Stoppt die Ausschaffung unseres kurdischen Freundes Vedat O. in die Türkei!

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The Issue

Unser Freund Vedat O. wurde am 18. Februar von der Polizei festgenommen und befindet sich seither in Administrationshaft. Vedat O. steht eine Abschiebung in die Türkei bevor, wo ihm als kurdischer Aktivist eine politisch motivierte Bestrafung durch die Behörden in Form von Festnahme, Verhören und Haft droht. Seine physische und psychische Gesundheit sind davon akut bedroht.


Im Oktober 2025 forderten die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) sowie die Demokratischen Jurist*innen Schweiz (DJS) das Staatssekretariat für Migration (SEM) dazu auf, abgewiesene Asylsuchende vorläufig nicht mehr in die Türkei wegzuweisen. Dies nachdem ein Monitoring der DJS im Laufe einiger Monate mindestens zwölf Fälle von kurdischen Aktivist*innen feststellte, die nach einem negativen Asylentscheid in der Schweiz in die Türkei ausgeschafft und dort inhaftiert wurden (1) Human Rights Watch und wissenschaftliche Untersuchungen weisen seit Jahren und auch aktuell darauf hin, dass die Menschenrechtslage in der Türkei insbesondere für Kurd*innen sehr besorgniserregend ist (2; 3; 4). Farr (2016) beschreibt strukturellen antikurdischen Rassismus im Rechtssystem und der Polizei und das Verschwindenlassen kurdischer Personen durch die türkische Polizei. Der türkische Staat übe politische, institutionelle, strukturelle, symbolische und alltägliche Gewalt gegen die kurdische Zivilbevölkerung aus. Human Rights Watch (2025; 2017) beschreibt Polizeigewalt gegen friedlichen kurdischen Aktivismus und weit verbreitete Folter gegen Kurd*innen in Polizeigewahrsam, inklusive physischer und sexualisierter Gewalt.


 Die angegebenen Asylgründe von Verfahren in der Türkei wegen politischen Delikten («Präsidentenbeleidigung», «Terrorpropaganda»; namentlich politisches Engagement für kurdische Parteien) wurden und werden vom SEM jedoch weiterhin nicht ernstgenommen und kurdische Asylsuchende werden weiterhin in die Türkei weggewiesen – so auch im Falle von Vedat O. Damit macht sich das Schweizer Asylsystem zur Komplizin in der strukturellen Kriminalisierung von Kurd*innen und ihrem Widerstand gegen unterdrückerische, gewaltvolle Regime. 


Wir fordern die zuständigen Behörden mit Nachdruck dazu auf, die Abschiebung von Vedat O. auszusetzen und sein Asylgesuch erneut sorgfältig und fair zu prüfen. 


1 Von der Schweiz abgewiesen – in der Türkei inhaftiert - News - SRF (Zugriff 15.03.2026)

2 Farr, Michael (2016). The State of Violence. A Qualitative study of the types of Violence committed against the Kurds by the Turkish State. Department of Government, University of Uppsala, Uppsala.

3 Human Rights Watch (2017). In Custody. Police Torture and Abductions in Turkey. PDF. Zugriff am 07.01.2026 auf https://www.hrw.org/sites/default/files/report_pdf/turkey1017_web_0.pdf

4 Human Rights Watch (2025). Advancing Human Rights, Justice and Democracy for Kurds and All Other Communities in Türkiye – Briefing to the National Solidarity, Sisterhood/Brotherhood and Democracy Commission. PDF. Zugriff am 08.01.2026 auf https://www.hrw.org/sites/default/files/media_2025/11/HRW%20TLSP%20ICJ%20Parliamentary%20Commission%20Briefing%2005112025_1.pdf

 

 

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Unser Freund Vedat O. wurde am 18. Februar von der Polizei festgenommen und befindet sich seither in Administrationshaft. Vedat O. steht eine Abschiebung in die Türkei bevor, wo ihm als kurdischer Aktivist eine politisch motivierte Bestrafung durch die Behörden in Form von Festnahme, Verhören und Haft droht. Seine physische und psychische Gesundheit sind davon akut bedroht.


Im Oktober 2025 forderten die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) sowie die Demokratischen Jurist*innen Schweiz (DJS) das Staatssekretariat für Migration (SEM) dazu auf, abgewiesene Asylsuchende vorläufig nicht mehr in die Türkei wegzuweisen. Dies nachdem ein Monitoring der DJS im Laufe einiger Monate mindestens zwölf Fälle von kurdischen Aktivist*innen feststellte, die nach einem negativen Asylentscheid in der Schweiz in die Türkei ausgeschafft und dort inhaftiert wurden (1) Human Rights Watch und wissenschaftliche Untersuchungen weisen seit Jahren und auch aktuell darauf hin, dass die Menschenrechtslage in der Türkei insbesondere für Kurd*innen sehr besorgniserregend ist (2; 3; 4). Farr (2016) beschreibt strukturellen antikurdischen Rassismus im Rechtssystem und der Polizei und das Verschwindenlassen kurdischer Personen durch die türkische Polizei. Der türkische Staat übe politische, institutionelle, strukturelle, symbolische und alltägliche Gewalt gegen die kurdische Zivilbevölkerung aus. Human Rights Watch (2025; 2017) beschreibt Polizeigewalt gegen friedlichen kurdischen Aktivismus und weit verbreitete Folter gegen Kurd*innen in Polizeigewahrsam, inklusive physischer und sexualisierter Gewalt.


 Die angegebenen Asylgründe von Verfahren in der Türkei wegen politischen Delikten («Präsidentenbeleidigung», «Terrorpropaganda»; namentlich politisches Engagement für kurdische Parteien) wurden und werden vom SEM jedoch weiterhin nicht ernstgenommen und kurdische Asylsuchende werden weiterhin in die Türkei weggewiesen – so auch im Falle von Vedat O. Damit macht sich das Schweizer Asylsystem zur Komplizin in der strukturellen Kriminalisierung von Kurd*innen und ihrem Widerstand gegen unterdrückerische, gewaltvolle Regime. 


Wir fordern die zuständigen Behörden mit Nachdruck dazu auf, die Abschiebung von Vedat O. auszusetzen und sein Asylgesuch erneut sorgfältig und fair zu prüfen. 


1 Von der Schweiz abgewiesen – in der Türkei inhaftiert - News - SRF (Zugriff 15.03.2026)

2 Farr, Michael (2016). The State of Violence. A Qualitative study of the types of Violence committed against the Kurds by the Turkish State. Department of Government, University of Uppsala, Uppsala.

3 Human Rights Watch (2017). In Custody. Police Torture and Abductions in Turkey. PDF. Zugriff am 07.01.2026 auf https://www.hrw.org/sites/default/files/report_pdf/turkey1017_web_0.pdf

4 Human Rights Watch (2025). Advancing Human Rights, Justice and Democracy for Kurds and All Other Communities in Türkiye – Briefing to the National Solidarity, Sisterhood/Brotherhood and Democracy Commission. PDF. Zugriff am 08.01.2026 auf https://www.hrw.org/sites/default/files/media_2025/11/HRW%20TLSP%20ICJ%20Parliamentary%20Commission%20Briefing%2005112025_1.pdf

 

 

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