Stoppt Wildtierhaltung in Mönchengladbachs "Streichelzoos"!

Das Problem

Tiger in Streichelzoos für Kinder?                                                                      Dass das im Jahr 2023 noch Realität ist, habe auch ich bis vor wenigen Wochen nicht erwartet.

Als ich an einem Wochenende durch die Straßen von Mönchengladbach lief, fielen mir plötzlich immer und immer wieder die knallgrünen Plakate ins Auge, die kleine Kinder auf einer Wiese zeigen. Hatte ich sie mir einmal angeschaut, sah ich sie plötzlich an jeder Ecke und wurde natürlich neugierig, wobei es sich bei „Melody´s Kinderparadies“ handelt. Ich erwartete eine Art Kinderspielplatz, doch als ich genauer hinschaute, erkannte ich, dass auf diesen Plakaten (Wild-)Tiere abgebildet waren, war verwundert und suchte jeglichen Zusammenhang.

Als ich nach kurzer Recherche herausfinden konnte, dass in dem sogenannten „Streichelzoo“, der aktuell in der Breitenbachstraße in Mönchengladbach residiert, wirklich Tiger und andere Tiere zu finden sein sollen, war ich fassungslos.                                                     Auch wenn ich diese Sache absolut nicht unterstützen möchte, bin ich daraufhin selbst hingefahren, um mir ein Bild der Situation machen zu können. Der Glaube an das Gute im Menschen brachte mich dazu, zu denken, dass ich übertreibe oder die Problematik überschätze, doch leider wurde ich enttäuscht, denn schon alleine schon das Gefühl, dass ich hatte, als ich über das Gelände hinter dem Gladbacher Bahnhof lief, war bedrückend und beänstigend. Einfach unschön.

Verarbeiten kann ich das bis heute nicht und ich kann nicht verstehen, wie unsere Stadt gerade heutzutage, wo Themen wie Umwelt- und Tierschutz so wichtig sind und auch sein sollten, solche Lebensbedingungen für diese Tiere noch dulden kann.

Wenn man sich einmal die Kurzfassung der Gründe, die gegen Wildtiere in derartigen Entertainment Institutionen sprechen, anschaut, wird meiner Meinung nach schnell deutlich, dass es sich hierbei um Tierquälerei aufgrund menschlicher Habgier handelt.

1.Das ständige Wechseln des Standorts sorgt für immensen Stress bei den Wildtieren.                                                                                                      2.Psychisches Leid und Verhaltensstörungen sind nicht selten bei Wildtieren in Gefangenschaft, wobei sogenannte Stereotypische Verhaltensmuster oft Indikatoren für Stress und Unwohl sein sind.                                                          3. Vermittlung falscher Bilder und Fakten durch das Präsentieren von Wildtieren in einer absolut unnatürlichen Umgebung und dem darauf basierendem unnatürlichem Verhalten.                                                                                   4.Die Richtlinien für die Haltung bei Wildtieren werden oft nicht, oder können oft nicht eingehalten werden.

Im Folgenden werde ich Ihnen noch einmal genauer erklären, welche Problematik hinter Streichelzoos dieser Art steckt und beziehe mich dabei hauptsächlich auf die Haltung der Tiger, die da das größte Problem darstellt. Ich bitte Sie darum, durch Ihre Unterschrift dieser Petition das Vorgehen gegen diese Tierquälerei voranzutreiben.

Zunächst einmal sollte man sich fragen, wie Wanderzirkusse dieser Art als Streichelzoo angemeldet werden können.                                                                In einem Streichelzoo sollte es keinen Platz für wilde Tiere wie Tiger o.Ä. geben, denn die Natur dieser ist darauf nicht ausgerichtet. Unabhängig davon, dass ich keine Angabe machen kann, ob man wirklich die Möglichkeit bekommt, die Tiger zu streicheln (was ich nicht hoffe), ist es gefährlich und vor allem das Wohl der Tiger wird absolut außer Acht gelassen. Möchte man nun anführen, die Tiger seien „Menschen gewöhnt“, von „Menschenhand aufgezogen“ oder „handzahm“, so stellt sich die Frage „Warum?“. Dass das nicht die Natur einer Raubkatze ist, brauche ich glaube ich nicht weiter zu erläutern.                                                 

Um Raubkatzen an den Menschen zu gewöhnen, muss man sie im „besten Falle“ so früh wie möglich der Mutter entziehen und mit der Flasche aufziehen. Erlaubt ist das in Deutschland nur, wenn die Mutter die Jungen verstößt oder nicht in der Lage ist sie aufzuziehen. Außerdem darf mit Tieren, die offensichtlich einen Fehler aufweisen, nicht weiter gezüchtet werden; das bedeutet: verstößt die Mutter die Jungen einmal, sollte man sie, um sie zu retten, von Hand aufziehen. Passiert das mehrmals, ist das Züchten zu unterlassen.                                                    Oftmals jedoch züchten Zoos entweder mit verstörten Tieren oder entreißen die Jungen der Mutter, verkaufen die „handzahmen“ Tiere für viel Geld oder stellen sie zur Schau. Beides passiert aufgrund der Habgier dieser Menschen und ist keineswegs vertretbar. Durch den Kauf oder die Zucht eines zahmen Tigers wird dies nur weiter unterstützt.                                                                                          Der Inhaber des oben genannten „Kinderparadieses“ gibt selbst an, die Tiere über mehrere Generationen selber gezüchtet, bzw. aus dem Ausland erworben zu haben. Gerettet hat er die Tiger also wohl nicht, und da wird er nicht der einzige sein.

Neben der Haltung der Tiger, die alleine schon problematisch genug ist, ist das Dasein der Wanderzirkusse mit dauerhaftem Rumreisen und ständigem Niederlassen an neuen Orten purer Stress für die Tiere. Die unter Stress und teilweise auf Futterentzug eingeübten Dressuren bedeuten Zwang, die neue Umgebung, die die Tiere nach spätestens einem Monat erwartet, heißt Dauerstress, denn Tiger kennen ihr Revier in freier Wildbahn sehr gut, und der Transport in engen Wagons versetzt die Tiere in Todesangst.                               Man mag anführen, die Tiere „seien es gewohnt“, aber ist das eine Rechtfertigung? Können wir den Tieren in so einem Ausmaß Unrecht tun, nur um Geld zu verdienen oder den Menschen zu entertainen? Ich sage ganz klar NEIN!

Das Ausmaß der Folgen, die diese Qual auf die Tiere hat, kann man schon bei einem einfachen Besuch in einem dieser Zirkusse erkennen. Auch ich fand bei meinem Besuch in Melody´s Kinderparadies Tiger mit stereotypischem Verhalten vor.                                                                                                     Diese repetitiven Verhaltensmuster entstehen durch eine Störung des natürlichen Daseins der Tiere und sind Indikatoren für psychische Probleme. Ganz oft findet man Tiger, die ständig auf der gleichen Route auf und ab laufen („Pacing“). Sie sind frustriert und fangen oftmals sogar an kleinere Tiere oder auch Kinder anzuvisieren. Der Bengaltiger Filou, den ich in Mönchengladbach sehen konnte, zeigte dieses Verhalten leider sehr eindeutig. Und auch sonst sieht man dies in Zoos sehr oft. Das ist nicht normal.

Daraus kann man schließen, dass die hauptsächlich sehr jungen Besucher des „Streichelzoos“ durch die Schaustellung ein falsches Bild der Tiere zu Gesicht bekommen. Sowohl der Lebensraum, die Nahrungsbeschaffung, die durch die als Show aufgezogene Tigerfütterung repräsentiert werden soll, als auch das Verhalten der Tiger untereinander sind nicht real. Einen wirklichen Mehrwert, außer ein Kind, dass sich nun ein Tigerbaby als Haustier wünscht, haben diese Shows und Zirkusse also nicht. Das ist es doch nicht wert!

Abgesehen von der Gefahr, die diese Tiere doch irgendwann sein können, den moralischen Werten, die man mit der Unterstützung der Shows vertritt, dem falschen Bild, dass der Besucher bekommt und den psychischen Problemen, die auf die Tiere zu kommt, ist auch die rechtliche Lage ziemlich fraglich;                durch eine Gesetzeslücke ist das private Halten von exotischen Tieren in NRW erlaubt. Nur Tiere, die unter Artenschutz stehen, müssen überhaupt gemeldet werden, und dabei bleibt es dann leider auch. Dass es somit einfach ist, durch den illegalen Handel vor allem im Ausland Tiere zu erwerben und womöglich mit diesen auch noch, wie oben beschrieben, auf Kosten der Tiere zu züchten, ist schlimm.                                                                                                                      Meiner Meinung nach sollte es hier schon deutlich mehr Auflagen geben, die den Bereich der Leute, die berechtigt sind solche Tiere zu halten, bis aufs Nötigste einschränken, denn diese Lücke macht die Streichel- und Wanderzoos erst möglich. Da anzusetzen wäre definitiv ein längerfristiges Ziel.                               Im Hinblick auf die Tiger gibt es in Nordrhein-Westfalen Mindestanforderungen an die Größe der Gehege der LANUV. Die Anforderungen für ein Innengehege belaufen sich auf 25qm für ein Individuum und 4qm mehr für jedes Weitere. Bei Außengehegen sind 40qm und für jeden weiteren Tiger 10qm gefordert. Nach meinem Besuch in einem der Wanderzirkusse, muss ich vermuten, dass zumindest in diesem spezifischen Fall diese Richtlinien nicht eingehalten worden sind.                                                                                                                        Ich konnte sechs Tiger vorfinden, die zum Teil in kleinen Zwingern eingeschlossen waren, die jeweils eine Fläche von schätzungsweise 4qm haben. Ein Teil der Tiere konnte diese nach meiner Ansicht nicht verlassen und den kleinen Außenbereich nicht betreten. Vermutlich deswegen wies auch dort ein weiterer Tiger ein stereotypisches Verhaltensmuster auf, er lief ständig an den Gitterstäben hin und her und wirkte unzufrieden.                                                      Viel sozialen Kontakt schien er, zumindest bei meinem Besuch, nicht zu haben.

Warum hier nicht schon längst ein Hebel vorgeschoben wurde, weiß ich nicht. Man kann nur vermuten, dass sich, aufgrund der fehlenden Regelungen, kein Zuständiger für dieses Problem finden lässt. Außerdem geht es ja „nur“ um das Tierwohl. Da kann man ja sicherlich mal beide Augen zudrücken…

Tatsächlich gab es schon Konflikte mit dem besagten „Streichelzoo“. Die Stadt Neuss, dort sollte der Schaustellerbetrieb zuerst residieren, entzog die Nutzungserlaubnis für den Kirmesplatz in Reuschenburg, da die Wildtiere (Tiger, Kamele) vom Betreiber verschwiegen worden waren. Eine gerichtliche Entscheidung gibt es hierzu aber nicht.                                                                      In Mönchengladbach findet es nun auf privatem Gelände statt. Laut Angaben der Rheinischen Post habe der Inhaber der freien Fläche, die dafür genutzt wird, jedoch angegeben, keine Wildtiere zu dulden. Ausgestellt sind sie offenbar trotzdem.                                                                                                                  Auch das Veterinäramt ist informiert, Handlungen scheinen aber nicht zu folgen, vielmehr, so heißt es, wartet man auf Rückmeldung, zum Beispiel im Hinblick auf die Forderung der Erlaubnis laut dem Tierschutzgesetz, die sich das Amt vom Betreiber des Wanderzirkusses einholen möchte.

Wir können vielleicht aktuell noch nicht die gesamte Rechtslage zum Thema Privathaltung von exotischen Tieren ändern und noch nicht das Leid aller Tiere stoppen, aber lasst uns anfangen gegen Tierleid zu kämpfen, in dem wir Wanderzirkusse und ähnliche Betriebe aus unseren Städten verbannen. Lasst uns das Veterinäramt aufmerksam machen, lasst uns wichtige Werte in unserer Stadt Mönchengladbach vertreten, lasst uns die Bürgerschaft über die Wahrheit informieren und dann längerfristig für mehr Rechte im Tierreich sorgen!

Unterschreiben Sie, wenn auch Sie künftig keine kuriosen Streichelzoos in Mönchengladbach finden möchten!

Bild ist ein Beispielbild aus dem Internet, kein eigenes. Eigene Bilder liegen demnächst beim Bürgermeister vor.                       

 

 

                       

 

 

 

 

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Das Problem

Tiger in Streichelzoos für Kinder?                                                                      Dass das im Jahr 2023 noch Realität ist, habe auch ich bis vor wenigen Wochen nicht erwartet.

Als ich an einem Wochenende durch die Straßen von Mönchengladbach lief, fielen mir plötzlich immer und immer wieder die knallgrünen Plakate ins Auge, die kleine Kinder auf einer Wiese zeigen. Hatte ich sie mir einmal angeschaut, sah ich sie plötzlich an jeder Ecke und wurde natürlich neugierig, wobei es sich bei „Melody´s Kinderparadies“ handelt. Ich erwartete eine Art Kinderspielplatz, doch als ich genauer hinschaute, erkannte ich, dass auf diesen Plakaten (Wild-)Tiere abgebildet waren, war verwundert und suchte jeglichen Zusammenhang.

Als ich nach kurzer Recherche herausfinden konnte, dass in dem sogenannten „Streichelzoo“, der aktuell in der Breitenbachstraße in Mönchengladbach residiert, wirklich Tiger und andere Tiere zu finden sein sollen, war ich fassungslos.                                                     Auch wenn ich diese Sache absolut nicht unterstützen möchte, bin ich daraufhin selbst hingefahren, um mir ein Bild der Situation machen zu können. Der Glaube an das Gute im Menschen brachte mich dazu, zu denken, dass ich übertreibe oder die Problematik überschätze, doch leider wurde ich enttäuscht, denn schon alleine schon das Gefühl, dass ich hatte, als ich über das Gelände hinter dem Gladbacher Bahnhof lief, war bedrückend und beänstigend. Einfach unschön.

Verarbeiten kann ich das bis heute nicht und ich kann nicht verstehen, wie unsere Stadt gerade heutzutage, wo Themen wie Umwelt- und Tierschutz so wichtig sind und auch sein sollten, solche Lebensbedingungen für diese Tiere noch dulden kann.

Wenn man sich einmal die Kurzfassung der Gründe, die gegen Wildtiere in derartigen Entertainment Institutionen sprechen, anschaut, wird meiner Meinung nach schnell deutlich, dass es sich hierbei um Tierquälerei aufgrund menschlicher Habgier handelt.

1.Das ständige Wechseln des Standorts sorgt für immensen Stress bei den Wildtieren.                                                                                                      2.Psychisches Leid und Verhaltensstörungen sind nicht selten bei Wildtieren in Gefangenschaft, wobei sogenannte Stereotypische Verhaltensmuster oft Indikatoren für Stress und Unwohl sein sind.                                                          3. Vermittlung falscher Bilder und Fakten durch das Präsentieren von Wildtieren in einer absolut unnatürlichen Umgebung und dem darauf basierendem unnatürlichem Verhalten.                                                                                   4.Die Richtlinien für die Haltung bei Wildtieren werden oft nicht, oder können oft nicht eingehalten werden.

Im Folgenden werde ich Ihnen noch einmal genauer erklären, welche Problematik hinter Streichelzoos dieser Art steckt und beziehe mich dabei hauptsächlich auf die Haltung der Tiger, die da das größte Problem darstellt. Ich bitte Sie darum, durch Ihre Unterschrift dieser Petition das Vorgehen gegen diese Tierquälerei voranzutreiben.

Zunächst einmal sollte man sich fragen, wie Wanderzirkusse dieser Art als Streichelzoo angemeldet werden können.                                                                In einem Streichelzoo sollte es keinen Platz für wilde Tiere wie Tiger o.Ä. geben, denn die Natur dieser ist darauf nicht ausgerichtet. Unabhängig davon, dass ich keine Angabe machen kann, ob man wirklich die Möglichkeit bekommt, die Tiger zu streicheln (was ich nicht hoffe), ist es gefährlich und vor allem das Wohl der Tiger wird absolut außer Acht gelassen. Möchte man nun anführen, die Tiger seien „Menschen gewöhnt“, von „Menschenhand aufgezogen“ oder „handzahm“, so stellt sich die Frage „Warum?“. Dass das nicht die Natur einer Raubkatze ist, brauche ich glaube ich nicht weiter zu erläutern.                                                 

Um Raubkatzen an den Menschen zu gewöhnen, muss man sie im „besten Falle“ so früh wie möglich der Mutter entziehen und mit der Flasche aufziehen. Erlaubt ist das in Deutschland nur, wenn die Mutter die Jungen verstößt oder nicht in der Lage ist sie aufzuziehen. Außerdem darf mit Tieren, die offensichtlich einen Fehler aufweisen, nicht weiter gezüchtet werden; das bedeutet: verstößt die Mutter die Jungen einmal, sollte man sie, um sie zu retten, von Hand aufziehen. Passiert das mehrmals, ist das Züchten zu unterlassen.                                                    Oftmals jedoch züchten Zoos entweder mit verstörten Tieren oder entreißen die Jungen der Mutter, verkaufen die „handzahmen“ Tiere für viel Geld oder stellen sie zur Schau. Beides passiert aufgrund der Habgier dieser Menschen und ist keineswegs vertretbar. Durch den Kauf oder die Zucht eines zahmen Tigers wird dies nur weiter unterstützt.                                                                                          Der Inhaber des oben genannten „Kinderparadieses“ gibt selbst an, die Tiere über mehrere Generationen selber gezüchtet, bzw. aus dem Ausland erworben zu haben. Gerettet hat er die Tiger also wohl nicht, und da wird er nicht der einzige sein.

Neben der Haltung der Tiger, die alleine schon problematisch genug ist, ist das Dasein der Wanderzirkusse mit dauerhaftem Rumreisen und ständigem Niederlassen an neuen Orten purer Stress für die Tiere. Die unter Stress und teilweise auf Futterentzug eingeübten Dressuren bedeuten Zwang, die neue Umgebung, die die Tiere nach spätestens einem Monat erwartet, heißt Dauerstress, denn Tiger kennen ihr Revier in freier Wildbahn sehr gut, und der Transport in engen Wagons versetzt die Tiere in Todesangst.                               Man mag anführen, die Tiere „seien es gewohnt“, aber ist das eine Rechtfertigung? Können wir den Tieren in so einem Ausmaß Unrecht tun, nur um Geld zu verdienen oder den Menschen zu entertainen? Ich sage ganz klar NEIN!

Das Ausmaß der Folgen, die diese Qual auf die Tiere hat, kann man schon bei einem einfachen Besuch in einem dieser Zirkusse erkennen. Auch ich fand bei meinem Besuch in Melody´s Kinderparadies Tiger mit stereotypischem Verhalten vor.                                                                                                     Diese repetitiven Verhaltensmuster entstehen durch eine Störung des natürlichen Daseins der Tiere und sind Indikatoren für psychische Probleme. Ganz oft findet man Tiger, die ständig auf der gleichen Route auf und ab laufen („Pacing“). Sie sind frustriert und fangen oftmals sogar an kleinere Tiere oder auch Kinder anzuvisieren. Der Bengaltiger Filou, den ich in Mönchengladbach sehen konnte, zeigte dieses Verhalten leider sehr eindeutig. Und auch sonst sieht man dies in Zoos sehr oft. Das ist nicht normal.

Daraus kann man schließen, dass die hauptsächlich sehr jungen Besucher des „Streichelzoos“ durch die Schaustellung ein falsches Bild der Tiere zu Gesicht bekommen. Sowohl der Lebensraum, die Nahrungsbeschaffung, die durch die als Show aufgezogene Tigerfütterung repräsentiert werden soll, als auch das Verhalten der Tiger untereinander sind nicht real. Einen wirklichen Mehrwert, außer ein Kind, dass sich nun ein Tigerbaby als Haustier wünscht, haben diese Shows und Zirkusse also nicht. Das ist es doch nicht wert!

Abgesehen von der Gefahr, die diese Tiere doch irgendwann sein können, den moralischen Werten, die man mit der Unterstützung der Shows vertritt, dem falschen Bild, dass der Besucher bekommt und den psychischen Problemen, die auf die Tiere zu kommt, ist auch die rechtliche Lage ziemlich fraglich;                durch eine Gesetzeslücke ist das private Halten von exotischen Tieren in NRW erlaubt. Nur Tiere, die unter Artenschutz stehen, müssen überhaupt gemeldet werden, und dabei bleibt es dann leider auch. Dass es somit einfach ist, durch den illegalen Handel vor allem im Ausland Tiere zu erwerben und womöglich mit diesen auch noch, wie oben beschrieben, auf Kosten der Tiere zu züchten, ist schlimm.                                                                                                                      Meiner Meinung nach sollte es hier schon deutlich mehr Auflagen geben, die den Bereich der Leute, die berechtigt sind solche Tiere zu halten, bis aufs Nötigste einschränken, denn diese Lücke macht die Streichel- und Wanderzoos erst möglich. Da anzusetzen wäre definitiv ein längerfristiges Ziel.                               Im Hinblick auf die Tiger gibt es in Nordrhein-Westfalen Mindestanforderungen an die Größe der Gehege der LANUV. Die Anforderungen für ein Innengehege belaufen sich auf 25qm für ein Individuum und 4qm mehr für jedes Weitere. Bei Außengehegen sind 40qm und für jeden weiteren Tiger 10qm gefordert. Nach meinem Besuch in einem der Wanderzirkusse, muss ich vermuten, dass zumindest in diesem spezifischen Fall diese Richtlinien nicht eingehalten worden sind.                                                                                                                        Ich konnte sechs Tiger vorfinden, die zum Teil in kleinen Zwingern eingeschlossen waren, die jeweils eine Fläche von schätzungsweise 4qm haben. Ein Teil der Tiere konnte diese nach meiner Ansicht nicht verlassen und den kleinen Außenbereich nicht betreten. Vermutlich deswegen wies auch dort ein weiterer Tiger ein stereotypisches Verhaltensmuster auf, er lief ständig an den Gitterstäben hin und her und wirkte unzufrieden.                                                      Viel sozialen Kontakt schien er, zumindest bei meinem Besuch, nicht zu haben.

Warum hier nicht schon längst ein Hebel vorgeschoben wurde, weiß ich nicht. Man kann nur vermuten, dass sich, aufgrund der fehlenden Regelungen, kein Zuständiger für dieses Problem finden lässt. Außerdem geht es ja „nur“ um das Tierwohl. Da kann man ja sicherlich mal beide Augen zudrücken…

Tatsächlich gab es schon Konflikte mit dem besagten „Streichelzoo“. Die Stadt Neuss, dort sollte der Schaustellerbetrieb zuerst residieren, entzog die Nutzungserlaubnis für den Kirmesplatz in Reuschenburg, da die Wildtiere (Tiger, Kamele) vom Betreiber verschwiegen worden waren. Eine gerichtliche Entscheidung gibt es hierzu aber nicht.                                                                      In Mönchengladbach findet es nun auf privatem Gelände statt. Laut Angaben der Rheinischen Post habe der Inhaber der freien Fläche, die dafür genutzt wird, jedoch angegeben, keine Wildtiere zu dulden. Ausgestellt sind sie offenbar trotzdem.                                                                                                                  Auch das Veterinäramt ist informiert, Handlungen scheinen aber nicht zu folgen, vielmehr, so heißt es, wartet man auf Rückmeldung, zum Beispiel im Hinblick auf die Forderung der Erlaubnis laut dem Tierschutzgesetz, die sich das Amt vom Betreiber des Wanderzirkusses einholen möchte.

Wir können vielleicht aktuell noch nicht die gesamte Rechtslage zum Thema Privathaltung von exotischen Tieren ändern und noch nicht das Leid aller Tiere stoppen, aber lasst uns anfangen gegen Tierleid zu kämpfen, in dem wir Wanderzirkusse und ähnliche Betriebe aus unseren Städten verbannen. Lasst uns das Veterinäramt aufmerksam machen, lasst uns wichtige Werte in unserer Stadt Mönchengladbach vertreten, lasst uns die Bürgerschaft über die Wahrheit informieren und dann längerfristig für mehr Rechte im Tierreich sorgen!

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Petition am 8. Juni 2023 erstellt