Обновление к петицииSchützen Sie die Vielfalt unserer Natur. Untersagen Sie den Bau eines EDEKA-Vollsortimenters im Landschaftsschutzgebiet "Elmpter Bachtal"!Wie der Bau eines Vollsortimenters in meinem Kindheitsdorf & die Flüchtlingssituation zusammenhängen
Sebastian PolmansГермания
3 Kas 2015
Kriegsflüchtlinge fliehen, weil Gewalt ihre Heimat beherrscht. Wirtschaftsflüchtlinge fliehen, weil ihnen ein auf Profitmaximierung basierendes Wirtschaftssystem die Existenzgrundlage nimmt. Es zeigt sich bereits in Entscheidungsprozessen unserer Kommunen, etwa dem Bau von größeren Supermärkten mit noch mehr Auswahl, dass dieses Wirtschaftssystem weder politisch, noch sozial kontrolliert wird. Suchten wir nach Ursprüngen für die Flüchtlingssituation, fänden wir sie am ehesten bei uns selbst. Zum Beispiel argumentierte der kürzlich pensionierte Bürgermeister meines Kindheitsdorfes für den Bau eines Vollsortimenters im Landschaftsschutzgebiet "Elmpter Bachtal" mit Verweis darauf, dass eine Mehrheit der Menschen die Vielfalt beim Einkaufen wünsche. Er hat diese Mehrheit behauptet, um seine Position durchzusetzen. Die Mehrheit ist allerdings keineswegs nachgewiesen. Der Rat konnte keine Mehrheitsentscheidung treffen. Der neue Bürgermeister enthält sich einer Meinung, weil er, so seine Begründung, als Bürgermeister unabhängig bleiben möchte. Am Sonntag, 29. November, wird ein Bürgerentscheid durchgeführt. Bislang bestimmen daher vor allem Einzelinteressen von Unternehmern und Investoren, die unter Druck und Existenzangst stehen, die Diskussion. Die Debatte zum Thema wird von den Menschen, als emotional und überhitzt wahrgenommen. Im Grunde hat bislang aber kaum eine Diskussion stattgefunden, weil Klarheit und Offenheit kaum möglich sind. Und tatsächlich bestimmen weniger Emotionen die Diskussion, als die Angst vor klaren Positionen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Anregungen und Kritik von einer Mehrzahl politisch Verantwortlicher als Überforderung wahrgenommen werden. Denn die Idee eines Gemeinwesens kann sich nunmal nicht entfalten, wenn Einzelinteressen im Vordergrund stehen. Es wird sich zeigen auf welcher Grundlage die Bürger in einem Monat entscheiden werden. Wie der Bau eines Vollsortimenters in meinem Kindheitsdorf und die Flüchtlingssituation nun zusammenhängen? Einige Beispiel von Vielen: Die völlige Überschuldung ärmster Länder sorgt dafür, dass sie kaum mehr in Landwirtschaft anlegen können. Ihr Geld landet bei den Gläubigerbanken. Letztes Jahr kauften Konzerne mit Unterstützung der Weltbank 41 Millionen Hektar Ackerfläche in Schwarzafrika. Statt sozial verantwortlich zu investieren, vertreiben sie die Bauern und bauen Blumen und Lebensmittel an, die sie in Länder mit hoher Kaufkraft, wie Deutschland, exportieren und in Vollsortimentern anbieten. Kommunen fordern einen Flüchtlingsstop. Einen Stop für Lebensmittel und Blumen aus Schwarzafrika etwa fordern sie nicht. Obschon wir längst im Überfluss leben. Wirtschaftsflüchtlinge sind unerwünscht, anders noch als in den 70er Jahren, als sie zum Aufbau der Wirtschaft Deutschlands willkommen waren und zum Beispiel unsere Schulen und Häuser gebaut haben. Die Krise ist insofern selbstverantwortet und ist daher grundlegend keine Krise, sondern bietet die Möglichkeit für Ausgleich zu sorgen. Nach Integration zu rufen, mutet vor diesem Hintergrund nahezu wahnsinnig an. Was es brauch, ist vielmehr Synchronisation, im Sinne der Balance. Jemanden zur Integration zu rufen, bedeutet die eigene Machtposition auszuleben, es ist ein egozentriertes Weltbild. Synchronisation bedeutet, keiner ist mehr als der andere. Es geht um pure Vielfalt und ein lebendiges Wir, das niemanden ausschließt. Eine alte, indianische Prophezeiung erzählt von einer Zeit, in der der Schöpfer die in die vier Himmelsrichtungen zerstreuten Menschen wieder zusammenführt, damit sie erkennen, dass sie und alle Bewohner der Erde eine Familie sind. Es ist offensichtlich, dass wir in dieser Zeit leben. Denn die globale Gesellschaft ist auf eine Weise Ausdruck jener alten Stammessysteme, die in Frieden und in Anbindung an die Natur lebten. Frieden bedeutet allerdings nicht, dass wir verstummen, sondern miteinander sprechen und uns zuhören können. Um Harmonie zu erlangen, brauch es in erster Linie Menschen, die sich als Menschen erkennen und nicht als vermutete Widersacher. Eine synchrone Frequenz bedeutet also, dass das Prinzip von Vielfalt verstanden wird. Die Natur, wie sie etwa das Elmpter Bachtal zum Ausdruck bringt, macht uns dieses Prinzip vor. Auf diese Frequenz dürfen wir uns einstellen, wenn wir möchten. Schließlich sind wir nicht mehr und nicht weniger als ein Teil der Natur. Die Frage, was jede und jeder für sich brauch, entscheidet jede und jeder für sich selbst. Am Ende steht die Kraft der Liebe. Elmpt, 3.11.2015, Sebastian Polmans
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