Weserkurier: "Aktion für alte Bäume", 25.09.2026


Am Freitag, den 25.09. gab es auch im Weserkurier einen Artikel zum Treetag-Day an der L155.
Hier außerdem einmal unsere Pressemitteilung:
Alt und Jung engagieren sich am Treetag-Day für den Erhalt und Schutz der Alleenbäume an der L155
OTTERSBERG / POSTHAUSEN.
Am vergangenen Freitag, den 18. September 2026, kamen rund 25 engagierte und interessierte Bürgerinnen und Bürger unterschiedlichen Alters an der Landesstraße 155 in Hintzendorf-Stellenfelde zum ersten TreeTag-Day in Posthausen zusammen, um ein aussagekräftiges Zeichen für den Baumschutz zu setzen.
Bei der Aktion Treetag-Day handelt es sich um eine europaweite Bildungskampagne, die hierzulande vom BUND Mecklenburg-Vorpommern betreut und organisiert wird. Auf einer interaktiven Karte unter treetags.eu lassen sich auch die Steckbriefe der fünf auserwählten, vermessenen Bäume an der L155 finden.
Die Veranstaltung begann vor dem US-Shop, wo Mareike Stadtlander (B90/Die Grünen), Katrin Burow (BUND) und Daniela Burow (NABU) die Gäste herzlich begrüßten. Katrin Burow verwies direkt auf den großartigen Erfolg der zugehörigen Petition, die bereits über 5.200 Unterstützer zählt. Sie nutzte den Auftakt für einen klaren politischen Appell: "Es müsse dringend mehr Bewusstsein für den ökologischen Wert von Bäumen in der Bevölkerung entstehen, und auch die Politik müsse endlich mehr Engagement für den Baumschutz aufbringen. Es könne doch nicht sein, dass dieses zentrale Thema im aktuellen Wahlkampf vernachlässigt wurde und noch immer werde." Zur Stärkung der Botschaft verteilte sie gleich zu Beginn Fotos, welche die Allee in ihrer vollen Schönheit im Frühjahr zeigt und an sie erinnern soll, sowie Sticker mit dem Motto: „Baumschutz ist Klimaschutz“.
Anschließend zog die Gruppe zum ersten Etappenziel: der erhabenen, schätzungsweise 120 bis 150 Jahre alten Stieleiche direkt vor der Baumschule Haase-Böschen. Da der Landkreis Verden das Anbringen von Plakaten an den Bäumen aus Risikogründen für den Verkehr zuvor in einem vierseitigen Bescheid untersagt hatte, hielten Götz Paschen (BUND) und Katrin Burow den Baum-Steckbrief einfach an die Eiche. Katrin Burow verdeutlichte den immensen Wert dieses Baumes. Mit einem Stammdurchmesser von 92 Zentimetern und einer Höhe von 19 Metern erbringt die Stieleiche wahre Höchstleistungen: Die riesige Blattoberfläche von 321,5 Quadratmetern – was in etwa zwei Volleyballfeldern entspricht – produziert täglich genug Sauerstoff für 18 Erwachsene. Zudem filtert und speichert der grüne Riese stolze 9.637 Kilogramm CO₂ und hält bei Starkregen 63.148 Liter Wasser zurück.
Bewegend war vor allem auch der eindringliche Appell des 89-jährigen Heiner Haase-Böschen. Ihm war es eine Herzensangelegenheit, persönlich zur Begehung dazuzukommen und an der ersten Station mit Nachdruck für den Erhalt der bedrohten Straßenbäume zu werben mit denen er aufgewachsen war und die bereits einmal vor Sanierungsarbeiten gerettet worden waren.
Seine Anwesenheit zeigte, wie tief verbunden sich manche Menschen doch mit den Bäumen vor Ort fühlten. Ihm überreichte Katrin Burow das Baumplakat der Stieleiche, da er für diesen Baum besonders einstehe.
Während die ältere Generation mahnte und ökologische Werte auf vorbereiten, anschaulichen Papierabschnitten verkündete, setzten die Jüngsten enthusiastisch ein buntes Zeichen: Motiviert malten die Kinder mit Straßenkreide kreative Bilder von Bäumen mitsamt ihrem Wurzelwerk auf die Gehwege.
Nach der Vorstellung des informativen Eichen-Steckbriefs zog die Gruppe weiter zur deutlich schlankeren ca. 16 Meter großen Hängebirke. Obwohl sie mit 45 Zentimetern Stammdurchmesser deutlich zierlicher ist, leistet auch sie mit fast 3 Tonnen gespeichertem CO₂ einen unverzichtbaren Beitrag. Nach dem Vorstellen des dortigen Baumplakates entwickelte sich vor der Hängebirke ein reger, konstruktiver Austausch mit Gästen von benachbarten Initiativen und aus unterschiedlichen Branchen.
Heike Vullmer, stellvertretende Vorsitzende der Kreisgruppe des BUND betonte eindrücklich, dass selbst Totholz ökologisch unverzichtbar sei – es sei keineswegs ein Zeichen dafür, dass ein Baum gefällt werden müsse. Zudem gab sie zu bedenken, dass Neupflanzungen aufgrund der veränderten klimatischen Bedingungen in Zukunft wohl kaum noch so alt werden wie die bestehenden Bäume. Auch Katrin Burow bekräftigte, dass Hunderte junger Bäume nötig wären, um überhaupt den ökologischen Wert einer einzigen alten Eiche zu ersetzen.
Unter anderem waren auch Udo Paepke, Vorsitzender des BUND der Kreisgruppe Verden und Sabrina Kernhoff vom NABU Achim sowie Vertreter der Bürgerinitiative „Platanen am Deich“ aus Bremen angereist. Sie alle waren durch die regelmäßigen Online-Updates der Petition auf die Aktion an der L155 aufmerksam geworden.
Die Veranstaltung im Rahmen des Treetag-Days bewies eindrücklich: Baumschutz betrifft uns alle und ist unerlässlich für die Zukunft. Am Ende der Veranstaltung stand für die Teilnehmer fest, dass dieser Tag nur der Anfang war – man hat fest vor, sich in Zukunft überregional noch stärker untereinander zu vernetzen, um dem Natur- und Alleenschutz eine lautere Stimme zu geben.