Schon wieder soll es einem Poelzig-Bau an den Kragen gehen!


Die Albert-Schweitzer-Kirche in Berlin-Reinickendorf, 1966–69 vom Architekten Peter Poelzig in Stahlbeton und mit einer kühnen Dachkonstruktion aus kupferbedeckten Schalen entworfen, wurde am 26. April 2026 entwidmet und soll abgerissen werden. Im Sinne des zirkulären Bauens sollen Teile der Kirche zwar in einem Nebengebäude der Versöhnungs-Kapelle an der Bernauer Straße wiederverwendet werden. Trotz dieser Bemühungen: Für die Initiative Haus Marlene Poelzig ist der Abriss und Verlust dieses hochwertigen Gebäudes erschreckend und nicht nachvollziehbar. Mal wieder geht ein Gebäude mit hohem baukulturellen wie Ressourcenwert verloren: Die Kirche steht für unzählige erhaltenswerter Gebäude, die Identität, Kulturgeschichte und wertvolle Energie beinhalten und unaufhörlich abgerissen werden – im Schnitt sind es etwa 14.000 Gebäude pro Jahr (wobei die Dunkelziffer vermutlich noch viel höher ist, da in weiten Teilen Deutschlands keine Abrissgenehmigung erforderlich ist – auch für diese Kirche nicht). Zweimal war der mögliche Denkmalwert der Kirche betrachtet worden; eine Eintragung in die Berliner Denkmalliste erfolgte nicht - u.a. wegen einer vermeintlich „nur durchschnittlichen Gestaltung“ und sanierungsbedingter Veränderungen (z.B. der Fenster). Immerhin: Aktuell werden vier andere Kirchenbauten in Berlin unter Schutz gestellt. Der Architekt Peter Poelzig (1906-81) ist der Sohn von Marlene Poelzigs Mann Hans aus erster Ehe. Zu seinen Werken gehört u.a. das Klinikum am Urban in Berlin Kreuzberg.
Wir setzen uns weiter für einen Paradigmenwechsel ein und werben dafür, Erhalt, Umbau und Nachnutzung zum Normalfall zu machen und Abrisse nur in ausgesprochenen und gut begründeten Ausnahmefällen zuzulassen.