Aus Scham und besonders auf Druck der Zivilgesellschaft wurde das Projekt Luxuswohnungen in der Nazi-Mordanstalt Pirna Sonnenstein vor zwei Jahren auf Eis gelegt. Doch statt der Forderung: den alten denkmalsgeschützten Zustand wieder herzustellen und das Gebäude in den Bereich der Gedenkstätte einzugliedern, holt die Stadtverwaltung den nächsten Plan zur Unkenntlichmachung faschistischer Verbrechen aus der Schublade.
Schriftlicher Bericht des Bürgermeisters
Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses (SEA) am 03.02.2026
Bauvorhaben Anstaltsscheune Pirna-Sonnenstein
Nach ersten Vorbereitungs- und Sicherungsarbeiten in 2024 kam es beim Bauvorhaben
Anstaltsscheune aus verschiedenen Gründen zu einer Verzögerung der Baumaßnahme. In dieser
Zeit hat u. a. das Landesamt für Denkmalpflege im Februar 2025 eine Untersuchung des
Restbestandes der ehemaligen Anstaltsscheune vorgenommen. Der Bauherr hat im Herbst 2025
gegenüber der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Pirna angezeigt, dass die Maßnahme
nunmehr zeitnah (voraussichtlich im 1. Quartal 2026) auf Grundlage der erteilten Baugenehmigung
weitergeführt wird.
Die Stadtverwaltung Pirna als Untere Denkmalschutzbehörde und Bauaufsicht, das Landesamt für
Denkmalpflege Sachsen, die Stiftung Sächsischer Gedenkstätten als Betreiber der Gedenkstätte
Pirna-Sonnenstein sowie der Investor haben sich in den vergangenen Monaten auf der Grundlage
der vorliegenden Baugenehmigung und zu den Nachfragen zum Vorhaben intensiv ausgetauscht
und beiliegende, gemeinsame Einordung abgestimmt. (Siehe Anlage)
Einzelhandelskonzept beauftragt
Auf Grundlage des Stadtratsbeschlusses sowie des Anfang 2026 von REWE unterzeichneten
städtebaulichen Vertrags wurde der Auftrag zur Fortschreibung des Einzelhandelskonzept an das
Unternehmen Lademann erteilt. Aktuell laufen die Kartierungen in den Geschäften. Händler und
Kunden wurden mit Info im Pirnaer Anzeiger am 28.01.2026 darauf hingewiesen. Erste
Arbeitsgespräche werden mit REWE am 26.02.2026 sowie mit Citymanagement und lokaler Agenda
am 04.03.2026 stattfinden. Über die Analyseergebnisse soll im nächsten SEA am 05.03.2026 vom
Büro informiert werden. Danach werden weitere Akteure, wie City Outlet, IHK etc. einbezogen.
Abgestimmt wird aktuell noch, wie sich die geplante Arbeitsgruppe zusammensetzt.
Sanierung GS Sonnenstein
Derzeit laufen die Rohbauarbeiten, Entkernung und Schadstoffsanierung, sowie der Aushub der
Baugrube an der Nordseite als Vorbereitung für die Abdichtungsarbeiten. Die Bodenplatte der
Aula/ Mensa im Kellergeschoss ist für die Betonage bereit. Im Nordflügel des Gebäudes sind die
Bodenplatte und die Rohbauwände für Hausmeisterräume, Lagerräume, sowie den Aufzug fertig
gestellt. Witterungsbedingt findet keine Betonage statt.
Sobald die Witterung es zulässt werden die Tiefbauarbeiten im Südhof und der Aushub für die
Bodenplatte des Verbinder- und Erweiterungsbaues starten.
Los 305 Gerüst und Los 306 Dach- und Klempnerarbeiten Bestandsgebäude sollen im Rahmen der
Sitzung beschlossen werden. Beide Lose sind preislich im Ergebnis an den Wettbewerb unter der
Schätzung geblieben.
Es werden weiter massiv Unterschriften und Unterstützer benötigt, um endlich zu realisieren, dass die Busgarage (im Bericht des BüM Anstaltsscheune genannt) in der die Busse mit den zu ermordenden Patienten ankamen, nicht völlig verfällt und in ihrerm Bestand als geschütztes Denkmal gesichert wird.