Petition updateStoppt die Abschiebung der Pflegefachkraft Sedia KijeraUpdate - leider keine guten Neuigkeiten
Stephanie SemmlerGermany
17 Jul 2024

Nachdem Sedia Kijera Ende Februar freiwillig aus Deutschland in seine Heimat Gambia ausgereist ist, um einer drohenden Abschiebung zu entgehen, gibt es nun leider erneut sehr unerfreuliche Neuigkeiten, die uns den Glauben an die Gerechtigkeit und Menschlichkeit verlieren lassen.

Wie bereits berichtet, wurde Sedia im Jahr 2020 wegen des Handels mit Betäubungsmittels im Jahr 2017 zur Bewährung verurteilt, die er dann mit Sozialstunden abgeleistet hat! Ende Februar 2024 ist er freiwillig nach Gambia ausgereist, nachdem er Anfang November 2023 in einer Hauruckaktion in die Abschiebehaft gesteckt wurde. 

Nun wird ihm vom Regierungspräsidium Stuttgart – im Schulterschluss mit dem Justizministerium - die erneute Einreise verweigert, weil er zum Einen die Abschiebehaftkosten in Höhe von 33.000 Euro sofort begleichen müsste und zum Anderen müsste der Eintrag ins Bundeszentralregisters/Bewährungsstrafe gelöscht sein, was aber erst 2035 erfolgen wird. All dies seien jedoch nun auf einmal Voraussetzungen für die Erteilung eines Einreisevisums.

Wir fragen uns: Weshalb?

Sein Antrag auf Stundung der Schulden wurde von der Landesoberkasse positiv beschieden. Sedia hat einen gültigen Arbeitsvertrag und hat sich verpflichtet monatliche Rückzahlungen zu leisten.

Das Landratsamt in Ludwigsburg hatte bereits Ende März grünes Licht für die Rückkehr von Sedia gegeben, nachdem seine Resozialisierung und Integration positiv beurteilt wurde und somit die entscheidenden Kriterien bei der Erteilung eines Visums erfüllt waren. Sedia kann einen gesicherten Lebensunterhalt, einen Pass und einen Arbeitsvertrag vorweisen und im Altenheim wartet man sehnsüchtig auf die Rückkehr von Sedia. Selbst das Landratsamt Ludwigsburg steht hinter dieser positiven Entscheidung und hat somit auch eine andere Rechtsauffassung als das Regierungspräsidium.

Doch nun werden alle bisherigen Bemühungen, alle Verfahrensschritte und alle Bemühungen um Dokumente in Frage gestellt und selbst das Landratsamt vor den Kopf gestoßen.

Anscheinend gibt es in einer Angelegenheit unterschiedliche Rechtsauffassungen.

Sedia wird die Einreise und damit auch die Stundung seiner Abschiebehaftschulden verwehrt, zeitgleich herrscht jedoch weiterhin großer Fachkräftemangel in Deutschland und man wirbt händeringend um Fachkräfte aus dem Ausland. Sedia leistete gerade in diesem vom Fachkräftemangel besonders betroffenen Bereich wertvolle Arbeit, war für seine mitfühlende aber auch zupackende Art sowohl bei den Bewohnern als auch bei den Kollegen sehr beliebt - die Ablehnung ist ein Schlag ins Gesicht, ein Widerspruch in sich.
Wie darf man die Entscheidung des Regierungspräsidiums verstehen? Handelt es sich hierbei um einen absurden bürokratischen Schildbürgerstreich?

Wir - die Freunde und Unterstützer von Sedia - sind zutiefst erschüttert, aber auch empört über diese Farce, die uns leider so vorkommt, als ob von Anfang an klar gewesen wäre, dass Sedia nie eine Chance auf Wiedereinreise bekommen wird bzw. wurden die Hürden gar absichtlich so hoch gelegt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Wiedereinreise gegen Null geht?

In der heutigen Zeit und in unserer Gesellschaft wird so oft der Mensch und damit auch die Menschlichkeit vergessen, es wird nur nach juristischen Fakten entschieden, das kann und darf nicht das Ende unserer Bemühungen bedeuten. Wir kämpfen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mittel gegen diesen absurden Beschluss des Regierungspräsidiums und hoffen auf Eure Unterstützung, Eure Unterschrift und das Teilen der Petition und wer für Sedia spenden möchte, darf dies natürlich auch gerne tun!

Wir danken jedem Einzelnen der uns in dieser Angelegenheit unterstützt.

 

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