Atualização do abaixo-assinadoSchützen Sie die Vielfalt unserer Natur. Untersagen Sie den Bau eines EDEKA-Vollsortimenters im Landschaftsschutzgebiet "Elmpter Bachtal"!Offener Brief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Elmpter Edeka-Marktes

Sebastian PolmansAlemanha
17 de abr. de 2015
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Elmpter Edeka-Marktes,
mein Name ist Sebastian Polmans und es bereitet mir in diesen Tagen zuweilen ein wenig Sorge, wenn ich beobachte, welche Ausmaße die Diskussion um einen Vollsortimenter an der M’gladbacher Straße annimmt.
Ich habe vor einigen Wochen eine Online-Petition zum Erhalt des Bachtals geschaltet. Diese Petition ist an Bürgermeister Herbert Winzen und Investor Gerd Sluiters gerichtet. Im Vorfeld habe ich über ein Jahr lang Einladungen zu offenen Gesprächen und einige Briefe und Mails an Verwaltung und Rat gesandt - mit größtmöglichem Respekt formuliert. All dies wurde bis auf Reaktionen von sehr wenigen Ratsmitgliedern konsequent ignoriert. Also entschied ich mich zu einer Petition.
Aus Gesprächen erfuhr ich nun, dass meine Art des Protests nunmehr als Angriff verstanden wird, etwa auf die Person des Bürgermeisters oder auf Sie, als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Elmpter Edeka-Marktes. Wir dürfen uns erinnern: Eine Petition ist grundlegend Ausdruck von Demokratie im Sinne freier Meinungsäußerung und damit einer Politik des Gemeinwesens (vgl. Art. 5 und Art. 17 des Grundgesetzes).
Meine Petition zum Erhalt des Bachtals ist hierbei grundlegend Ausdruck meiner Liebe zur Erde, mit allem, was ist. Dazu gehören Sie, ebenso wie Investor, Gerd Sluiters, Bürgermeister, Herbert Winzen, sowie die Tiere und Pflanzen, etwa die im Elmpter Bachtal.
Ich bin Kunde bei Ihnen und schätze die Freundlichkeit. Sie verkaufen mir ein paar Dinge, die ich und meine Familie zum Leben brauchen. Für Ihre Arbeit und Mühe möchte ich Ihnen auf diesem Wege danken.
Sie bitten derzeit mit einer Liste in Ihrem Geschäft um Unterstützung für den Erhalt Ihrer Arbeitsplätze, indem Sie Ihre Kunden fragen, ob Sie sich ein größeres Sortiment wünschen. Das ist verständlich. Denn Ihre jetzigen Arbeitsplätze wären bedroht, würde Edeka aus Elmpt verschwinden. Die grundlegende Frage sollten wir allerdings nicht aus den Augen verlieren: Nämlich ob wir als Dorfgemeinschaft einen Vollsortimenter im geplanten Ausmaß an einem Standort brauchen mit risikoreicher Verkehrsführung und schützenswerter Natur?
Der Ursprung der jetzigen Situation liegt aus meiner persönlichen Sicht darin, dass in erster Linie wirtschaftliche Interessen eines Investors sich durchsetzen wollen, und zwar möglichst viele Kundenströme von außerhalb, etwa den Niederlanden, zu erreichen. Derlei Überlegungen sind gewiss ganz normal im Berufsfeld eines Investors. Eine Frage bleibt trotzdem: Was hat all das für Konsequenzen?
Mich stimmt’s nachdenklich, wenn schützenswerte Natur gefährdet wird und viele ältere Menschen aus Elmpt, wie meine beiden Omas, Ihren Markt nicht mehr zu Fuß oder per Rad aufsuchen können, weil die Verkehrslage zu gefährlich ist.
Egal welchen Standpunkt wir zum Thema haben mögen. Ein entscheidendes Angebot, dass Gerd Sluiters uns in Elmpt als Menschengemeinschaft macht, bietet eine enorme Chance: Nämlich dass wir über uns selbst als Gemeinde nachdenken können – etwa über Strukturen in Rat und Verwaltung – und über das, was wir brauchen – etwa ob das Interesse eines Investors sich unseren Interessen als Gemeinschaft annähert oder ob es das nicht tut?
Es handelt sich bei meinem Protest gleichermaßen lediglich um ein Angebot. Nämlich die Art und Weise wie wir mit unserem Heimatplaneten umgehen und untereinander zu reflektieren. Beginnen kann jede und jeder für sich damit am ehesten bei sich selbst und mit den Menschen, mit denen sie und er zusammenlebt.
Seien Sie gewiss, dass ich jegliche Entscheidung, die der Gemeinderat demnächst in einer Abstimmung zu treffen hat, akzeptieren werde und Ihnen und Ihren Familien sowie allen an diesem Entscheidungsprozess Beteiligten von Herzen alles Gute wünsche.
Wir alle können nur das tun, was wir können. Wir können dabei ehrlich sein und unehrlich. Wir können dabei mutig sein und ängstlich. Wir können uns dabei gegenseitig zuhören oder nicht. Wir können uns entscheiden, wie wir uns verhalten möchten. Egal, wie wir sind und wie wir aussehen. Die liebe Göttin und der liebe Gott haben alle ihre Kinder lieb.
Uns allen wünsche ich Klarheit, Respekt und Menschlichkeit für den weiteren Verlauf dieses Entscheidungsprozesses.
Mit freundlichen Grüßen,
Sebastian Polmans
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