

Liebe Unterstützer*innen,
heute habe ich folgende E-mail an acht Verbände, die sich gegen das Verbot der Anbindehaltung aussprechen, gesandt:
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wende mich an Sie, nachdem ich folgenden Artikel im "Bayerischen landwirtschaftlichen Wochenblatt" gelesen habe:
Mein Name ist Sabine Lissy, ich habe auf Change.org die Petition: "Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung endlich umsetzen!" gestartet.
Zu den von Ihnen angeführten Argumenten gegen das Verbot der Anbindehaltung und Ihren Forderungen, möchte ich Ihnen meine Sichtweise als Verbraucherin und Tierschützerin mitteilen.
Sie bezeichnen das Verbot der Anbindehaltung als "völlig überflüssig", da die Zahlen insbesondere der anbindenden Milchbetriebe nach Ihrer Aussage "erdrutschartig" zurückgehen.
Ich wohne in Bayern auf dem Land und sehe, daß jeder Rinderhalter, der von seinen Vorfahren einen Anbindestall geerbt hat, Jahr für Jahr weitermacht!
Das einzige, was wechselt, ist, daß sich die Tierhalter reihum abwechseln in der Haltung von Milchkühen und Mastrindern, nur die tierquälerische Haltungsform der ganzjährigen Anbindehaltung bleibt immer dieselbe!
Deswegen MUSS die ganzjährige Anbindehaltung endlich verboten werden!
Und selbstverständlich wären auch Rinderraufzuchtsbetriebe und Rindermastbetriebe davon betroffen! Zum Glück! Hier versuchen Sie das Leid beispielsweise der Mastrinder herunterzuspielen, indem Sie beklagen, daß auch Mutterkuhhaltungen, die extensives Grünland beweiden, davon betroffen sind. Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn die Tiere an mindestens 120 Tagen im Jahr Zugang zu einer Weide haben!
Auch ich bin hier der Ansicht, daß die Kombihaltung genau definiert werden muss, und zwar insofern, daß die Tiere an diesen mindestens 120 Tagen im Jahr unbegrenzt Zugang zu einer Weide haben und NUR zu einer Weide! Ein Laufhof kann hier keine Alternative sein!
Meiner Befürchtung nach möchten Sie sich hier an die Definitionsversuche der Kombihaltung aus dem Jahr 2019 anlehnen. Nein, es darf keine Alternative zu 120 Tagen WEIDEGANG im Jahr geben! Damals wurde versucht, mit einem haarsträubenden "Würfelsystem", Anbindehalter als Kombihalter durchzumogeln! Derartige Haarspaltereien und Augenwischerei kann eigentlich kein gesunder Menschenverstand aushalten!
Sie fordern weiterhin, daß die Forderung gestrichen wird, daß Kälber nur unter lokaler Betäubung von Tierärzten enthornt werden dürfen, weil dies den Landwirten zusätzliche Kosten verursacht.
Sie wissen jedoch genauso gut wie ich, daß leider viele Landwirte ihre Kälber selbst enthornt haben und sich dabei auch gleich noch die Kosten für Schmerzmittel "gespart" haben, weswegen diese Forderung im neuen Tierschutzgesetz absolut wichtig ist!
Mit Ihnen einer Meinung bin ich in dem Punkt, daß die Anzahl der Tiere nicht zwangsläufig mit dem Tierwohl verknüpft werden darf.
Die Anbindehaltung dürfte NICHT in Betrieben mit unter 50 Tieren erlaubt werden, denn auch schon 1 Rind LEIDET IN ANBINDEHALTUNG!
Abschließend möchte ich noch darauf eingehen, daß Sie 5 Jahre Übergangszeit für zu kurz halten und anführen, daß das Ministerium in Baden-Württemberg mindestens 15 Jahre Übergangszeit fordert:
5 JAHRE SIND FÜR DIE LEIDENDEN TIERE VIEL ZU LANG!!!
Außerdem gab es bereits im Jahr 2016 die Bundesratsinitiative der GRÜNEN in Hessen für das Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung.
Seit Januar 2019 liegt der Bericht des Thünen-Instituts zur Folgenabschätzung vor, daß die ganzjährige Anbindehaltung Tierquälerei ist!
Das heißt, spätestens seit dieser Bundesratsinitiative von 2016 wissen die Landwirt*innen darum, daß wir Verbraucher*innen und Tierschützer*innen diese Tierquälerei nicht mehr hinnehmen wollen!
Die Tierhalter haben dies nicht ernst genommen?
Ja, das halte ich für möglich, aber dann sollten sie schnellstmöglich lernen, daß wir Verbraucher ihre Kunden sind. Jeder Friseur, jeder KFZ-Mechaniker, jeder Betrieb muss sich nach den Wünschen seiner Kunden richten. Warum sollte das bei Landwirten anders sein?
Eben weil die Tierhalter bereits so lange darum wissen, daß wir Verbrauchern*innen und Tierschützer*innen keine Tierquälereien mehr dulden, halte ich 5 Jahre Übergangszeit für mehr als genug!
Mit freundlichen Grüßen,
Sabine Lissy
Vielen, vielen Dank an Euch alle!!!