Wir fordern den Rücktritt von LR Tilg und LSD Katzgraber

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DI Dr. Bernhard Tilg zeigt dieser Tage, dass er seiner Verantwortung als Tiroler Gesundheitslandesrat nicht ausreichend nachkommen kann. Auch Landessanitätsdirektor Dr. Franz Katzgraber scheint die Situation gründlich falsch einzuschätzen. Sie beide sind der riesigen Aufgabe in Zeiten dieser Pandemie augenscheinlich nicht gewachsen. Deshalb muss sofort eine Neubesetzung dieser Ämter stattfinden, damit diese Krise überhaupt bewältigt werden kann. Es wurden zu viele Fehler gemacht und zu wenig Einsicht gezeigt. Wer Kritik ignoriert, wird dieselben Fehler immer wieder machen.


Deshalb fordern wir den Rücktritt, notfalls die Abberufung von LR Tilg und LSD Katzgraber.


Erklärung:

Das Land Tirol galt international schon sehr früh als innereuropäischer "Hotspot" in der Verbreitung des SARS-COV-2. Die Landesregierung, allen voran Herr Tilg, wird jedoch nicht müde zu betonen, wie richtig die Behörden - und damit auch er selbst - zu jedem Zeitpunkt gehandelt hätten. Man habe das Menschenmögliche getan, um das Virus einzudämmen. Entsprechende Maßnahmen ließen jedoch lange auf sich warten. Man musste schließlich Rücksicht auf die Tourismusbranche der Region nehmen, die durch zu drastische Maßnahmen natürlich Umsatzeinbußen verzeichnet hätte. Man hat das Virus vielerorts unterschätzt, aber in Tirol gingen zudem noch Wirtschaftsinteressen vor Gesundheit. Am 5. März gab LSD Katzgraber noch per Aussendung bekannt, es erscheine "aus medizinischer Sicht wenig wahrscheinlich, dass es in Tirol zu Ansteckungen gekommen ist". Eine fachliche Auskunft darüber, worauf sich diese Annahme stützte, blieb er schuldig.


Fakt ist, dass rund 10 Tage vor Ergreifung erster Maßnahmen in Tirol nordeuropäische Länder wie z.B. Island, Norwegen, Dänemark etc. den Ort Ischgl bereits als sogenannten Hotspot bezeichneten, aufgrund der Rückkehr infizierter Touristen. Die Namen der erkrankten Personen aus Island wurden der Tiroler Landesregierung durch isländische Behörden bereits am 5. März mitgeteilt. Man musste daraufhin 10 Tage "prüfen", bis endlich erste Maßnahmen absehbar waren. Am 8. März bereits gaben norwegische Behörden bekannt, dass sich etwa 500 Rückkehrer*innen aus Tirol infiziert hatten. Und trotzdem verkündete die Landessanitätsdirektion erneut, dass es "aus medizinischer Sicht unwahrscheinlich" sei, dass man sich in besagter Bar in Ischgl von dem positiv getesteten Barkeeper anstecken hätte können. Ein schlechter Witz, schließlich waren Virulenz und Übertragungswege dieses Virus bereits hinlänglich bekannt. Man könnte erwarten, dass eine Landessanitätsdirektion weiß, was das Wort "Tröpfcheninfektion" bedeutet.


Nachdem letztlich Tage später doch über 5 Orte in Tirol Quarantäne verhängt wurde, durften Tourist*innen weiterhin von dort ausreisen mit der Anweisung, das Land auf direktem Weg zu verlassen. Dass viele hundert Tourist*innen jedoch auf ihren Rückflug von Innsbruck warteten und absehbar war, dass diese das Land nicht direkt verlassen würden, nahm die Regierung in Kauf und half sogar bei der Verteilung auf diverse Hotels in ganz Tirol, wie nun bekannt wurde. Die Verantwortung bei den Tourist*innen zu suchen zeugt überdies von schändlich vernachlässigtem Verantwortungsbewusstsein der Landesregierung. Die Menschen hätten das Quarantänegebiet nie verlassen dürfen.


Einsicht über gemachte Fehler wurde lange nicht gezeigt, jeder Vorwurf prallte argumentationslos ab. Mittlerweile räumt LH Platter sehr vorsichtig und leise ein, dass man aus eventuellen Unstimmigkeiten gelernt hätte. Und das auch nur, so scheint es, weil es durch ausführliche Recherchen diverser Medien und durch die öffentlichen Auftritte des Herrn Landesrat Tilg zu innerparteilichen Turbulenzen gekommen sein dürfte. Neue Informationen, dass Seilbahnbetreiber und Touristiker wesentlichen Einfluss auf die Verzögerung gehabt haben könnten, bergen ebenfalls gewaltigen Zündstoff. Der öffentliche Druck wächst dadurch jedenfalls, nun ist man von Seiten der Landesregierung natürlich um Schlichtung bemüht.


Es sei nicht die Zeit für Kritik, heißt es. Genau jetzt ist die Zeit. Welches Signal sendet die Landesregierung in dieser Ausnahmesituation, wenn der Öffentlichkeit bekannte Fakten verleugnet, verharmlost und ignoriert werden? Ein fatales Signal, zweifellos. Jetzt ist die Zeit, die richtigen Konsequenzen aus den gemachten Fehlern zu ziehen, um das Vertrauen der Bevölkerung wiederherzustellen und das Gesundheitssystem vor dem Kollaps zu bewahren.


Es geht hier nicht darum, Schuldige für irgendetwas zu suchen, denn Schuld hat daran niemand. Das ist aber nicht die Zeit, in der auf persönliche Befindlichkeiten von Politikern Rücksicht genommen werden soll, bei allem Respekt. Es geht hier darum, dass hochrelevante Ämter nun endlich erwartungsgemäß funktionieren und mit professioneller Expertise ausgeführt werden. Das ohnehin strapazierte Gesundheitssystem in Tirol verlangt danach!


Weiterführende Informationen finden Sie hier:

Kommentar: Corona-Krise: Das Ende des Systems Tirol

Kommentar: Coronavirus: Krisenmanagement auf Tiroler Art

Kommentar: Corona-Krise in Tirol: Fehler machen ist kein Versagen

Artikel: Après-Ski mit bösem Erwachen in den tiroler Bergen

Artikel: SMS-Verkehr bringt tiroler Seilbahner und Touristiker unter Druck

Artikel: Tiroler Behörden halfen, Touristen aus Quarantänegebieten zu verteilen

Artikel: Franz Katzgraber, der Hüter der Gesundheit Tirols, steht in der Kritik

Artikel: "Alles richtig gemacht": Tiroler Gesundheitslandesrat Tilg in der "ZiB 2"

Video: Ärzte in Tirol kritisieren Behörden

Video: Interview mit LR Tilg in der ZIB2

Blog: dietiwag.org

[Dieser Text wird von mir laufend überarbeitet. Frühere Versionen waren durchaus emotional beladen und konnten unter Umständen beleidigend aufgefasst werden, was selbstverständlich nicht sachdienlich ist und zu keiner Zeit beabsichtigt war.]