt, so dass es neben dem „Abschreckungseffekt“ fast unmöglich war, die Siemens-Beschäftigten überhaupt über die Protestveranstaltung zu informieren und sie trauriger Weise teils nur vom Home Office aus um Unterstützung bitten konnten.
Aber während für die Beschäftigten kurz vor dem 10.02. extra noch einmal strengste Home Office Pflicht offiziell mitgeteilt wurde, „schlägt“ der Konzern in Cannes „auf“, um auf der weltweit größten Immobilienmesse das Industriegebiet mit seinen geplanten neuen Räumlichkeiten als SIEMENSSTADT SQUARE für Hinz und Kunz nun internationalen Investoren anzubieten. Siemens hat das Gebiet auf den Plänen so verdichten lassen, dass dort 1.300.000 (vermietbare) Fläche entstehen, mit denen der Konzern seit einiger Zeit „wirbt“.
„Die MIPIM ist die weltweit führende Immobilienmesse und bietet die Möglichkeit, neue internationale Geschäftspartner*innen kennenzulernen!“
https://www.siemensstadt.siemens.com/de/events/mipim-2022-siemensstadt-square-ist-dabei
Bitte berichtet Euren Freunden davon und bittet Sie darum, auch die Petition zu unterzeichnen. Es wird dringend.
Der Senat verhindert leider nicht, dass wichtigste Produktionsflächen und Industrie-Arbeitsplätze zugunsten von Immobilienspekulationsgeschäften verloren gehen, obwohl diese Flächen nun durch die Entwicklung in der Ukraine und dem Russland-Konflikt von herausragender Bedeutung sind. Im Gegenteil: Er ist es, der es durch die Änderung des Berliner Flächennutzungsplans vom reinen Industriegebiet mit seinen niedrigen Bodenpreisen in ein hochwertiges Mischgebiet mit sehr hohen Grund- und Bodenpreisen dem Konzern erst ermöglicht hat, Immobilienspekulationsgeschäfte auf den Industriegebieten betreiben zu wollen, statt Produktion und Industriearbeitsplätze hier zu schaffen oder wenigstens zu erhalten. Diese unglückliche Änderung des Flächennutzungsplans ist durch das dem Senat vorgegebene unverständlicher Weise geheime Memorandum of Understanding zwischen dem ehemaligen Bürgermeisters Müller mit dem Siemens-Konzern als logische Folge zustande gekommen.
Die Tatsache, dass der Konzern sich zweifelsfrei aus Deutschland „zurückzieht“ und uns mit zubetonierten Flächen und noch mehr zugepflasterten Gebieten durch die zusätzlich benötigte Infrastruktur zurücklässt, die die Natur weiter beschädigen, wurde trotz schriftlicher Einwände aus der Bevölkerung beim Senat nicht berücksichtigt. Vielmehr fördert der Senat auch die nicht der Daseins- und Zukunftsvorsorge dienende Entwicklung. Berlin ist ein einziges großes Baufeld geworden. Das zeigt diese Karte anschaulich:
https://www.dafmap.de/d/berlin.html
Nicht umsonst spricht man mittlerweile von „Entwicklungsstadt“ bei facebook und nicht mehr von „Hauptstadt“, und die betroffenen Menschen in den Bezirke wehren sich vernetzt dagegen, dass die der Daseinsvorsorge dienenden Flächen wie Friedhöfe, Gewerbegebiete, Industriegebiete, Parks, Grünflächen zwischen den Häusern wie Innenhöfe sowie Kleingärten und andere Grünzüge dermaßen u.a. für sog. urbanes Wohnen zugebaut werden und die tatsächlichen Gewinner die großen Investoren dort sind. Die zerstörten Siemens-Kleingärten und andere Kleingärten und vertriebenen Tiere durch diese immensen Bauaktivitäten und die Bauaktivitäten durch die zusätzlich benötigten Straßen, aber auch die Menge Mensch, die mit jedem Baugebiet z. B. in Berlin angezogen wird usw., erregen leider auch nicht hinreichend Bedenken beim Berliner Senat und den Politikern, ebenso wenig wie bei den Politikern im Bundestag, die zu einem Kurswechsel führen.
Darum bitte ich erneut, teilt diese Nachricht und teilt die Petition.
Ich bleib dran, wie mittlerweile mehr und mehr Menschen in allen Berliner Bezirken und ganz Deutschland.
Wünscht uns Glück.