Petition updateStoppt die Abschiebung der Pflegefachkraft Sedia KijeraUpdate vom 15.03.2024 - Überfall auf Sedia und weitere Schritte
Stephanie SemmlerGermany
15 Mar 2024

Update vom 14.03.2024

Am 23.02. ist Sedia schweren Herzens freiwillig nach Gambia ausgereist, um der Abschiebung zu entgehen und mit der leisen Hoffnung, bald wieder mit einer Arbeitserlaubnis zurückkommen zu können.

Der Abschied war für alle Beteiligten bedrückend, doch diesen emotional schweren Gang musste er nicht alleine gehen, sondern wurde von Menschen begleitet, denen er in den letzten Jahren sehr ans Herz gewachsen ist. So durfte er bis zum Übergang ins Flugzeug von seiner ehemaligen Chefin und Leiterin des Pflegeheims am Mühlbach sowie einem Mitglied der Seebrücke begleitet werden. Hierbei geht ein großes Dankeschön an die sehr verständnisvollen Bundespolizeibeamten, die gezeigt haben, was es heißt, menschlich zu sein.

Sedia selbst war es vor seiner Abreise noch ein großes Bedürfnis, für seinen Kollegen, Heimbewohner und Unterstützer ein landestypisches Gericht zu kochen. Seine ruhige und unaufdringliche Art, allen Danke zu sagen. 

In der Zwischenzeit bewohnt Sedia mit einem Landsmann, den er in der Abschiebehaft in Pforzheim kennengelernt hat, ein kleines Zimmer in der zweitgrößten Stadt des westafrikanischen Staates Gambia. 

Der Kontakt zu ihm wird über Whatsapp und Telefon gehalten, wir versuchen ihm Hoffnung und Kraft zu geben, aber die Situation ist nicht einfach und Sedia ist  niedergeschlagen und voller Angst.

Leider hat es vor Ort dann auch noch einen sehr traurigen Zwischenfall gegeben, der uns sehr nachdenklich stimmt und uns große Sorgen macht. Sedia wurde vor ein paar Tagen morgens um 4 Uhr von Unbekannten in seinem Zimmer überfallen, brutal mit einem Schraubenschlüssel zusammengeschlagen, die Wunde musste im Krankenhaus genäht werden. Für Sedia mental aber auch finanziell eine große Belastung. Die Sorge, dass die Täter wieder kommen, weil sie ihm nichts entwenden konnten, ist groß. Die Sorge um ihn treibt sowohl die Heimbewohner als auch seine Kollegen, die mittlerweile viel mehr als das für ihn sind, um. Alle sind schrecklich traurig und können nicht verstehen, warum ihm erneut so großes Unglück widerfahren ist.

Derzeit wird nun versucht bei der Deutschen Botschaft im Senegal, die auch für Gambia zuständig ist, einen Termin zu bekommen, um ein Arbeitsausreisevisum zu beantragen. Parallel werden die für das Arbeitsvisum notwendigen Unterlagen zusammengestellt. Darin enthalten ist auch ein Arbeitsangebot seines bisherigen Arbeitgebers dem Pflegeheim Haus am Mühlbach. Die Unterlagen sollen  durch Kijeras Anwalt bis Ende dieser Woche auf Vollständigkeit geprüft werden. Danach gehen sie auf dem Postweg nach Gambia, um dort für die Beantragung eines Arbeitsvisums nach Deutschland eingereicht zu werden. Über die Erteilung des Arbeitsvisums entscheidet letztlich das Landratsamt Ludwigsburg, dort prüft die Ausländerbehörde aktuell die bestehenden Möglichkeiten.

Wir hoffen, dass die Verantwortlichen im Landratsamt ihren Ermessensspielraum nutzen werden, das Verfahren zu beschleunigen.

Wir hoffen, dass Sedias Odyssee bald ein Ende nimmt und dass er wieder zurück nach Deutschland kommen und arbeiten darf.

Wir hoffen, dass die Menschlichkeit siegt und Sedia nicht ein Abschiebefall unter Vielen bleibt, es lohnt sich, seine Geschichte anzusehen und seine Entwicklung zu bewerten. 

Nicht nur Vergangenes sollte in die Waagschale geworfen werden sondern die Tatsache, wie er sich über die Jahre entwickelt hat, wie wichtig er für unsere Gesellschaft ist und wie sehr sich die Bewohner und seine Kollegen seine Rückkehr wünschen.

Wir werden weiter für Sedia kämpfen!

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