Stoppt die Sperrung der Fränkischen Saale im Landkreis Bad Kissingen

Stoppt die Sperrung der Fränkischen Saale im Landkreis Bad Kissingen

Das Problem

Fränkische Saale ab sofort gesperrt!
Das Landratsamt Bad Kissingen hat das Paddeln auf der Fränkischen Saale untersagt. Mit sofortiger Wirkung. Im gesamten Landkreis, auf 66,4 km Länge! Von heute auf morgen – ohne Vorwarnung. Unterschrieben hat Landrat Thomas Bold. WARUM?

„Das Befahren der Fränkischen Saale mit kleinen Fahrzeugen ohne eigene Triebkraft (Kajaks, Kanus, Canadier, Schlauchkajaks, -canadier, Schlauchboote, Stand-Up-Paddle-Boards und sonstige Schwimmkörper jeglicher Art) ist auf der gesamten Strecke im Landkreis Bad Kissingen (Flusskilometer 84,5 - Grenze zum Landkreis Rhön-Grabfeld, Gemarkung Nickersfelden bis Flusskilometer 18,1 - Grenze zum Landkreis Main-Spessart, Gemarkung Morlesau) bis auf Weiteres verboten“, so liest es sich im Amtsblatt des Landratsamtes Bad Kissingen vom 09.02.2024.

„Ausgenommen hiervon ist der Gewässerabschnitt „Saline“ bis „Lindesmühle“ in Bad Kissingen (Flusskilometer 62,3 bis Flusskilometer 58,9) sowie der Gewässerabschnitt nach Morlesau bis zur Grenze zum Landkreis Main-Spessart (Flusskilometer 18,9 bis Flusskilometer 18,1).“ – Niemand geht wegen ein paar hundert Metern aufs Wasser!

Dass aber niemand auf dumme Gedanken kommt: „Die Einhaltung dieser Allgemeinverfügung wird durch das Landratsamt Bad Kissingen überwacht. Zuwiderhandlungen gegen diese Allgemeinverfügung können gem. Art. 74 Abs. 2 Nr. 2 Buchst a) BayWG mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend (50.000,00) Euro geahndet werden.“

„Gemäß Art. 39 Abs. 2 Nr. 5 BayVwVfG bedarf es bei der öffentlichen Bekanntmachung der Allgemeinverfügung keiner Begründung“, heißt es in der Bekanntmachung. Wenn die Kanusportler nicht wissen, WARUM sie ausgesperrt werden – wie sollen sie dann dagegen vorgehen und argumentieren?

Das alles ist ohne Vorwarnung geschehen – der Kreis der organisierten Kanusportler war nicht informiert. Behördenwillkür durch die Hintertür?

„Hier geht’s besser“ lautet der Slogan des Landkreises Bad Kissingen. Was geht hier „besser“ (als in anderen Landkreisen?): Das Aussperren der ausgebildeten und organisierten Kanufahrer?

Alles wie 1999?

Alles wieder wie 1999? Damals wurde erst die Sinn gesperrt, dann sollte es der Fränkischen Saale an den Kragen gehen. Die im Bayerischen Kanu-Verband organisierten Paddler des Bezirks Unterfranken probten den Aufstand: mit Unterschriftslisten und deren Übergabe vor dem Landratsamt Bad Kissingen, mit einem Schweigemarsch, mit einer Zählaktion an den Ufern der Fränkischen Saale und mit der Unterstützung der Medien.

WIR haben das nicht vergessen! Wir haben das sogar in unserer Chronik „100 Jahre Bayerischer Kanu-Verband“ festgehalten. Und wir sind bereit, erneut zu kämpfen. Mit allen erlaubten Mitteln!

Zwar mussten sie die meisten der Saale-Nebenflüsse ihrem Sport „opfern“, aber sie durften auf ihrem Hausfluss Fränkische Saale weiter paddeln. Mit Einschränkungen zwar (Bootsgröße: nicht mehr als 4 Plätze, Gruppengröße: nicht mehr als 12 Boote, Mindestpegel und Nachtfahrverbot), aber damit ließ sich leben. Das wurde 25 Jahre lang eingehalten.

Was hat sich geändert, dass wir jetzt plötzlich gar nicht mehr paddeln dürfen? Eine Sperrung durch die Hintertür lassen sich die Kanusportler nicht so ohne Weiteres bieten!

Verfasser des Textes: Uschi Zimmermann (aus BKV-Newsletter)

Grund für die Sperrung ist eine angeblich erhöhte Gefahrenlage aufgrund von Baumumsturz, Astbruch und quer zur Fließrichtung liegende Hindernisse durch Totholz. 

Diese Begründung des LRA Bad Kissingen ist nach Erscheinen des o.g. Newsletters veröffentlicht worden und kann auf der Internetseite des Landkreises Bad Kissingen eingesehen werden.

Erfolg

Diese Petition war mit 10.175 Unterstützer*innen erfolgreich!

Das Problem

Fränkische Saale ab sofort gesperrt!
Das Landratsamt Bad Kissingen hat das Paddeln auf der Fränkischen Saale untersagt. Mit sofortiger Wirkung. Im gesamten Landkreis, auf 66,4 km Länge! Von heute auf morgen – ohne Vorwarnung. Unterschrieben hat Landrat Thomas Bold. WARUM?

„Das Befahren der Fränkischen Saale mit kleinen Fahrzeugen ohne eigene Triebkraft (Kajaks, Kanus, Canadier, Schlauchkajaks, -canadier, Schlauchboote, Stand-Up-Paddle-Boards und sonstige Schwimmkörper jeglicher Art) ist auf der gesamten Strecke im Landkreis Bad Kissingen (Flusskilometer 84,5 - Grenze zum Landkreis Rhön-Grabfeld, Gemarkung Nickersfelden bis Flusskilometer 18,1 - Grenze zum Landkreis Main-Spessart, Gemarkung Morlesau) bis auf Weiteres verboten“, so liest es sich im Amtsblatt des Landratsamtes Bad Kissingen vom 09.02.2024.

„Ausgenommen hiervon ist der Gewässerabschnitt „Saline“ bis „Lindesmühle“ in Bad Kissingen (Flusskilometer 62,3 bis Flusskilometer 58,9) sowie der Gewässerabschnitt nach Morlesau bis zur Grenze zum Landkreis Main-Spessart (Flusskilometer 18,9 bis Flusskilometer 18,1).“ – Niemand geht wegen ein paar hundert Metern aufs Wasser!

Dass aber niemand auf dumme Gedanken kommt: „Die Einhaltung dieser Allgemeinverfügung wird durch das Landratsamt Bad Kissingen überwacht. Zuwiderhandlungen gegen diese Allgemeinverfügung können gem. Art. 74 Abs. 2 Nr. 2 Buchst a) BayWG mit einer Geldbuße bis zu fünfzigtausend (50.000,00) Euro geahndet werden.“

„Gemäß Art. 39 Abs. 2 Nr. 5 BayVwVfG bedarf es bei der öffentlichen Bekanntmachung der Allgemeinverfügung keiner Begründung“, heißt es in der Bekanntmachung. Wenn die Kanusportler nicht wissen, WARUM sie ausgesperrt werden – wie sollen sie dann dagegen vorgehen und argumentieren?

Das alles ist ohne Vorwarnung geschehen – der Kreis der organisierten Kanusportler war nicht informiert. Behördenwillkür durch die Hintertür?

„Hier geht’s besser“ lautet der Slogan des Landkreises Bad Kissingen. Was geht hier „besser“ (als in anderen Landkreisen?): Das Aussperren der ausgebildeten und organisierten Kanufahrer?

Alles wie 1999?

Alles wieder wie 1999? Damals wurde erst die Sinn gesperrt, dann sollte es der Fränkischen Saale an den Kragen gehen. Die im Bayerischen Kanu-Verband organisierten Paddler des Bezirks Unterfranken probten den Aufstand: mit Unterschriftslisten und deren Übergabe vor dem Landratsamt Bad Kissingen, mit einem Schweigemarsch, mit einer Zählaktion an den Ufern der Fränkischen Saale und mit der Unterstützung der Medien.

WIR haben das nicht vergessen! Wir haben das sogar in unserer Chronik „100 Jahre Bayerischer Kanu-Verband“ festgehalten. Und wir sind bereit, erneut zu kämpfen. Mit allen erlaubten Mitteln!

Zwar mussten sie die meisten der Saale-Nebenflüsse ihrem Sport „opfern“, aber sie durften auf ihrem Hausfluss Fränkische Saale weiter paddeln. Mit Einschränkungen zwar (Bootsgröße: nicht mehr als 4 Plätze, Gruppengröße: nicht mehr als 12 Boote, Mindestpegel und Nachtfahrverbot), aber damit ließ sich leben. Das wurde 25 Jahre lang eingehalten.

Was hat sich geändert, dass wir jetzt plötzlich gar nicht mehr paddeln dürfen? Eine Sperrung durch die Hintertür lassen sich die Kanusportler nicht so ohne Weiteres bieten!

Verfasser des Textes: Uschi Zimmermann (aus BKV-Newsletter)

Grund für die Sperrung ist eine angeblich erhöhte Gefahrenlage aufgrund von Baumumsturz, Astbruch und quer zur Fließrichtung liegende Hindernisse durch Totholz. 

Diese Begründung des LRA Bad Kissingen ist nach Erscheinen des o.g. Newsletters veröffentlicht worden und kann auf der Internetseite des Landkreises Bad Kissingen eingesehen werden.

Die Entscheidungsträger*innen

Thomas Bold
Landrat Landkreis Bad Kissingen
Beantwortet
Die Entscheidung, große Strecken der Fränkischen Saale im Landkreis Bad Kissingen bis auf Weiteres für Boote und Kanus zu sperren, ist uns nicht leicht gefallen. Schließlich ist der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle für unsere Region, Gäste wie Einheimische nutzen die Fränkische Saale gerne zum Bootswandern. Wie uns jedoch das Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen, zuständig für die Gewässerunterhaltung, bereits im vergangenen Jahr mitgeteilt hat, ist ein hoher Anteil des Baumbestands entlang des Ufers stark überaltert und durch zusätzliche Einflüsse geschwächt. Viele Bäume sind marode und damit umsturzgefährdet – sie stellen eine große Gefahr dar für alle, die sich auf der Saale bewegen. Für uns hat die Sicherheit der Menschen oberste Priorität. Nicht auf die Warnungen des Wasserwirtschaftsamts und anderer Behörden zu reagieren, könnte schlimme Folgen haben. Unsere Absicht ist es allerdings nicht, die Saale auf Dauer zu sperren. Vielmehr ist es unser erklärter Wille, so schnell wie möglich eine gute Lösung für alle Beteiligten zu finden. Deshalb sind wir aktuell im Gespräch mit Verbänden, Bootsverleihern und Behörden. Zudem haben wir den Bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber in einem Brief um Unterstützung gebeten. Somit tun wir unser Möglichstes, um die Situation so bald wie möglich zu entschärfen – damit alle wieder wie in den vergangenen Jahren gewohnt die Saale nutzen können.

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