

Liebe Unterstützer*innen,
heute wollte ich Euch noch über einige E-mails informieren, die ich in den letzten zwei Wochen an die Organisation Foodwatch (mit der Frage, wie man sich für eine ehrliche und detaillierte Haltungskennzeichnung auf allen tierischen Produkten einsetzen kann), an einige Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels (mit der Bitte, uns Verbraucher*innen in der Forderung nach einer detaillierten Haltungskennzeichnung zu unterstützen) und an einige Molkereien (mit der Bitte, die Milch aus bäuerlichen Betrieben, die mehr Tierwohl gewährleisten separat abzufüllen und zu verarbeiten) geschrieben habe.
Hier meine E-mail an Foodwatch (service@foodwatch.de):
"Sehr geehrte Damen und Herren,
während es bei abgeackten Fleischprodukten eine zumindest vage (was ich gleich noch näher ausführen möchte) Kennzeichnung mit den Haltungsstufen 1-4 gibt, finde ich auf Milchprodukten bislang keine Haltungskennzeichnung (Ausnahme: dennree Weidemilch und Weidemilchprodukte).
Zur Kennzeichnung bei Fleischprodukten möchte ich sagen, daß ich es eine Schande finde, wie wir Verbraucher*innen z.B. mit der Haltungsstufe 3 (Außenklima) betrogen werden sollen. Denn ein geöffnetes Stallfenster zählt bereits als Außenklima!!! Zudem kenne ich Ställe, wo eine Seite tagsüber geöffnet wird, die Rinder aber in ganzjähriger Anbindehaltung gehalten werden, d.h. die Rinder sehen die Weide vor sich, dürfen aber niemals hinaus!!! Das ist für meine Begriffe kein gehobenes Tierwohl, sondern pure Folter!!!
Bei Milch und Milchprodukten suche ich bislang vergebens nach Hinweisen auf die Haltung.
Auch bei Bio-Milch finden sich zwar Hinweise auf die Fütterung (z.B. Heumilch), aber damit weiß man als Verbraucher*in noch nicht, ob die Tiere nicht trotzdem in ganzjähriger Anbindehaltung gehalten werden oder Weidegang bekommen.
Bislang gibt es in Deutschland leider nur sehr wenige bäuerliche Betriebe, die die muttergebundene Kälberaufzucht praktizieren. Die Milch von diesen Betrieben wird aber bedauerlicherweise nicht separat von den Molkereien verarbeitet. Als Verbraucher*in kann man also diese beeindruckende und bewundernswerte Arbeit dieser bäuerlichen Betriebe nicht bewusst wählen und damit wertschätzen und "belohnen".
Wie kann man sich für eine ehrliche und detaillierte Haltungskennzeichnung auf allen tierischen Produkten einsetzen? Hier wäre ich Ihnen für jede Anregung sehr dankbar!"
Hier meine E-mail an Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels:
- info@biomarkt.de (Denn's + Bella Vita)
- kontakt@lidl.de
- info@edeka.de
- kundenmanagement@rewe.de
- kundenmanagement@kaufland.de
"Sehr geehrte Damen und Herren,
wir Verbraucher*innen WOLLEN NICHT, daß Tiere für unsere Nahrungsmittel leiden müssen, wir FORDERN, daß auch die sogenannten "Nutztiere" ein artgerechtes und glückliches Leben führen können!
Als Initiatorin der Petition: "Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung endlich umsetzen!" fordere ich diese Umsetzung mit gleichzeitiger, größtmöglicher finanzieller Unterstützung für die betroffenen Landwirt*innen durch den Staat. Vor allem kleinere bäuerliche Betriebe müssen größtmöglich unterstützt werden, um Weideflächen zukaufen oder umzäunen und Ställe umbauen zu können. Außerdem muss sichergestellt werden, daß die Landwirt*innen für ihre Arbeit angemessen entlohnt werden, damit bisherige Missstände in der Nutztierhaltung bekämpft werden können.
Für uns selbst fordern wir Verbraucher*innen eine detaillierte Haltungskennzeichnung auf allen tierischen Produkten, und ich möchte Sie, als Teil des Lebensmitteleinzelhandels, darum bitten, uns in diesem Anliegen zu unterstützen.
Zwar gibt es bei Fleischprodukten die bisherige Haltungskennzeichnung mit den Haltungsstufen 1-4, dieses System ist aber noch sehr auf Betrug an den Verbraucher*innen ausgelegt. Als Beispiel möchte ich hier die Haltungsstufe 3: "Außenklima" anführen, denn ein geöffnetes Stallfenster zählt bereits als "Außenklima"!!!
Zudem gibt es Ställe, wo die Stallfront tagsüber geöffnet wird, die Rinder aber in ganzjähriger Anbindehaltung gehalten werden. Die Rinder sehen hier den ganzen Tag die Weide vor sich, dürfen aber niemals hinaus! Für meine Begriffe entspricht dies nicht gehobenem Tierwohl, sondern vielmehr purer Folter!!!
Bei Milch und Milchprodukten fehlt eine Haltungskennzeichnung bisher ganz (Ausnahme: Weidemilch und Weidemilchprodukte von dennree). Es gibt höchstens Angaben zur Fütterung (z.B. Heumilch).
Zwar ist durch die EU-Öko-Verordnung geregelt, daß Biomilchkühe z.B. mehr Platz im Stall haben und regelmäßig Auslauf bekommen sollen, allerdings kann man hier als Verbraucher*in nicht sicher sein, daß dieser Auslauf auf einer Weide ermöglicht wird.
Zudem müssen auch Biomilchkühe, damit ihr Milchfluss nicht versiegt, regelmäßig kalben und sie werden anschließend von ihren Kälbern getrennt.
Bislang gibt es in Deutschland nur wenige bäuerliche Betriebe, die die muttergebundene oder kuhgebundene Kälberaufzucht praktizieren und die Milch aus diesen Betrieben wird von den Molkereien nicht separat abgefüllt und verarbeitet.
Wir Verbraucher*innen haben also bislang nicht die Möglichkeit, die Arbeit dieser Betriebe mit unserem Kaufverhalten wertzuschätzen und zu "belohnen".
Allerdings gibt es in der Umgebung von Hamburg drei Höfe, die die muttergebundene Kälberaufzucht praktizieren, die sich unter dem Namen "De Ökomelkburen" zusammengeschlossen haben und deren Milch in der Molkerei Meierei Horst eG getrennt abgefüllt und verarbeitet wird.
Zu kaufen gibt es die Vier-Jahreszeiten-Milch der Öko Melkburen zum Teil auch in Supermarkt-Ketten, u.a. bei Rewe und Edeka, im Raum Hamburg und Schleswig Holstein. Hier möchte ich Sie noch bitten, diese Milchprodukte auch in Ihr Sortiment aufzunehmen."
Bei meiner E-mail an die Molkereien habe ich den gleichen Text geschrieben, nur den letzten Satz (die Milchprodukte der Öko Melkburen ins Sortiment aufzunehmen) weggelassen und durch folgende Zeilen ergänzt:
"Damit eine detaillierte Haltungskennzeichnung auch für Milch und Milchprodukte eingeführt werden kann, möchte ich Sie bitten, Milch aus Haltungsformen, die mehr Tierwohl gewährleisten, separat abzufüllen und zu verarbeiten, damit wir Verbraucher*innen uns bewusst dafür entscheiden können."
An :
- info@milchindustrie.de (MIV Milchindustrie-Verband e.V., Dachverband)
- info@milchhandwerk.info (Verband handwerklich. Milchverarbeitung e.V.)
- scheitz@andechser-molkerei.de
- kundenservice-qm@molkerei-bgl.de (Berchtesgadener Land, Bergbauernmilch)
Falls ich Antworten auf meine E-mails erhalten sollte, werde ich Euch darüber berichten.
Schreibt gerne auch selbst E-mails, damit der Lebensmitteleinzelhandel und die Molkereien erfahren, wie wichtig uns eine detaillierte Haltungskennzeichnung auf allen tierischen Produkten ist!
Euch allen und Euren Lieben wünsche ich Frohe Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr!!!