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Petitioning Stadtrat in Wittenberg

Vergabe des Lutherpreis „Das unerschrockene Wort“ an polit-kritische Punk Band Pussy Riot

Appell an die Lutherstädte

"Es war ein leidenschaftlicher Aufstand und ziviler Ungehorsam gegen Willkür, Unterdrückung, Apathie und Zynismus..." So bezeichnet der Europaabgeordnete und Russlandexperte Werner Schulz die Gruppe Pussy 

Riot in seiner Begründung zum Preis der Lutherstädte. Daher sollten wir diesen mutiger Kampf um mehr Demokratie und Menschenrechte genau mit der Auszeichnung belohnen, die die Aktionen und die Haltung der jungen Frauen, auch in dem unwürdigen Schauprozess, beschreibt: „Das unerschrockene Wort.“ Unser demokratisches Gemeinwesen darf sich nicht an der Seite eines autoritären menschenverachtenden Regimes wiederfinden! Ein fatales Signal würde von Deutschland ausgehen, wenn die Kritiker von Pussy Riot Recht bekämen, die sagen, Menschenrechtsverletzungen in Russland gingen uns nichts an. Gerade in diesen Tagen beginnt die Haft der beiden jungen Aktivistinnen von Pussy Riot in Straflagern, die für die unmenschliche Behandlung berüchtigt sind. 
Es geht nicht nur um einen Preis in Deutschland, er hat große Bedeutung, weil die internationale Anerkennung eine Lebensversicherung für die gefangenen Frauen ist. Schließt Euch dieser Petition an, engagiert euch, dass die Lutherstädte den Lutherpreis „Das unerschrockene Wort“ an Pussy Riot vergeben!
Die Pussy Riot Band hat mit ihrem Protestschrei in der Moskauer Christ-Erlöser -Kathedrale am richtigen Ort, mit den richtigen Worten und zur richtigen Zeit die demokratische Welt aufgerüttelt und auf den operettenhaften Ämtertausch von Medwedew und Putin, die unheilvolle Verquickung von orthodoxer Kirchenhierarchie und Staatsführung, die Frauenverachtung und Homophobie in Russland angeklagt. In fast allen Ländern solidarisieren sich junge Menschen, Künstler und Menschenrechtler mit den Frauen, die in einem abstoßenden Schauprozess zu zwei Jahren Straflager verurteilt wurden. Hier in Deutschland aber nennen das einige Politiker und Theologen Gotteslästerung, obwohl doch Pussy Riot das Heiligste verteidigt: demokratisches Engagement in Sorge um ihre Mitmenschen. Christen würden das Nächstenliebe nennen. In einem ausführlichen Protestbrief haben sich engagierte Christen und Netzaktivisten ausführlich mit den Argumenten der Preisgegner auseinandergesetzt:
http://jg-stadtmitte.de/2012/10/23/offener-protestbrief-zur-kritik-an-der-band-pussy-riot-von-engagierter-christen-und-der-pussy-riot-unterstutzer-community/#more-2690
siehe auch:http://www.spiegel.de/politik/deutschland/wittenberg-lutherpreis-fuer-pussy-riot-nominierung-wankt-a-862972.html
Letter to
Stadtrat in Wittenberg
Vergabe des Lutherpreis „Das unerschrockene Wort“ an Pussy Riot

Kurze Einführung: Engagiert Euch für Pussy Riot!
In einem gemeinsamen Brief, verfasst von engagierten Christen der Mitteldeutschen Kirche und von Netzaktivisten, äußern wir unseren entschiedenen Protest gegen die Kritik an der feministischen Gruppe Pussy Riot. Auslöser der Debatte ist die Wittenberger Nominierung der Band für den Preis der Lutherstädte „Das unerschrockene Wort“. Die Diskussion hat deshalb eine so große Bedeutung, weil sie zentrale Grundpfeiler unserer Demokratie berührt: wie ziviles Engagement, die Idee der Menschenrechte, das Verhältnis von Staat und Kirche und die globale Solidarität mit Demokratiebewegungen in autoritären Staaten. Wir setzen uns mit den Positionen der beiden Wittenberger Theologen Propst Siegfried T. Kasparick und Friedrich Schorlemmer ausführlich auseinander.
Scharf kritisieren wir, dass Herr Kasparick die Aktionen von Pussy Riot mit antijüdischem Rowdytum vergleicht. Friedrich Schorlemmers Ablehnung von Pussy Riot zielt auf Stilfragen. Den Vorwurf der Gotteslästerung müssen wir zurückweisen.
Den jungen Frauen ist mit ihrer künstlerischen Aktion wie niemandem bisher zuvor gelungen, die Weltöffentlichkeit auf die autoritären gefährlichen Tendenzen in Putins Russland aufmerksam zu machen. Ein Preis an Pussy Riot ist daher eine Ermutigung der Demokratiebewegung in Russland. Die Pussy-Riot-Band fasziniert durch eine erfrischende, originelle und zeitgemäße Protest-Kultur. Sie ist so zu einem Vorbild über Russland hinaus, zu einer „Ikone“ der globalen Freiheitsbewegung geworden. Mit ihrem couragierten Auftreten für Demokratie in dem unwürdigen Schauprozess, aber auch in ihren klugen Interviews haben die Frauen sich als Vertreterinnen des unerschrockenen Wortes erwiesen.
Wir rufen Wittenberg auf, an der Nominierung der Band für den Lutherpreis „Das unerschrockene Wort“ festzuhalten und appellieren an die Lutherstädte wie auch an die Kirche Luthers, die Mitteldeutsche Kirche, sich für die Preisvergabe an die mutige Band einzusetzen. Engagiert Euch, unterstützt den Protestbrief!