Petition updateStoppen Sie die giftige Atemluft im Flugzeug!NEUIGKEITEN AUS DER „FUME EVENT SPRECHSTUNDE“
Kerstin KonradGermany
Jun 26, 2017
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, wir möchten Euch heute alle Neuigkeiten rund um die "Fume Event Sprechstunde" in einem etwas längeren Update mitteilen. Leider gibt es nicht nur Gute... Am 31.05.2017 haben wir die neuen Räumlichkeiten der Ambulanz gemeinsam mit Herrn Prof. Schön und Frau Dr. Heutelbeck besichtigt. Die "Fume Event Sprechstunde" wurde an die Dermatologie der UMG angegliedert und befindet sich somit jetzt im Hauptgebäude. Die Hautklinik ist die größte Einzelambulanz an der UMG und hat Berührungspunkte zur Arbeitsmedizin, da viele Berufskrankheiten in das Fachgebiet der Dermatologie fallen. Die Anmeldung der Patienten erfolgt nun über die dortige Leitstelle. Der Vorteil ist, dass der Patient sofort elektronisch erfasst wird und ebenfalls, dank modernster Kliniktechnologie, durch die Behandlung geleitet wird (Bildschirmnotifikationen mit Räumlichkeiten etc.). Es gibt ein Sekretariat mit 2 Arbeitsplätzen, einen Raum in dem die Lungenuntersuchungen und kognitiven Tests durchgeführt werden und einen sogenannten Cube, in dem die Besprechungen stattfinden. Bei voller personeller Besetzung der Ambulanz können bis zu 4 Patientinnen und Patienten pro Tag untersucht werden. Leider müssen wir Euch mit diesem Update aber auch mitteilen, dass die Ambulanz nach wie vor nicht voll besetzt ist. Es fehlen immer noch Arzthelfer/innen und administrative Kräfte. Es gibt bei krankheits- oder urlaubsbedingten Fehlzeiten keine Vertretung und dies ist zukünftig auch nicht vorgesehen. Somit wird die Ambulanz bei Ausfall geschlossen oder reduziert betrieben, so wie es aktuell der Fall ist. Mit dem Schreiben der noch ausstehenden Befundberichte wird jetzt erst begonnen, da die Prozessierung der Verschriftlichung noch nicht abschließend geklärt war. Unterschiedliche Abteilungen, wie IT und Zentrales Schreibbüro mussten involviert werden, was natürlich zeitintensiv ist. Nach aktuellem Kenntnisstand wurde noch kein Bericht verschickt. Das Diktieren der Berichte, als ärztliche Tätigkeit, stellt, neben vielen weiteren administrativen und bürokratischen Arbeiten durch die jeweils zuständige Abteilung/Verantwortliche, nur einen Schritt auf dem Weg zum Bericht an den überweisenden Arzt dar. Frau Dr. Heutelbeck bittet weiterhin um Verständnis. Zusätzlich zu diesen prozess- und personalbedingten Hürden hat die Berufsgenossenschaft für Verkehr und Transport (BG Verkehr) ein weiteres Hindernis eingebaut. Ab sofort zählt Humanbiomonitoring (Untersuchung von Blut und Urin) nicht mehr zu den Leistungen, die im Zusammenhang mit Fume Events zulasten der Berufsgenossenschaft Verkehr möglich sind. Dies wurde von der BG Verkehr an die UMG kommuniziert, wie wir auf Anfrage erfahren haben. D.h. wenn der Durchgangsarzt im Rahmen der Heilbehandlung die arbeitsmedizinische Expertise der UMG mit spezifischen Kenntnissen zu dieser Art von Unfällen hinzuzieht, weil er nicht über die entsprechende Fachkenntnis verfügt, dann kann die "Fume Event Sprechstunde" ab sofort KEINE BLUT-UND URINUNTERSUCHUNG auf mögliche innere Belastungen mit Schadstoffen in anderen Laboren zu Lasten der BG in Auftrag geben. Dies ist die aktuelle Rechtsauffassung der BG Verkehr. Interessant finden wir in diesem Zusammenhang, dass die BG Verkehr, mit dem IPA Bochum als Labor, im Rahmen einer Multi-Center-Studie ein Humanbiomonitoring (HBM) nach eigenem Konzept durch 12 ausgesuchte Durchgangsärzte selbst durchführen lässt. Es ist nicht bekannt, ob die Ergebnisse der Studie in das individuelle Heilverfahren einfließen. Für Patienten im Rahmen der Heilbehandlung nach Fume Event ist ein Humanbiomonitoring als Leistung nicht möglich während innerhalb einer Studie der BG Verkehr in Zusammenhang mit Fume Events ein Humanbiomonitoring nach unbekannten Kriterien durchgeführt wird. Bis zur Klärung dieser Widersprüche wird empfohlen, die Blut- und Urinproben privat einzufrieren. Besonders auch vor dem Hintergrund der vielfachen Erfahrungsberichte verschiedener Kollegen, die in den von der BG empfohlenen Anlaufstellen nach „Fume Event“ vorstellig wurden und dort auf viele Hindernisse stießen (Verweigerung der Blutentnahme, ungekühltes Blut wurde verschickt, Untersuchungen nicht durchgeführt, etc.), sollte man eigene Proben sichern. Als Hinweis für Betroffene sollte Blut und Urin nicht Herausgegeben werden: §953 BGB regelt das Eigentum an getrennten Erzeugnissen und Bestandteilen, d.h. Ärzte und Kliniken müssen die Blut- und Urinproben auf Wunsch des Patienten herausgeben, da es sich um einen getrennten Bestandteil des Eigentums (eigenes Blut und Urin) handelt. Allerdings werden häufig Behandlungsverträge vorgelegt, in denen es den Passus gibt, dass man dieses Recht abtritt. Dieser Passus sollte, nach durchlesen der gesamten Vereinbarung, herausgestrichen werden. In jedem Fall sollten aber zumindest fachärztliche Untersuchungen der Beschwerden durchgeführt werden, auch wenn aktuell kein Biomonitoring außerhalb der Studie erfolgen kann. Wir empfehlen jedem, der aktuell durch ein Fume Event verunfallt ist, die Auffassung der BG Verkehr durch einen Juristen mit Fachgebiet Sozialrecht prüfen zu lassen und gegebenenfalls rechtlich dagegen vorzugehen. Zusätzlich sollten alle Crewmitglieder ihre Gewerkschaftsvertreter kontaktieren. Aus unserer Sicht wird das HANDELN DES BUNDESMINISTERIUMS FÜR ARBEIT UND SOZIALES immer DRINGLICHER. FRAU NAHLES MUSS AKTIV WERDEN IM SINNE DER VERUNFALLTEN Arbeitnehmer und Passagiere! Nicht nur die Tatsache, dass dieses Problem der kontaminierte Kabinenluft überhaupt existiert- jetzt wird Betroffenen eine rechtlich garantierte Untersuchung verwehrt. Sieht so Gerechtigkeit aus? Verärgerte Grüße Eure Ekaterini, Kerstin, Michael und Oliver
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