

Liebe Unterstützer*innen,
heute habe ich folgende E-mail an Herrn Özdemir gesandt:
Sehr geehrter Herr Özdemir,
über einen Artikel im "Bayerischen landwirtschaftlichen Wochenblatt"
https://www.wochenblatt-dlv.de/share/1575638
habe ich erfahren, daß Sie am Verbot der Anbindehaltung in fünf Jahren festhalten werden, worüber ich sehr froh bin.
Ebenso habe ich mich letzte Woche gefreut, als ich über "Animal Rebellion" erfahren habe, daß der bayerische Entschließungsantrag gegen das Verbot der Anbindehaltung vom Agrarausschuss des Bundesrats abgeschmettert wurde.
Wenn ich nun den Text des Artikels im "Bayerischen landwirtschaftlichen Wochenblatt" lese, wird mir trotzdem sehr schwer ums Herz.
Da steht: grundsätzlich soll das Anbinden von Tieren verboten sein, außer in Tierversuchen oder auf tierärztliche Anweisung.
Auf tierärztliche Anweisung ist gegen eine vorübergehende Anbindung natürlich nichts einzuwenden, wenn es zum Schutz des Tieres geschieht.
Aber der Zusatz "in Tierversuchen" MUSS entfernt werden!
Denn wir Tierschützer fordern auch ein Verbot von Tierversuchen und (wie auch die Tierschutzorganisation PETA es fordert) die Erarbeitung eines Ausstiegsplans aus Tierversuchen!
"Gleichzeitig müssen Tierhalter während der Weidezeit Zugang zur Weide oder mindestens zweimal in der Woche Zugang zu Freigelände sicherstellen, wenn das Weiden nicht möglich ist."
Diesen Passus halte ich für ganz verheerend:
Tierhalter, die die Kombihaltung praktizieren, MÜSSEN WÄHREND DER WEIDEZEIT ZUGANG ZUR WEIDE SICHERSTELLEN!
Tierhalter, die dies nicht können, dürfen sich nicht hinter der Haltungsform Kombihaltung verstecken können, wenn sie den Tieren nur zweimal wöchentlich Zugang zu Freigelände, was dann ja auch beispielsweise ein betonierter Laufhof sein könnte, ermöglichen können!
Dieser "Zugang zu Freigelände" zweimal wöchentlich müsste für die Wintermonate gelten, in den Sommermonaten darf es keine Alternative zu einer Weide geben!
Ich stimme auch Herrn Schröder vom "Deutschen Tierschutzbund" zu, daß in der Novelle des Tierschutzgesetzes auch das Verbot von Lebendtiertransporten in Länder außerhalb der EU nicht fehlen darf!
Ebenso müssen außer der Anbindehaltung auch alle anderen tierquälerischen Haltungsformen, wie Käfighaltung und Kastenstandhaltung, verboten werden!
Daß Kälber nur noch unter lokaler Betäubung durch einen Tierarzt enthornt werden dürfen, halte ich für einen sehr guten Beschluss!
Jedoch reicht in der Novelle des Tierschutzgesetzes eine Verringerung nicht kurativer Eingriffe nicht aus, Eingriffe wie das Kürzen von Schnäbeln oder Kupieren von Schwänzen müssen ebenso verboten werden, da sonst nie einer Haltung von zu vielen Tieren auf zu engem Raum entgegengewirkt werden kann!
Ebenso müssen bei dem Verbot aller tierquälerischen Haltungsformen, wie auch beim Verbot nicht kurativer Eingriffe, auch Fische und Wirbellose mit einbezogen werden!
Es darf nicht sein, daß beispielsweise weiblichen Garnelen eines ihrer Stielaugen abgeschnitten wird, damit sie im daraus resultierenden Überlebenskampf mehr Eier legen!
Außerdem müssen Pelztierfarmen verboten werden!
Tiere dürfen nicht für die Modeindustrie leiden!
Desweiteren müssen "Hobby- und Sportjagd und -fischerei" verboten werden!
Leute, die gerne schießen, können auf Tontauben und leblose Zielscheiben schießen!
Hierfür darf KEINEM Tier Leid zugefügt werden!
Hierfür halte ich es auch für zwingend notwendig, daß als Jagdpächter keine "Jäger" eingesetzt werden, sondern Menschen, die sich als Schützer von Fauna und Flora in ihrem Revier verstehen, d.h. Menschen, die sich darüber bewusst sind, daß die Natur alles zum Besten regelt, auch unter Einbezug der großen Beutegreifer!
Abschließend möchte ich Ihnen noch meine absolute Hochachtung aussprechen, weil Sie sich dieser enorm schwierigen Herausforderung der Novellierung des Tierschutzgesetzes stellen!!! Chapeau!!! Hut ab!!!
Es ist nur so, daß dies eine einmalige Gelegenheit ist, Nägel mit Köpfen zu machen, und für die Tiere ein "Grundgesetz" zu schaffen und es muss von vornherein ausgeschlossen werden, daß dies aufgeweicht werden kann!!!
Bitte kämpfen Sie weiter für die Tiere!!!
Ich danke Ihnen von ganzem Herzen!!!
Mit freundlichen Grüßen,
Sabine Lissy
Ich kann nur hoffen, daß der Inhalt der E-mail an Herrn Özdemir weitergegeben wird!
Vielen, vielen Dank an Euch alle!!!