Stoppt den Verkauf, die Vermietung der Lutherkirche an der Lipperheidstraße!

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Das Problem

Diese Petition hat das Ziel den Verkauf oder die Vermietung

der Lutherkirche Oberhausen Lipperheidstraße 55, zu verhindern.

 

Sie soll an das Presbyterium der Sophien-Kirchengemeinde, den KSV und an die Evangelische Landeskirche im Rheinland, als entscheidende Gremien verschickt werden.

Warum die Lutherkirche nicht vermietet oder verkauft werden darf?

Es würde ein, in Nutzungsmöglichkeiten und Architektur, einmaliges Ensemble verloren gehen! Denn die Zukunft von Kirche bei uns, wird durch die Sicht- und Erlebbarkeit in den Stadtvierteln entschieden und nicht auf Synoden! 

Diese Petition ist leider notwendig, weil das Presbyterium der Ev. Sophienkirchengemeinde, laut Website, den Beschluss gefasst hat, die Lutherkirche an der Lipperheidstraße zu verkaufen oder zu vermieten.

Die Lutherkirche wäre demnach die einzige Gottesdienststätte, auf dem Gebiet der Sophienkirchengemeinde, die aufgegeben wird. Das Gemeindehaus Bermensfeld sowie die Markus- und Christuskirche werden weiter von der Kirchengemeinde genutzt.

Es ist darüber hinaus geplant das Gemeindehaus an der Nohlstraße aufzugeben, wobei die Vermutung naheliegt das, in Folge der weggefallenen Gemeinderäume, die Christuskirche

Multifunktional umgebaut wird. Das wäre dann praktisch eine „Lutherkirche Light“?

Auf der Gemeindewebsite wird, begründet mit den immer weiter schwindenden Kirchensteuereinnahmen, die Notwendigkeit gesehen sich von Gebäuden zu trennen.

Die Gebäude-Energiebilanz war ein mitentscheidendes Auswahlkriterium.

Hier soll also im Grunde eine Kosten-Nutzen Abwägung stattgefunden haben.

Auf der Kostenseite stehen wohl die laufenden Ausgaben sowie die Gebäudeerhaltung.

Aber worin besteht in einer Kirchengemeinde, in dem Betrieb einer Kirche, eigentlich deren Nutzen? Ich möchte Dietrich Bonhoeffer zitieren: „Unser Christsein wird heute nur in zweierlei bestehen: im Beten und im Tun des Gerechten unter den Menschen.“

Es wäre demzufolge zu fragen, welches Gebäude, welche Menschen, welche Arbeit brauchen wir um diesem einfachen? Anspruch möglichst gerecht zu werden.

Hier sehe ich die Lutherkirche in herausgehobener Weise geeignet.

Die Gründe:

Der Kirchgarten hat eine, das ganze Grundstück umschließende Einfriedung, die gleichzeitig Schutz aber auch Sicht und Zugang ermöglicht. Es gibt Sitzgelegenheiten die zum Verweilen einladen. Hohe Bäume, Wiesen und Sträucher verstärken den Eindruck einer kleinen Oase, eines Parks. Die im inneren verlaufenden Wege erleichtern es die Kirche zu umrunden und sind, beispielsweise für Kinder sehr gut geeignet um das Radfahren zu erlernen.

Gerade für kleine Kinder ist der Kirchgarten ein nahezu idealer Bewegungs- und Lernraum. Hier kann in einem geschützten Bereich ausprobiert und gespielt werden.

Es gibt die Möglichkeit mit dem Bobby-Car die Rampe herunterfahren oder auch Vögel und Eichhörnchen zu beobachten. Durch die Anordnung der Sitzgruppen können, hier die Kinder, dort die Schüler, und wieder woanders die Alten, relativ ungestört beieinander sein.

Und, ganz wichtig in Zeiten des Klimawandels, ist das kühlende Micro-Klima das durch den Bewuchs, durch seine hohen alten Bäume, ermöglicht wird.

Es gehörte immer, besonders nach der mit öffentlichen Mitteln erfolgten Umgestaltung des Kirchgartens, zum Konzept der Lutherkirche, den weitestgehend freien Zugang zum Kirchgarten zu ermöglichen. Denn wir sehen eine Kirche die, mit ihren Nischen und roten Ziegeln, im Viertel einfach Ruhe und ein Willkommen ausstrahlt.

Der Kirchgarten war schon in der Vergangenheit ein besonderer Ort für viele Veranstaltungen, von Taufgottesdiensten bis zum Kirchgartentreff mit Speisen und kühlen Getränken, ein Ort für Kunstausstellungen und Konzerte, für Chormusik oder Rock und Pop.

Und es wäre noch viel mehr möglich! Erst recht, wenn der schon beschlossene Bau eines Nebengebäudes zur Ausführung gelangt wäre. Was schon ökologisch sinnvoll umgesetzt wurde, ist die Abkoppelung der Dach- und Wegeflächen vom öffentlichen Abwassernetz. Ein kleiner Beitrag zur, von Fachleuten dringend empfohlenen, „Schwammstadt.“ Alles Oberflächenwasser versickert im Kirchgarten!

Der Kirchinnenraum. Das Draußen wird hereingelassen!

Ähnlich wie der Einblick durch die Einfriedung in den Kirchgarten, ermöglichen auch die großen hellen Kirchfenster einen Blick ins Innere des Gebäudes.

Aber auch von drinnen nach draußen, nicht so dunkel und abschottend wie so viele andere Kirchen. Das war eine der Anforderungen die das Konzept der 1995 stattgefundenen grundlegenden Umgestaltung der Lutherkirche vorsah:

Eine Kirche für die Menschen, nicht nur unserer Stadt, die den Zugang ganz wortwörtlich erleichtert.

Niedrigschwellig nannte man das. Und mit der innovativen Innenarchitektur, die eine vielfältige Nutzung erst ermöglichte, wurde echte Pionierarbeit geleistet!

Durch einen freundlichen Raum, der viel Licht hereinlässt, fast kreisförmig, im inneren Barrierefrei und von außen, mit Hilfe einer Rampe, auch ohne Stufen zu erreichen.

Kein abgehobener Altarbereich, sondern mit einem Altar, der demontierbar und zu entfernen ist. Einer Kanzel, einem Taufbecken die sich einfach verschieben lassen.

Für alle möglichen und vorher unmöglichen Veranstaltungen.

In dieser Kirche wurde gefeiert, getanzt, gelacht, gegessen, ganz unterschiedlicher Musik gelauscht und manche Kinder schliefen bei Feiern auf der Kirchenbank.

Es wurde aber auch getrauert, nachgedacht und gebetet, im Gottesdienst

wie beim politischen Nachtgebet. Mit Gästen vom Gymnasium gegenüber, aus Tansania, aus Namibia oder Botswana.

Und noch viel mehr war zu erleben, von A wie Ausstellungen bis C wie Circus. Je nach Anlass sitzt man sich entweder gegenüber, sieht sich, und das miteinander steht im Vordergrund.

Oder man lauscht konzentrierter, einer Predigt, einem Vortrag, einem Konzert.

Aber, wer auch immer die Kirche betritt, man begegnet sich auf Augenhöhe.

Ob Pfarrer oder Gottesdienstbesucher, ob Bürger oder Bürgermeister!

Und wenn es dunkel wird schafft das Lichtkonzept in der Kirche eine Wohlfühl-Atmosphäre. Viele Besucher haben genau diesen Eindruck auch immer wieder bestätigt!

Natürlich diese Kirche kostet, keine moderne Wärmedämmung des Mauerwerks,

sondern große bleiverglaste Fenster, ganz viel Volumen und wirklich hohe Decken!

Aber alle diese „Kostenfaktoren“ wirken! Sie weiten den Blick und unterscheiden diese Kirche von einem reinen Zweckbau.

Gerade in diesen zermürbenden Zeiten darf dieses schöne Symbol evangelischen Lebens in Oberhausen nicht verloren gehen, sondern gepflegt und weiterentwickelt!

Mit kreativem Engagement lässt sich sicher auch die Energiebilanz verbessern.

Denn, und das ist Physik, Energie geht nicht verloren, sie verwandelt.

Warum also, in Gottes Namen, soll ausgerechnet die Lutherkirche aufgegeben werden?

Nehmen sie bitte ihren Beschluss zurück oder setzen sich dafür ein, dass dieser zurückgezogen wird.

Verantwortlich für diese Petition: Herbert Schwanke, Martin-Luther Str. 40, 46047 Oberhausen.

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