#truediskriminierung und sonst nichts. Nehmt true fruits aus Eurem Sortiment.

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 50.000.


Diese Petition richtet sich an die Handelspartner_innen und Verkaufsorte, die auf der Website des Unternehmens true fruits benannt werden und die am Ende des Textes aufgelistet sind. An die jeweils verantwortlichen Personen ist dieser offene Brief adressiert, mit dem Appell bezüglich der diskriminierenden Marketingstrategie von true fruits Haltung zu zeigen und die Produkte aus dem Sortiment zu nehmen.

Sehr geehrte Verantwortliche,

sicherlich ist Ihnen nicht entgangen, dass true fruits auf Grund von diskriminierendem Marketing schon seit Jahren regelmäßig in der Kritik steht. Das Marketingkonzept basiert auf der Herabwürdigung und rassistischen, sexistischen, behinderten- und frauenfeindlichen sowie lookistischen und heteronormativen Diskriminierung von marginalisierten Menschengruppen. Unter dem vermeintlichen Deckmantel des „Humors“ und der Intention „provokant“ zu sein werden diese ohnehin schon gesellschaftlich benachteiligten Menschengruppen schamlos zur reinen Gewinnsteigerung instrumentalisiert.

Im Folgenden finden Sie eine Auswahl der Texte, die true fruits auf ihre Flaschen druckt und die in den genannten Unternehmen erhältlich waren oder sind. Teilweise waren/sind besagte Slogans nicht auf die Flaschen selbst gedruckt, wurden aber als Werbeslogans von true fruits veröffentlicht. Die Diskriminierungen ergeben sich demnach nicht rein aus den vertriebenen Produkten, sondern entstehen teilweise erst im Kontext der Vermarktung.

“autistische Liebe zum Detail” (Ableismus/ Behindertenfeindlichkeit)

“Abgefüllt und mitgenommen” (Verherrlichung und Verharmlosung von sexueller Gewalt)

“Du Mango” (Ableismus/ Behindertenfeindlichkeit, da Bezug zur Beleidigung „Mongo“)

“Schafft es selten über die Grenze” (Werbeslogan zu einer schwarzen Flasche/ Rassismus)

“Quotenschwarzer” (Werbeslogan zu einer schwarzen Flasche/Rassismus)

Schwarze Flaschen beworben mit dem Spruch “Unser Quotenschwarzer” sind nicht etwa Humor oder Sarkasmus, wie true fruits behauptet. Es ist Rassismus. Obwohl das Vorhandensein von rassistischen Machtstrukturen wissenschaftlich belegt ist, behauptet true fruits auf Kritik hin, dass “dieser nur in Köpfen der Kritiker_innen existieren würde”. 

True fruits bezeichnet in einem aktuellen Posting auf ihren Social Media Kanälen alle Menschen, die sich diskriminiert fühlen, als zu “dumm” und zu „humorbehindert“ um den “Humor” zu verstehen und handelt damit nicht nur diskriminierend und verachtend, sondern auch ableistisch (behindertenfeindlich)

Darüber hinaus verherrlicht true fruits sexuelle Gewalt und agiert frauenfeindlich, in dem das Unternehmen eine Flasche mit dem Spruch “abgefüllt und mitgenommen” bewirbt. Auch Werbesprüche wie “Mein erstes Ma(h)l mit zwölf“ sind höchst problematisch und tragen zur Normalisierung sexueller Gewalt gegenüber Minderjährigen bei. Ebenso agiert das Unternehmen fettfeindlich, diskriminiert und reduziert Menschen auf Grund ihres Aussehens mit Sprüchen wie ”Fett bist du geworden”. Es wird ein weißes, normatives Schönheitsbild idealiesiert, das nicht der diversen und pluralen Realität der Gesellschaft entspricht.

Weitere Beispiele finden sich auf www.true-fruits.com der offiziellen Webseite des Unternehmens.

Am Donnerstag den 14.02.2019 hat true fruits dazu ein Statement veröffentlicht. In diesem Statement schreibt true fruits: “Wir finden Rassismus genauso zum Kotzen, wie alle Formen der Diskriminierung.”, obwohl die Texte des Unternehmens für sich sprechen. Gleichzeitig verweigert true fruits jegliche Form der Einsicht sowie eine Entschuldigung bei den marginalisierten Gruppen. True fruits bekennt weiterhin, dass sie “auch zukünftig Werbung betreiben werden, die ein gewisses Maß an Intelligenz und Humor voraussetzen”. Personen würden auch in Zukunft immer wieder “auf diese Art der Kommunikation” stoßen. Diskriminierung hat nur eine Kommunikationsform. Diskriminierung entsteht nicht, wie true fruits behauptet, in den Köpfen von Menschen, sondern durch Kommunikation. Unter anderem entsteht Diskriminierung und wird dadurch gefördert, in dem sich Menschengruppen (z.B. Firmen) Begriffen mit bestimmten Assoziationen bedienen, deren unterschwellige Botschaft sie leugnen. Die Person, die nach einem Filmriss vergewaltigt wurde, sieht in dem Spruch “abgefüllt und mitgenommen” nicht die Gelegenheit, die Flasche wiederzuverwenden, sondern wird im Supermarkt an das schrecklichste Ereignis ihres Lebens erinnert. Der Alltag von nicht weißen Menschen, Geflüchteten und weiteren marginalisierten Gruppen ist weißer Textdruck auf einer bunten Obst- und Gemüseflasche.

Als ein Unternehmen mit großer medialer und öffentlicher Reichweite trägt true fruits soziale Verantwortung. Gerade in Zeiten einer politischen Polarisierung der Gesellschaft und erstarkenden rechten Strömungen, ist das Agieren von true fruits besonders gefährlich. Es darf nicht die Verantwortung und Aufgabe der Konsument*innen sein, die Werbung zu analysieren. Zumal nicht jede*r das Hintergrundwissen und die Ressourcen hat, um dies zu können. Dadurch bleibt es für viele Menschen bei der ersten plakativen Ebene und Botschaft. Aus werbepsychologischer Perspektive trägt true fruits zur Normalisierung von Diskriminierung durch Manifestierung dieser Botschaften in den Köpfen vieler Menschen bei.

Auch Sie als Handelspartner*innen von true fruits tragen in diesem Zusammenhang eine große Verantwortung.

True fruits hat zu diesem Sachverhalt am Donnerstag klar Stellung bezogen. Nun sind Sie an der Reihe. Geben Sie dem Hass und der Diskriminierung keinen Platz.

Nehmen Sie true fruits aus dem Sortiment und setzen Sie ein Zeichen gegen Diskriminierung. Zeigen Sie, dass jeder Mensch bei Ihnen willkommen ist.

Alternativ muss eine klare, ernst gemeinte Entschuldigung von true fruits an die marginalisierten und betroffenen Menschengruppen erfolgen sowie eine dauerhafte, diskriminierungsfreie Änderung der Kampagnenstrategie des Unternehmens.

Weitere Updates auf Twitter:

#tfruitspetition

#truediskriminierung

Anfragen bitte an: truediskriminierung@posteo.de

Verkaufsstellen von true fruits:

In Deutschland: aktiv irma, Aral, CITTI, Edeka, Selgros, Feneberg, Globus, Hamberger, Handelshof, Hit, Karstadt, Galeria Kaufhof, Kaufland, Konsum Madgeburg, Metro, mymuesli, Tank & Rast, tegut, real, Rewe, Sky Supermarkt, Mensen der Studierendenwerke Stuttgart, Köln, Bonn und Düsseldorf, V-Markt, Wasgau, wez, familia, Combi, Markant und Jibi Markt.

In Österreich: ADEG markt Zubcic in Hörbranz, Billa, Cafesita, TransGourmet, Fruchthof, hörtnagl, Julius Meinl, Merkur, Metro, Flatz, Waltner, Mensa, Riedmann, Hubmann, Ullmanns, der Grissemann, Reisinger, IN interspar, Spar, Feinkost Bleykolm, maximarkt. Ebner’s Greißelei in Lensdorf, Parndorf, Meistergebäck, Begle, Kaufhaus Loder, Waldi’s und Riedhart’s Markthalle.

In der Schweiz: Globus, Prodega Growa, TransGourmet, spar & spar express, Forster, TopCC, MisterSmoothie und MundoAG.

PS: Es gingen inzwischen zahlreiche Nachrichten mit dem Hinweis auf eine falsche Information bezüglich REWE ein.  An dieser Stelle soll daher richtig gestellt werden, dass es eine Verwechslung von dieser Petition mit dieser Petition gab, in der ein alter Artikel bzgl. REWE aus 2017 verlinkt ist. In der Petition #truediskriminierung wird nicht erwähnt, dass REWE true fruits Produkte bereits aus dem Sortiment genommen hätte. Deshalb hist diese Kampagne unter anderem auch an REWE adressiert, da true fruits Produkte dort weiterhin erhältlich sind.

 

Aktuelle Presseartikel zum Thema:

https://wienerin.at/fail-der-woche-true-fruits-ist-wieder-sexistisch-und-diesmal-reicht-es-dem-internet

https://www.vice.com/de/article/j5yqk4/das-kannst-du-tun-um-diskriminierende-werbung-zu-bekampfen

https://kurier.at/leben/aufregung-um-provokante-true-fruits-werbekampagne-der-trump-unter-den-smoothies/400579919

https://www.noz.de/deutschland-welt/vermischtes/artikel/1843939/true-fruits-sexistische-werbung-mit-penis-sorgt-fuer-aerger

https://www.wn.de/Specials/Netzteile/3663712-Rassismus-und-Sexismusvorwuerfe-Kritiker-starten-Petition-gegen-True-Fruits

https://www.morgenpost.de/wirtschaft/article216479081/True-Fruits-Petition-fordert-Aus-fuer-Smoothies-bei-Rewe-und-Co.html

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1112930.true-fruits-fruechte-des-zorns.html

https://www.welt.de/wirtschaft/article189152189/True-Fruits-Rassismusvorwuerfe-Petition-gegen-Smoothie-Hersteller.html

https://sz-magazin.sueddeutsche.de/kino/monster-morde-marketing-86857

https://de.nachrichten.yahoo.com/der-smoothiehersteller-true-fruits-und-sein-destruktiver-umgang-mit-kritik-101419623.html

https://detektor.fm/wirtschaft/provokante-werbung-von-true-fruits

https://noizz.de/meinung/true-fruits-die-kritik-an-der-smoothie-marke-ist-gerechtfertigt/cs36rce

https://www.waz.de/wirtschaft/true-fruits-wehrt-sich-gegen-rassismus-vorwuerfe-im-netz-id216479081.html

https://www.t-online.de/finanzen/boerse/news/id_85274240/so-geht-true-fruits-mit-rassismus-vorwuerfen-um.html

http://www.taz.de/!5570884/

https://www.vice.com/de/article/7xn4pa/die-instagram-werbung-von-true-fruits-steht-fur-alles-was-man-auf-social-media-falsch-machen-kann

https://utopia.de/true-fruits-rasssismus-127062/