Stoppt die Abschiebung von Familie Chukri!

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Wir bitten die Regierung von Niederbayern, ihre Entscheidung, die Familie Chukri Chreih nach Lettland abzuschieben zu revidieren. Wir appellieren in diesem besonderen Einzelfall Gnade vor geltendem Asylrecht walten zu lassen und eine Entscheidung auf der Grundlage christlicher und humanitärer Werte zu treffen.
Wir finden die Entscheidung unverhältnismäßig, da Samah als schwangere Frau in einem psychisch labilen Zustand nicht erneut in eine so unsichere Situation nach Lettland gebracht werden sollte. Außerdem hat ihr Mann bereits eine Zusage auf eine Festanstellung in Vilshofen bekommen, ihr Sohn, Mohammed, ist im Kindergarten integriert und spricht bereits fließend Deutsch, eine Abschiebung würde sowohl für das Kind als auch für Mutter und Vater eine weitere traumatisierende Erfahrung bedeuten. “Auch das Aktionsbündnis gegen Abschiebehaft zeigte sich bestürzt über den Fall. "Die effektivere Durchsetzung eines Verwaltungsaktes wird hier von den Ausländerbehörden höher gestellt als Grundrechte und Menschenrechtskonventionen", sagt Wolfgang Bittlmayer” (Donaukurier, 28.01.).

Bitte erwirken sie einen Abschiebestopp für die Familie Chreih! Geben Sie der integrationswilligen, weltoffenen und gebildeten Familie hier in Deutschland eine Chance!

Unterstützt uns und die Familie Chukri Chreih bei unserem Vorhaben die Regierung umzustimmen!
Deine Unterschrift ist nicht nur ein solidarisches Zeichen für diesen Fall, sondern auch ein Zeichen gegen die aktuelle Asylpolitik der bayrischen Regierung!

UPDATE:
Am Freitag, den 01.02. wurde Samah aus der Abschiebehaft und ihr Sohn aus dem Kinderheim geholt um sie frühzeitig, ohne ihren Mann abzuschieben. 
Am Flughafen angekommen, untersuchte sie nochmals ein Arzt der aufgrund ihrer medizinischen Verfassung die Abschiebung verhinderte. 
Deshalb ist sie jetzt mit ihrem Sohn zurück im Asylheim, der Abschiebebefehl ist deshalb aber noch nicht aufgehoben!

Deshalb fordern wir:
- ein Abschiebeverbot für die Familie Chukri Chreih aus humanitären Gründen
nach §60 bzw. §25 (5) Aufenthaltsgesetz
- eine Einzelfallprüfung mit Abwägung der besonderen Umstände
- und ein humanitäres Verfahren

Hintergründe:
Die palästinensische Familie, in Syrien geboren, strandeten auf ihrem Fluchtweg zuerst 6 Monate in einem Zeltlager in Griechenland. Dort bot ihnen die UN eine Weiterreise in andere europäische Länder an, der sie zustimmten. Es wurde ihnen jedoch erst kurz vor der Abreise gesagt, dass der Flug nach Lettland geht. In Lettland angekommen stellten sie einen Asylantrag. Die Zustände in Lettland waren für die Familie auf Dauer nicht tragbar:
- Die Konditionen im Asylheim waren fatal:
bewaffnete Security, die Besuche von nicht staatlichen Personen/ Organisationen verhinderten; 8 Quadratmeter für 3 Personen; Verständnisschwierigkeiten, fehlende Übersetzer
- Diskriminierung und Schikane:
Samah wurde wiederholt wegen des Kopftuchs angegriffen (Hose heruntergezogen, beworfen,...), allgemeine Vorurteile stark in der russisch-lettischen Bevölkerung verankert
- Strukturen:
kein Kindergartenplatz für Hamoudi, extrem weite Wege in städtische Gebiete (Einkaufen, medizinische Versorgung), kaum Zugang zu Sprachkursen (außerdem lettische Sprachkurse, obwohl die Bevölkerung auf der Straße russisch spricht), mangelnde Unterstützung: Abweisung beim Jobcenter & bei Behörden sowie in sozialen Vereine (Caritas)
Dadurch war die Situation aussichtslos und die Familie konnte sich keine Zukunft aufbauen. Deshalb wandten sie sich an Samahs Bruder Ahmad, der schon in Deutschland lebte und fließend Deutsch gelernt hat. Erneut nahmen sie große Unsicherheiten und Risiken auf sich, und verließen mit ihrem 5-jährigen Kind Lettland.

Aktuelle Situation:
In Deutschland verbesserte sich die Situation für alle drei Familienmitglieder nach und nach:
Hamoudi wurde in den Kindergarten Schalding hervorragend integriert und lernte in kürzester Zeit Deutsch. Der Vater hat eine Festanstellung in Vilshofen Aussicht. Samah bekam medizinische und dauerhafte psychologische Betreuung. Nach zwei Jahren wurde Samah erneut schwanger. Wegen des bestehenden Asylantrags in Lettland wurde die EU-Regelung (Dublin-Verfahren) angewendet und sie erhielten den Ausreisebescheid.

Allein die Vorstellung, in die schwierigen Verhältnisse in Lettland zurück zu kehren und Hamoudi aus seinem sozialen Umfeld zu reißen, hielt sie davon ab, freiwillig auszureisen.Anfang letzter Woche, in der Nacht zum 21. Januar wurde Samah festgenommen und in Abschiebehaft nach Eichstätt gebracht. Ihr 6-jähriger Sohn wurde von ihr getrennt und ins Kinderheim Passau gebracht. Ihr Mann ist derzeit untergetaucht um den Zugriff zu entkommen.
Sie sollen gemeinsam nach Lettland abgeschoben werden, aktuell gibt es noch keine weiteren Auskünfte von den Behörden.