Verhindern Sie die Aufkündigung des Kinder- und Jugendförderplans in Gütersloh!

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Das Problem

Unser Brief an Politik und Verwaltung in Gütersloh:


Dringender Appell – Keine Kürzungen der Haushaltsmittel für die Kinder und Jugendlichen in Gütersloh: Ohne Jugend läuft nichts!

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Fraktionsvorsitzende der demokratischen Parteien,
sehr geehrte jugendpolitische Sprecher*innen der demokratischen Parteien,
sehr geehrte Beigeordnete,
liebe Mitglieder des Gütersloher Stadtrats,

als Vertreter*innen der freien und verbandlichen Jugendhilfeträger und vor allem im Namen der betroffenen Kinder und Jugendlichen in Gütersloh wenden wir uns mit großer Sorge an Sie. Der Haushaltsentwurf und entsprechende Anträge der Verwaltung für 2025/26 und 2027 sehen gravierende Kürzungen vor, die die Kinder- und Jugendarbeit in Gütersloh äußerst empfindlich treffen würden. Die Schließung von bis zu vier Jugendtreffs (ca. 25% Kürzung bei den Jugendtreffs der freien Träger), die Reduzierung von Schulsozialarbeit um drei Stellen, der Abbau in der Jugendberufshilfe, die Streichung von Partizipationsmitteln, die Auflösung des Parkourangebots, die Einstellung des Streetworkprojektes und die Auflösung des Bündnisses für Erziehung sind nur ein Teil der langen Liste der Einschnitte, die den Bereich Jugend treffen sollen.

Diese Kürzungen treffen Kinder, Jugendliche und Familien empfindlich und sind in ihrer Tragweite unverantwortlich. Unverantwortlich sind nicht nur die Kürzungen und deren Auswirkungen an sich, sondern auch, dass sie die vorzeitige Aufkündigung des bestehenden Kinder- und Jugendförderplans von 2022 bis einschließlich 2026 bedeuten. Das ist ein Wortbruch von Politik und Verwaltung gegenüber den Kindern und Jugendlichen sowie den ehrenamtlich und hauptamtlich tätigen Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendhilfe. Dieser Vorgang stellt einen überregionalen Präzedenzfall in der kommunalen Jugendpolitik dar und zieht den zu schützenden Stellenwert von bedarfsgerechter Infrastruktur für Kinder und Jugendliche politisch in Frage.

Kinder- und Jugendbelange sind vor Sparmaßnahmen und erneuten Einschränkungen zu schützen!

Kinder und Jugendliche haben während der Pandemie starke Einschränkungen erlitten und nun sollen sie auch in der Haushaltsdebatte der Stadt Gütersloh erneut massiv Abstriche machen.  Wieder ist ernüchternd festzustellen, dass Kinder und Jugendliche sowie Akteure, die sich als Interessenvertretung oder als Jugendselbstvertretung für deren Recht auf Beteiligung einsetzen nicht in die entscheidenden Prozesse eingebunden und berücksichtigt wurden.[1] Weder den Verantwortlichen der freien Träger, der OKJA, der Jugendberufshilfe, der Schulsozialarbeit, der Streetwork oder der Jugendverbände noch dem Jugendparlament wurden die Konsolidierungsprozesse und die drohenden Auswirkungen transparent gemacht. Die Rede der Verwaltung von einer gemeinsamen Anstrengung irritiert uns vor diesem Hintergrund. Partizipation von Jugendlichen ist mehr als ein Planspiel, es ist Pflichtaufgabe der Politik und Verwaltung, die an dieser Stelle nicht wahrgenommen wurde. Das unverhältnismäßig große Kürzungspotential, welches die Verwaltung in der Kinder- und Jugendarbeit der freien Träger bei gleichbleibend hohem, viel mehr sogar steigendem Bedarf identifiziert, stellt uns vor Rätsel. 

Die Kürzungen bedeuten für die Betroffenen den Wegfall von Freiräumen in der non-formalen Bildungen, Orten der Selbstorganisation, Partizipationsmöglichkeiten, von möglichen Freizeitaktivitäten, von Orten an denen sie Gemeinschaft, Solidarität, Schutz und Beratung erfahren. Schulsozialarbeit und Jugendberufshilfe bilden essenzielle Beratungs- und Hilfebedarfe von Kindern- und Jugendlichen ab und sind unverzichtbar für die Entwicklung junger Menschen. Orte und Menschen, die einen erheblichen Beitrag zum Kinderschutz leisten, sollen wegrationalisiert werden - das geht nicht! Jugendgerechte Infrastruktur, soziokulturelle Teilhabe, Mitbestimmung und Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung und Kinderschutz sind kein Luxus, kein großzügiges Angebot, sondern ein grundlegendes Recht der Betroffenen, welches schon jetzt an vielen Stellen alles andere als bedarfsgerecht abgedeckt wird. Die Angebote in diesem Bereich sind zu fördern und müssen zwingend vor finanziellen Kürzungen geschützt werden.

Jugendarbeit und Jugendeinrichtungen sind kritische soziale Infrastruktur!

Jugendtreffs, Jugendverbände, Schulsozialarbeit und mobile Angebote wie u.a. die Streetwork sind soziale Ankerpunkte der Jugend in der Stadt und zahlen sich langfristig aus. Gut betreute und geförderte Jugendliche werden zu engagierten und selbstbewussten Akteuren, die aktiv zur Gestaltung der Gesellschaft beitragen. Wer bei diesen Angeboten spart, spart unmittelbar am gesellschaftlichen und in diesen Tagen noch wichtiger werdenden demokratischen Zusammenhalt in der Stadt Gütersloh. Der Präventionscharakter der Angebote der freien Jugendhilfe, sei es vor rechtsextremen oder anderweitigen anti-demokratischen politischen Einflüssen, vor psychischen und physischen Erkrankungen oder vor (sozialen) Problemlagen in anderen Lebensbereichen der Kinder und Jugendlichen, ist hier gesondert zu betonen. Frühzeitig fördern die Angebote individuell Kinder und Jugendliche, aber auch Gruppen in ihrer persönlichen sowie politischen und demokratischen Entwicklung, in ihrer sozialen Kompetenz zu gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten und unterstützen in wichtigen Schritten des Aufwachsens. Die kausalen Zusammenhänge zwischen verlässlich und nachhaltig ausgestatteten Jugendhilfelandschaften, demokratischen Werten und gesellschaftlichem Zusammenhalt sind sozialwissenschaftlich einschlägig belegt. Wem die empirische Evidenz nicht ausreicht, der kann sich an den Biografien vieler Ratsmitglieder und engagierter Gütersloher Bürgerinnen* Bürger* überzeugen, die die Freizeit- und Bildungsangebote der Jugendverbände und freien Träger in ihrer Sozialisation durchlaufen haben. 

Vielfalt ist kein Luxus! Der Preis der Einsparungen sind soziale Schulden.

Wir freie Träger ermöglichen Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrer finanziellen Situation ein vielfältiges Angebot an unterschiedlichen Einrichtungen, Gemeinschaften und Unterstützungsangeboten. Wir bieten ein verlässliches Angebot und sozialen Halt, gerade auch für jene Jugendliche, die sich anderweitig in schwierigen Lebenslagen und persönlichen Krisensituationen befinden. Mit unseren unterschiedlichen Schwerpunkten und Expertisen von kirchlichen Verbänden, über sozialpädagogische Vereine bis hin zu Arbeiterjugend- und Wohlfahrtsverbänden decken wir ein breites und vielfältiges Spektrum an Lebenslagen ab. Der vorliegende Kürzungshaushalt ist ein Schlag gegen das zivilgesellschaftliche Engagement der vielfältigen gemeinnützigen Akteure in der Stadt. Die geplanten Kürzungsvorhaben bedeuten nicht nur eine Reduktion der Angebote der freien Träger, sondern in vielen Fällen das Ende von Strukturen, die über viele Jahre und Jahrzehnte von Ehrenamtlichen und häufig durch einzelne Spenden aufgebaut wurden. Wir freien Träger bringen uns stark in Gütersloh ein, in all unseren Projekten stecken erhebliche Eigenleistungen, sei es durch ehrenamtliche Arbeit, durch besondere Fachexpertisen und -blickwinkel oder durch verbandliche Ressourcen unserer Dachstrukturen und -verbände, die zur Verwaltung der freien Jugendhilfestrukturen in Gütersloh eingesetzt werden. Wenn diese Strukturen in der Jugendhilfe in Gütersloh wegbrechen, wird es für die Verwaltung der Stadt zukünftig umso teurer bedarfsgerechte Angebote im Jugend- und Sozialbereich zu etablieren. Der soziale Zins der Einsparungen wiegt das Sparpotential nicht auf.

Wir brauchen jetzt Euch – Gemeinsam für ein jugendgerechtes Gütersloh! #lasstunsnichthängen

Die geplanten Kürzungen stehen im Widerspruch zu allen Zielen, die wir gemeinsam mit der Verwaltung und der Politik in den letzten Jahren verfolgt haben: ein kinder- und jugendgerechtes Gütersloh und eine Kommune mit sozialer Sicherheit und echten Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche. Die geplanten Einsparungen im Bereich Kinder und Jugend drohen gemeinsam erreichte jahrzehntelange Fortschritte zunichtezumachen und die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Stadt und freier Jugendhilfe nachhaltig zu beschädigen.

Wir bitten Sie und Euch daher dringend: Stellt die Finanzierung für die Jugendhilfe in Gütersloh sicher. #lasstunsnichthängen

Gemeinsam wollen wir Lösungen finden, um Partizipation, ein gutes Aufwachsen und Lebensqualität für Kinder und Jugendliche in Gütersloh zu erhalten. Wir stehen jederzeit für Gespräche bereit.

[1] 3. AG-KJHG – KJFöG §6 Beteiligung von Kindern und Jugendlichen (https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_detail?sg=0&menu=1&bes_id=6645&anw_nr=2&aufgehoben=N&det_id=424700

 

Für die freien Träger sowie weitere in der Jugendarbeit Engagierten in Gütersloh und Umgebung: 

 

Logos der Träger

 

Erstunterzeichner*innen:

Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Gütersloh e.V.

Ulrike Boden (Geschäftsführung und Vorstand)

Kai Treptow (Stv. Geschäftsführung, Abteilungsleitung Jugend, Bildung & Soziales)

Bega Majewski (Streetwork)

Beatrice Schmal (Streework)

Annika Harms (Schulsozialarbeit Kath. Grundschule Josefschule)

Kerstin Uphoff (Schulsozialarbeiterin Altstadtschule und Edith-Stein-Schule)

Angela Merschmann (Schulsozialarbeit)

Anna Kathöfer (Schulsozialarbeit)

Ronja Overbeck (Schulsozialarbeit)

Susanne Langkowski (Schulsozialarbeiterin)

Katharina Helmich (Sozialarbeiterin an der Grundschule Pavenstädt)

Julia Fischer (Schulsozialarbeiterin Grundschule Sundern)

ash Gütersloh gGmbH

Dr. Susanne Kohlmeyer (Geschäftsführung)

Bettina Müller-Maiweg (Teamleitung Schulprojekte)

BDKJ Kreisverband Gütersloh

Stefan Steinberg (Vorstandsmitglied)

CVJM – Gütersloh

Dennis Selent (1. Vorsitzender des CVJM Gütersloh e.V.)

CVJM – Isselhorst

Udo Plaßmann (1. Vorsitzender)

Birger Werres (2. Vorsitzender)

Sandra Wildeboer (Schriftwartin)

Sarah Knufinke (Mitglied im Vorstand)

Henri Küst (Mitglied im Vorstand)

Don Bosco Jugendhaus / Pastoraler Raum Gütersloh

Laura Münstermann (Jugendhausleitung)

Marius Hauernherm (Mitglied des Hausvorstandes)

David Seiger (Mitarbeiter und Mitglied des Hausvorstandes)

DPSG Gütersloh-Spexard

Julia Brüggershemke (Vorstandsmitglied)

Hannah Baum (Vorstandsmitglied)

Jugendaustausch-Werk im Kreis Gütersloh e.V. / Droste Haus Verl

Olga Bünemann (Vorstandsvorsitzende)

Birte Hornberg-Ersay (Leitung Jugendbildungsstätte/Vorstand Kreisjugendring)

Dekanat Rietberg-Wiedenbrück

Jörg Schultefrankenfeld (Dekanatsreferent Rietberg-Wiedenbrück)

Förderverein Grundschule Nordhorn

Bernd Voltmann (Vorstand)

Roger Fuchs (Vorstand)

Elke Pauly-Teismann (Vorstand)

Ev. Jugend Friedrichsdorf

Kirsten Förste (Sozial- & Gemeindepädagogin)

Jugendparlament Gütersloh

Diana Gergova (Sprecherin des Jugendparlaments)

Leni Blanke (Sprecherin des Jugendparlaments)

Carlo Schmidt (Sprecher des Jugendparlaments)

Nick Baretti (Sprecher des Jugendparlaments)

Sebastian Westerbarkey (Mitglied des Jugendparlaments)

Frederik Sonnabend (Mitglied des Jugendparlaments)

Umut Cem Onuk (Mitglied des Jugendparlaments)

Kreisjugendring Gütersloh e.V.

Jana Ruhe (1. Vorsitzende)

SJD – Die Falken Kreisverband Gütersloh

Kinora Hanna (1. Vorsitzende des Kreisverbandes und Besucherin des Frei:Raum17)

Linda Herrenkind (Stv. Vorsitzende)

Buni Ceka (Vorstandsmitglied des Kreisverbandes und Besucher des Frei:Raum17 / Mitglied im Frei:Rat)

Lisa Prizebilla (Vorstandsmitglied des Kreisverbandes / Stv. Vorsitzende Landesverband Falken NRW)

Nomaan Imafidon Godwin (Mitglied im Frei:Rat / Besucherin des Frei:Raum17)

Paula Pelster (Besucherin des Frei:Raum17/Mitglied der Falken)

Janice Rammert (Besucherin des Frei:Raum17/Mitglied der Falken)

Connor-Gordon Humphreys (Jahrespraktikant im Frei:Raum17 / Mitglied des JuPa)

Maureen Gerdes (ehrenamtliche Mitarbeiterin im Frei:Raum17)

Kira Smailus (Mitarbeiterin des Spielmobil der Falken)

Nina Hügle (Leitung Frei:Raum17)

Dennis Sottong (Geschäftsführung/Jugendverbandssekretär)

SPI Gütersloh e.V. 

Frank Kahle-Klusmeier (Vorstand/Geschäftsführung)

Julia Kaufmann (Teamleitung SPI Jugendarbeit Ostpreußenweg)

Christian Plog (Leitung Jugendtreff Der Bahnhof in Avenwedde)

Ulrike Baak-Graf (Teamleitung der Schulsozialarbeitenden im SPI Gütersloh e.V./ Schulsozialarbeiterin an der Overbergschule in Gütersloh)

Marieke Eickhoff (Schulsozialarbeit Grundschule Neißeweg)

Sonja Kreuter (Schulsozialarbeit)

Dirk Möllenhoff (Schulsozialarbeit/Nachmittagsbetreuung Koperniks Schule)

Karen Kipp (Schulsozialarbeiterin der Grundschule Overbergschule)

Sportjugend im Kreissportbund Gütersloh e.V.

Sandra Mersmann (Vorsitzende)

Weitere unterstützende Personen und Gruppen aus Gütersloh und Umgebung:

Jörg Welzer (Historiker und Schulsozialarbeiter)

Helin Polat (Vorsitzende SJD Die Falken Kreisverband Herford)

Ulrike Schüler (SKA)

Oliver Groteheide (Bambi Kino)

Joscha Kulka (Cable Street Beats)

Sven Rowlands-Hügle (lokaler Graffitikünstler: srh_grafitti, Heilerziehungspfleger)

 

Flyer

 

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