

Liebe Interessierte und Mitstreiter,
um nochmal auf unsere Bäume im Schlosspark Moers zurückzukommen, welche wir als Bürgerinitiative im Januar gerettet haben (danke nochmal an alle, die uns und unseren schönen Schlosspark unterstützt haben):
Nach dem aktuellen Gutachten sind alle Bäume im Park gesund, standsicher und in einem sehr guten Zustand.
Bäume sollen also nur aus planerischen Gründen gefällt werden.
Das können wir uns als Gesellschaft und als Stadt einfach nicht leisten, ist der Schlosspark doch Naherholungsgebiet und die grüne Lunge der Stadt.
Lest selber:
Baumfällungen im Schlosspark – das ist der Stand der Dinge
RP Moers
Im Zusammenhang mit der geplanten Sanierung der historischen Parkanlage hat ein Gutachter eine aktuelle Baumbestandsaufnahme erstellt. Über die Ergebnisse fühlt sich die Linke Liste von der Verwaltung in die Irre geführt.
29.08.2025 , 17:30 Uhr
Von Julia Hagenacker
Verantwortliche Redakteurin Redaktion Moers
Es geht um ein Thema, das den Moersern am Herzen liegt: den Schlosspark und seine Bäume. Dafür hatte eine Bürgerinitiative – wir erinnern uns – zu Beginn des Jahres fast 9000 Unterschriften gesammelt und am Ende Politik und Verwaltung mit lautem Protest zum Umdenken bewegt. In einer Sondersitzung beschloss der Stadtrat im Januar den Stopp der damals bereits gestarteten Baumfällarbeiten. Im Februar teilte die Verwaltung dann mit, dass es erst einmal keine weiteren Baumfällungen geben wird.
Die Entscheidung, welche und wie viele Bäume zur Sanierung der denkmalgeschützten Parkanlage am Ende entnommen werden, sollte im Laufe des Jahres getroffen werden – unter Anleitung eines externen, unabhängigen Moderators und mit Beteiligung von Experten, GMGV (Grafschafter Museums- und Geschichtsverein) und Bürgerinitiative. Teil eins des zweiteiligen Moderationsverfahrens, nämlich ein Ortstermin mit Beteiligten im Schlosspark, fand am 5. August statt. Was die Ergebnisse der Baumbestandsaufnahme betrifft, sieht sich die Linke Liste Moers jetzt von der Verwaltung in die Irre geführt.
Die Ergebnisse der Begehung vom 5. August ließen keinen Zweifel, heißt es in einer entsprechenden Mitteilung: Die Bäume im Schlosspark seien gesund, standsicher und in einem „sehr guten Zustand“ – bestätigt durch das aktuelle Gutachten von Dr. Kutscheidt und seinem Team. Dennoch, heißt es weiter, verbreite die Stadtverwaltung weiterhin veraltete und nachweislich falsche Informationen. Auf der städtischen Homepage werde suggeriert, die Bäume seien krank, nicht klimawandelresistent oder aus denkmalpflegerischen Gründen nicht erhaltenswert – Aussagen, die durch das Gutachten klar widerlegt seien.
Auch die genannte Zahl der betroffenen Bäumen sei nicht nachvollziehbar und widerspreche den vorliegenden Daten, so die Linken. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative fordern sie „die sofortige Veröffentlichung der vollständigen Gutachtenergebnisse, die Entfernung irreführender Inhalte von der städtischen Homepage, eine ehrliche und transparente Kommunikation über die tatsächlichen Fällungsabsichten“.
„Es ist nicht hinnehmbar, dass aus rein planerischen Gründen – etwa im Vorgriff auf die Internationale Gartenausstellung IGA 27 – gesunde, alte Bäume geopfert werden sollen. Ihre Ersatzpflanzungen brauchen Jahrzehnte, um auch nur annähernd die ökologische und klimatische Funktion der bestehenden Bäume zu erfüllen“, erklärt Friedhelm Fischer, Ratsmitglied der Linken Liste. „Der Schlosspark ist nicht nur ein denkmalgeschütztes Ensemble, sondern auch eine grüne Lunge und ein unverzichtbarer Rückzugsort für die Menschen in Moers. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist sein Schutz keine freiwillige Maßnahme, sondern eine dringende Verpflichtung“, ergänzt Wolfgang Klinger, sachkundiger Bürger und Sprecher für Umwelt- und Tierschutz der Linken Liste.
Zum Hintergrund: Wie berichtet, soll die fast 200 Jahre alte Grünanlage fit für den Klimawandel gemacht werden. Von den rund 600 Bäumen im Park leiden laut Stadt einige unter Trockenheit und Krankheiten. Andere, heißt es, stünden zu eng und entzögen sich Licht und Nährstoffe.
BäumeBäumeBäume
das sei nur ein Nebeneffekt. Vielmehr gehe es darum, den Schlosspark als solchen zu erhalten.
Unter anderen der GMGV und die Mitglieder einer Bürgerinitiative, die sich Ende vergangenen Jahres gebildet und eine Petition gestartet hatte, halten die von der Stadt angegebenen Fällgründe der „fehlenden Standorteignung“ und „denkmalschützerischen Zielsetzungen“ für fragwürdig.
„Bei der Begehung am 5. August hat der Gutachter, der vor Jahren das allererste Schlossparkkonzept erstellt hat, seine Baumbestandsaufnahme aktualisiert“, sagt Stadtsprecher Thorsten Schröder. „Dabei ging es nicht darum, kranke, umsturzgefährdete Bäume ausfindig zu machen, denn das passiert das ganze Jahr über sowieso. Vielmehr ging es um eine vorher abgestimmte Bestandsaufnahme, über deren Ergebnisse alle Beteiligten informiert wurden.“
Kategorisiert wurden die Bäume im Gutachten laut Schröder nach drei Kriterien: Vitalität, Zukunftsfähigkeit und Zukunftswürdigkeit, sprich der Frage, wie prägend sie für die Parkanlage sind. „Das Problem ist, dass bei der ersten Bestandsaufnahme vor ein paar Jahren ganz Baumgruppen in den Blick genommen wurden“, so der Stadtsprecher. „Das aktuelle Gutachten schaut hingegen auf einzelne Bäume, deswegen lassen sich die Ergebnisse nicht eins zu eins gegenüber stellen.“
Zeitnah der Öffentlichkeit über die Internetseite der Stadt zugänglich gemacht werden sollen sie trotzdem, versichert Schröder. Demnächst ständen dann die vom Rat beschlossenen Workshops zur Schlossparksanierung an. „Dieser Fahrplan steht nach wie vor. Nur das zeitliche Szenario ist wegen der anstehenden Kommunalwahl noch nicht ganz klar.“
(juha )
INFO
Berühmter Gartenarchitekt
Ursprung
Die Keimzelle des heutigen Moerser Schlossparks wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als privater Garten innerhalb der ehemaligen Befestigungslinien des Grafenschlosses angelegt. In den zur Verfügung stehenden und ausgewerteten Quellen wird Maximilian Friedrich Weyhe, der berühmte Düsseldorfer Gartenarchitekt, als Gestalter angeführt. Er soll den Park 1836 im Auftrag von Friedrich Wintgens, dem damals das Schloss und das heutige Schlossparkgelände gehörten, in der Stilrichtung eines englischen Landschaftsgartens angelegt haben. Seine Schüler Nickertz (1874) und später Rosorius haben die Arbeiten fortgeführt.