Starten wir eine Reform in unserem Pfandsystem, bevor es zu spät ist

Das Problem

 

Fragen Sie sich einmal selbst, ob Sie hilfsbereit sind und ob Sie den Menschen, die Ihre Getränke herstellen, helfen wollen.

 

Das Pfand, eine Erfindung, die es seit 2003 gibt und für viele zum festen Bestandteil des Einkaufs gehört, hat ein festes System in Deutschland. Doch dieses System hat im Laufe der Zeit immer mehr Probleme bekommen und erfüllt zurzeit seinen Zweck, das ressourcenschonende Produzieren von Getränkeflaschen, nicht mehr richtig. Konkret sieht es so aus: Der Käufer oder die Käuferin gibt die Flaschen ab und bekommt dafür Geld. Diese Flaschen werden dann zur Brauerei gebracht, um gespült und neu befüllt zu werden, was 30 bis 50 Mal passiert. Es handelt sich also um ein System, das unnötige Produktion verhindert und aus bestehenden Produkten einen Kreislauf der Wiederverwendung erschafft.

 

Die Probleme

 

Fast jeden Sommer gibt es in den Nachrichten Meldungen, dass die Brauereien dazu auffordern, die Flaschen wieder abzugeben, da sie für die Brauereien unverzichtbar sind. Dafür gibt es schließlich das Pfand, welches einen finanziellen Anreiz bietet, seine Flaschen wieder abzugeben. Doch dieser Anreiz ist verblasst. Im Großen und Ganzen stehen die Brauereien vor zwei großen Herausforderungen, die durch das jetzige System entstehen.

 

Das erste Problem ist, dass für viele das Pfand zu niedrig ist. Bei einer Bierflasche liegt das Pfand gerade mal bei 8 Cent. Für viele ist das bei Weitem zu wenig, als dass sie daran denken würden, ihre Flaschen regelmäßig wieder abzugeben. Deswegen verstauben sie bei vielen Menschen einfach im Keller oder werden anderswo entsorgt, zum Beispiel im Müll und nicht im Pfandautomaten. Diese Flaschen fehlen nun im Kreislauf, weswegen andere Flaschen wieder produziert werden müssen. In dem Ausmaß, wie das heute passiert, wird es zum finanziellen Problem, gerade für die kleinen Brauereien. Zudem kommt, dass die Preise für Glas, welches mit Gas produziert wird, seit dem Ukrainekrieg stark gestiegen sind, was es umso wichtiger macht, dass die bereits produzierten Flaschen wieder zurückkommen.

 

Das zweite Problem ist selbstgemacht. Früher gab es weniger verschiedene Flaschenformen als heute. Allen voran die Euroflasche, die dann durch die NRW-Flasche ersetzt wurde. Heute sieht es anders aus, es gibt über 120 verschiedene Flaschenformen. Dies ist jedoch nicht der einzige Punkt, an dem sich die Brauereien selbst behindern. Bei den großen Marken hat sich der Trend entwickelt, die Flaschen mit einem Branding zu versehen. Branding bedeutet hier, dass der Name, das Logo oder die Initialen der jeweiligen Brauerei in die Flasche graviert werden. Diese beiden Individualisierungsstrategien behindern ein Pfandsystem, in dem man jede Flasche verwenden kann. Ein konkretes Beispiel ist hier der Fakt, dass in den Super- und Getränkemärkten die Kästen nicht flaschenrein sortiert werden. So muss eine Palette von Brauerei A, wenn sie wieder dort ankommt, wieder auseinander genommen und auf Branding und andere Flaschenformen überprüft werden. Diese Fremdflaschen kommen jedoch oft in den Kästen vor, da die formfremden und mit Branding versehenen Flaschen von den umsatzstarken Brauereien hergestellt werden. Sie sind also in großer Menge vertreten. Das führt dazu, dass wenn Brauerei A eine Form- oder Branding-Flasche von Brauerei B findet, sie diese nicht verwenden kann, da es keine Flasche von Brauerei A ist und sie so individualisiert ist, dass man nicht das eigene Bier darin abfüllen kann. Dies würde sonst als Wettbewerbsverzerrung gewertet werden und die Käufer nur verwirren. Somit muss diese Flasche entweder entsorgt oder teuer von anderen Firmen zu der jeweiligen Herstellerbrauerei zurückgefahren werden. Was sich in Zeiten von teuren Produktionskosten kaum eine Brauerei leisten kann, erst recht nicht die kleinen Familien- oder Traditionsbrauereien.

 

Zusammenfassend kommen also nur wenige Flaschen zurück, und die, die zurückkommen, sind nicht für alle Brauereien geeignet. Dieser Umstand macht eine Neu-Produktion nötig, was jedoch teurer und vor allem ressourcen- sowie umweltbelastender ist. Dies hat zur Folge, dass Bier an sich teurer wird und für viele auch ein nicht mehr profitables Geschäft ist.

 

Der Vorschlag

 

Ich schlage daher mit dieser Petition vor, dass wir das Pfandsystem modernisieren. Konkret schlage ich vor, dass der Pfandsatz auf Bierflaschen, die aus Mehrwegglas bestehen, egal ob mit oder ohne Bügel, auf 20 Cent erhöht wird. Auch soll eine neue Standardflasche entwickelt werden, die in Zukunft von allen Brauereien genutzt wird. Diese Flaschen sollen auch ohne Branding auskommen, stattdessen soll das Branding durch Aufkleber oder andere Mittel, die leicht austauschbar sind, ersetzt werden, um wieder einen funktionierenden Leergut-Kreislauf herzustellen. Der neue Pfandsatz soll nur auf diese neuen Flaschen erhoben werden, um die Brauereien vor Nachzahlungen des derzeit im Umlauf befindlichen Leerguts zu schützen. Im Großen und Ganzen gibt es in Deutschland nur sieben verschiedene Flaschenformen, die wirklich notwendig sind: Die normale 0,5-Liter- und die 0,33-Liter-Flasche, die Steini in 0,33 Litern und 0,5 Litern, die Bügelflasche mit 0,5 Litern und 0,33 Litern sowie die 0,275-Liter-Flasche. Für diese sieben Arten soll es neue Flaschen geben, die dann alle benutzen, zusammen mit den dazugehörigen neuen Kästen/Rahmen. Diese Kästen/Rahmen sollen statt den jetzigen 1,50 Euro. 5 Euro Pfand haben (ohne die Flaschen) um so das Gleichgewicht zuhalten, sodass sowohl Kästen/Rahmen als auch Flaschen wieder öfters zurückkommen, da die Kästen/Rahmen für den Transport benötigt werden, können wir nicht zulassen das sie weiterhin für den Möbelbau oder andere Sachen benutzt werden. Auch sie müssen wieder in höherer Anzahl abgegeben werden, was durch mehr Pfand wieder effektiver passieren würde. Somit wären die aktuellen Probleme beseitigt. Das Leergutsystem wäre wieder einheitlich, der finanzielle Anreiz wäre stärker und somit effektiver, es müsste nicht teuer umsortiert werden, und da diese Flaschen mit den Brauereien entwickelt werden, kann jeder dort einen wichtigen Teil von seiner jetzigen Flasche mit einfließen lassen.

 

Warum es richtig ist

 

Das System so zu lassen, wie es ist, wird uns früher oder später unser Bier unendlich teuer machen.

 

Der Vorschlag, das Leergutsystem zu reformieren, existiert schon länger und bisher ist es nicht passiert. Das am häufigsten genannte Argument der Gegner war, dass es für den Verbraucher umständlich und verwirrend wäre. Dazu sage ich ja, unser Pfandsystem ist verwirrend, doch in meinem Vorschlag wird diese Verwirrung beseitigt. Statt zwischen aktuell 8- oder 15-Cent-Flaschen und 2,38- bis 3,90-Euro-Bierkästen zu unterscheiden, hätte man mit diesem Vorschlag zwei Zahlen: 20 Cent pro Flasche und 5 Euro pro Kasten (ohne Flaschen). Auch hätten wir so das Pfand in Deutschland im Allgemeinen vereinfacht. So wäre alles, was Bier ist, bei 20 Cent pro Flasche, alles, was Wasser oder Limo im Mehrweg ist, bei 15 Cent pro Flasche und alles, was Einweg ist, bei den gewohnten 25 Cent. Drei Arten von Getränken und drei Arten von Pfandpreisen.

 

Warum 20 Cent? Weil der momentane Einkaufspreis für eine Flasche zwischen 19 und 21 Cent liegt. Ebenso wie die 5€ bei den (noch) leeren Kästen/Rahmen.

 

Ein anderer Kritikpunkt war, dass die Brauereien für das jetzige Leergut dann ja mehr bezahlen müssten, da ihre momentan 8-Cent-Flasche nun 20 Cent Pfand hätte. Dieses Problem wird jedoch durch die neuen Flaschenmodelle gelöst. Die alten Flaschen werden nach wie vor mit 8 oder 15 Cent bepfandet. Da diese jedoch (wenn diese Petition Erfolg hat) nicht mehr produziert werden, werden sie aus dem Markt verschwinden, sodass es nach einiger Zeit nur noch die 20-Cent-Einheitsflaschen gibt. Dies wäre zudem ein Anreiz für alle, die die aktuellen Flaschen noch haben, diese schnell abzugeben, denn Geschäfte sind nicht dazu verpflichtet, Pfand auf Mehrwegflaschen zu erstatten, die sie selbst nicht im Sortiment haben. Was zusätzlich Ressourcen für die Brauereien bedeuten würde, da sie so endlich wieder viele Flaschen und somit viel Glas zur Verfügung hätten, welches dann nur recycelt werden muss.

 

Aus wirtschaftlicher Sicht spart es zudem Kosten, da man die Flaschen nicht teuer umsortieren muss und sie auch nicht von anderen Brauereien wieder teuer abholen muss.

 

Der Umweltaspekt steht zwar nicht direkt im Vordergrund, ist jedoch immer dabei. Die Glasproduktion ist so energieintensiv wie kaum eine andere Industrie in Deutschland. Glas ist auch eines der wenigen Produkte, das zu 100 % wiederverwendbar ist. Umso schlimmer ist es, wenn Flaschen weggeworfen werden oder sonst nicht in den Kreislauf zurückkommen. Glas ist und bleibt das Material, das aus Umweltsicht den meisten Nutzen hat, bei Getränken. Zudem verkürzt dieses neue Pfandsystem die Lieferwege, da nun keine Individualflaschen mehr zu genau ihrer Brauerei gefahren werden müssen, die je nach Lage am anderen Ende von Deutschland sein kann. Somit reduziert es zudem den CO₂-Ausstoß auf der Straße und spart dadurch auch Kosten.

 

Erste Beispiele, dass es mit einer Einheitsflasche schon funktioniert, gibt es auch. Die 0,33-Liter-Flasche Longneck wird beispielsweise von vielen unterschiedlichen Brauereien benutzt, auch von denen, die ihre 0,5-Liter-Flaschen mit eigenem Branding versehen. Dies passiert bei der Longneck aber seltener als bei der

0,5-Liter-Flasche. Man sieht also, die Einheit ist zwar (momentan) klein, jedoch durchaus möglich.

 

Warum jeder betroffen ist

 

Jeder von uns ist von diesen Problemen betroffen. Zwar arbeitet nicht jeder in einer Brauerei oder in einem Getränkemarkt, jedoch hat wahrscheinlich jeder von uns schon einmal aus einer Mehrwegglasflasche getrunken oder kauft sie regelmäßig. Bier ist das Nationalgetränk der Deutschen, und Deutschland ist das Land der Brauereien in all ihrer Vielfalt. Es ist Teil unserer Kultur und ein Erbe, das wir schützen sollten. Abgesehen davon gehört Bier für viele zum Leben dazu, sei es das Feierabendbier, das Bier, das man auf einer Party trinkt, oder das Bier, das man trinkt, einfach weil es einem schmeckt, sei es mit oder ohne Alkohol. Das Bier darf nicht zum Luxusgetränk werden, was es jedoch wird, wenn die Ernten weiter geringer ausfallen und die Flaschen immer neu produziert werden müssen. Auch diejenigen, die kein Bier trinken, spreche ich hiermit an. Manche trinken es, manche nicht, jedoch sieht jeder von uns immer und immer mehr Müll in der Natur liegen. Auch darunter Glasflaschen, jedoch immer und immer weniger Einweg-Plastikflaschen, was nur logisch ist, denn 25 Cent wirft man weniger oft weg als 8 Cent. Für einige geht es um ihr Lieblingsgetränk, für andere um den Arbeitsplatz, für uns alle aber um den Schutz unserer Natur und Heimat. Pfand hat es schon einmal geschafft, unser Kaufverhalten zu verbessern, und jetzt kann es das wieder tun.

 

Mit dieser Petition werden wir Erfolg haben, und ich hoffe, dass wir gehört werden. Auf einen baldigen Sieg und darauf, dass wir in naher Zukunft nie wieder Bierflaschen als Müll irgendwo sehen.

 

Wenn Sie auch hilfsbereit sind, Ihnen Ihr Stadtbild und die Menschen hinter Ihrem Bier wichtig sind, dann bitte ich Sie freundlichst zu unterschreiben.

 

Ich richte mich an:

 

- Die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, Steffi Lemke

- Den Präsidenten des Deutschen Brauer-Bundes, Christian Weber

- Die vier Mitglieder der Geschäftsführung der Radeberger Gruppe, Guido Mockel, Thomas Fresse, Ulf Kampruwen und Christian Schütz

- Den Leiter der Veltins Brauerei, Volker Kuhl

- Den Geschäftsführer der Krombacher Brauerei, Bernhard Schadeberg

 

Quellen:Brauer fordern höheres Flaschenpfand | BR24live

-Leergut-Mangel: Wird jetzt das Bier knapp? | Zur Sache! Baden-Württemberg

-https://youtu.be/7jdKHTZXsso?si=Lixdt8mj0Z_smHBM

-Warum verschwinden so viele Bierflaschen? Dem Pfand auf der Spur || PULS Reportage

-Individuelle Flaschen machen Leergut zum teuren Problem für Brauereien | Abendschau | BR24

-Problem mit dem Leergut: Die Flaschen werden knapp | Abendschau | BR24

 

 

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Fabian UlbrichPetitionsstarter*in

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Das Problem

 

Fragen Sie sich einmal selbst, ob Sie hilfsbereit sind und ob Sie den Menschen, die Ihre Getränke herstellen, helfen wollen.

 

Das Pfand, eine Erfindung, die es seit 2003 gibt und für viele zum festen Bestandteil des Einkaufs gehört, hat ein festes System in Deutschland. Doch dieses System hat im Laufe der Zeit immer mehr Probleme bekommen und erfüllt zurzeit seinen Zweck, das ressourcenschonende Produzieren von Getränkeflaschen, nicht mehr richtig. Konkret sieht es so aus: Der Käufer oder die Käuferin gibt die Flaschen ab und bekommt dafür Geld. Diese Flaschen werden dann zur Brauerei gebracht, um gespült und neu befüllt zu werden, was 30 bis 50 Mal passiert. Es handelt sich also um ein System, das unnötige Produktion verhindert und aus bestehenden Produkten einen Kreislauf der Wiederverwendung erschafft.

 

Die Probleme

 

Fast jeden Sommer gibt es in den Nachrichten Meldungen, dass die Brauereien dazu auffordern, die Flaschen wieder abzugeben, da sie für die Brauereien unverzichtbar sind. Dafür gibt es schließlich das Pfand, welches einen finanziellen Anreiz bietet, seine Flaschen wieder abzugeben. Doch dieser Anreiz ist verblasst. Im Großen und Ganzen stehen die Brauereien vor zwei großen Herausforderungen, die durch das jetzige System entstehen.

 

Das erste Problem ist, dass für viele das Pfand zu niedrig ist. Bei einer Bierflasche liegt das Pfand gerade mal bei 8 Cent. Für viele ist das bei Weitem zu wenig, als dass sie daran denken würden, ihre Flaschen regelmäßig wieder abzugeben. Deswegen verstauben sie bei vielen Menschen einfach im Keller oder werden anderswo entsorgt, zum Beispiel im Müll und nicht im Pfandautomaten. Diese Flaschen fehlen nun im Kreislauf, weswegen andere Flaschen wieder produziert werden müssen. In dem Ausmaß, wie das heute passiert, wird es zum finanziellen Problem, gerade für die kleinen Brauereien. Zudem kommt, dass die Preise für Glas, welches mit Gas produziert wird, seit dem Ukrainekrieg stark gestiegen sind, was es umso wichtiger macht, dass die bereits produzierten Flaschen wieder zurückkommen.

 

Das zweite Problem ist selbstgemacht. Früher gab es weniger verschiedene Flaschenformen als heute. Allen voran die Euroflasche, die dann durch die NRW-Flasche ersetzt wurde. Heute sieht es anders aus, es gibt über 120 verschiedene Flaschenformen. Dies ist jedoch nicht der einzige Punkt, an dem sich die Brauereien selbst behindern. Bei den großen Marken hat sich der Trend entwickelt, die Flaschen mit einem Branding zu versehen. Branding bedeutet hier, dass der Name, das Logo oder die Initialen der jeweiligen Brauerei in die Flasche graviert werden. Diese beiden Individualisierungsstrategien behindern ein Pfandsystem, in dem man jede Flasche verwenden kann. Ein konkretes Beispiel ist hier der Fakt, dass in den Super- und Getränkemärkten die Kästen nicht flaschenrein sortiert werden. So muss eine Palette von Brauerei A, wenn sie wieder dort ankommt, wieder auseinander genommen und auf Branding und andere Flaschenformen überprüft werden. Diese Fremdflaschen kommen jedoch oft in den Kästen vor, da die formfremden und mit Branding versehenen Flaschen von den umsatzstarken Brauereien hergestellt werden. Sie sind also in großer Menge vertreten. Das führt dazu, dass wenn Brauerei A eine Form- oder Branding-Flasche von Brauerei B findet, sie diese nicht verwenden kann, da es keine Flasche von Brauerei A ist und sie so individualisiert ist, dass man nicht das eigene Bier darin abfüllen kann. Dies würde sonst als Wettbewerbsverzerrung gewertet werden und die Käufer nur verwirren. Somit muss diese Flasche entweder entsorgt oder teuer von anderen Firmen zu der jeweiligen Herstellerbrauerei zurückgefahren werden. Was sich in Zeiten von teuren Produktionskosten kaum eine Brauerei leisten kann, erst recht nicht die kleinen Familien- oder Traditionsbrauereien.

 

Zusammenfassend kommen also nur wenige Flaschen zurück, und die, die zurückkommen, sind nicht für alle Brauereien geeignet. Dieser Umstand macht eine Neu-Produktion nötig, was jedoch teurer und vor allem ressourcen- sowie umweltbelastender ist. Dies hat zur Folge, dass Bier an sich teurer wird und für viele auch ein nicht mehr profitables Geschäft ist.

 

Der Vorschlag

 

Ich schlage daher mit dieser Petition vor, dass wir das Pfandsystem modernisieren. Konkret schlage ich vor, dass der Pfandsatz auf Bierflaschen, die aus Mehrwegglas bestehen, egal ob mit oder ohne Bügel, auf 20 Cent erhöht wird. Auch soll eine neue Standardflasche entwickelt werden, die in Zukunft von allen Brauereien genutzt wird. Diese Flaschen sollen auch ohne Branding auskommen, stattdessen soll das Branding durch Aufkleber oder andere Mittel, die leicht austauschbar sind, ersetzt werden, um wieder einen funktionierenden Leergut-Kreislauf herzustellen. Der neue Pfandsatz soll nur auf diese neuen Flaschen erhoben werden, um die Brauereien vor Nachzahlungen des derzeit im Umlauf befindlichen Leerguts zu schützen. Im Großen und Ganzen gibt es in Deutschland nur sieben verschiedene Flaschenformen, die wirklich notwendig sind: Die normale 0,5-Liter- und die 0,33-Liter-Flasche, die Steini in 0,33 Litern und 0,5 Litern, die Bügelflasche mit 0,5 Litern und 0,33 Litern sowie die 0,275-Liter-Flasche. Für diese sieben Arten soll es neue Flaschen geben, die dann alle benutzen, zusammen mit den dazugehörigen neuen Kästen/Rahmen. Diese Kästen/Rahmen sollen statt den jetzigen 1,50 Euro. 5 Euro Pfand haben (ohne die Flaschen) um so das Gleichgewicht zuhalten, sodass sowohl Kästen/Rahmen als auch Flaschen wieder öfters zurückkommen, da die Kästen/Rahmen für den Transport benötigt werden, können wir nicht zulassen das sie weiterhin für den Möbelbau oder andere Sachen benutzt werden. Auch sie müssen wieder in höherer Anzahl abgegeben werden, was durch mehr Pfand wieder effektiver passieren würde. Somit wären die aktuellen Probleme beseitigt. Das Leergutsystem wäre wieder einheitlich, der finanzielle Anreiz wäre stärker und somit effektiver, es müsste nicht teuer umsortiert werden, und da diese Flaschen mit den Brauereien entwickelt werden, kann jeder dort einen wichtigen Teil von seiner jetzigen Flasche mit einfließen lassen.

 

Warum es richtig ist

 

Das System so zu lassen, wie es ist, wird uns früher oder später unser Bier unendlich teuer machen.

 

Der Vorschlag, das Leergutsystem zu reformieren, existiert schon länger und bisher ist es nicht passiert. Das am häufigsten genannte Argument der Gegner war, dass es für den Verbraucher umständlich und verwirrend wäre. Dazu sage ich ja, unser Pfandsystem ist verwirrend, doch in meinem Vorschlag wird diese Verwirrung beseitigt. Statt zwischen aktuell 8- oder 15-Cent-Flaschen und 2,38- bis 3,90-Euro-Bierkästen zu unterscheiden, hätte man mit diesem Vorschlag zwei Zahlen: 20 Cent pro Flasche und 5 Euro pro Kasten (ohne Flaschen). Auch hätten wir so das Pfand in Deutschland im Allgemeinen vereinfacht. So wäre alles, was Bier ist, bei 20 Cent pro Flasche, alles, was Wasser oder Limo im Mehrweg ist, bei 15 Cent pro Flasche und alles, was Einweg ist, bei den gewohnten 25 Cent. Drei Arten von Getränken und drei Arten von Pfandpreisen.

 

Warum 20 Cent? Weil der momentane Einkaufspreis für eine Flasche zwischen 19 und 21 Cent liegt. Ebenso wie die 5€ bei den (noch) leeren Kästen/Rahmen.

 

Ein anderer Kritikpunkt war, dass die Brauereien für das jetzige Leergut dann ja mehr bezahlen müssten, da ihre momentan 8-Cent-Flasche nun 20 Cent Pfand hätte. Dieses Problem wird jedoch durch die neuen Flaschenmodelle gelöst. Die alten Flaschen werden nach wie vor mit 8 oder 15 Cent bepfandet. Da diese jedoch (wenn diese Petition Erfolg hat) nicht mehr produziert werden, werden sie aus dem Markt verschwinden, sodass es nach einiger Zeit nur noch die 20-Cent-Einheitsflaschen gibt. Dies wäre zudem ein Anreiz für alle, die die aktuellen Flaschen noch haben, diese schnell abzugeben, denn Geschäfte sind nicht dazu verpflichtet, Pfand auf Mehrwegflaschen zu erstatten, die sie selbst nicht im Sortiment haben. Was zusätzlich Ressourcen für die Brauereien bedeuten würde, da sie so endlich wieder viele Flaschen und somit viel Glas zur Verfügung hätten, welches dann nur recycelt werden muss.

 

Aus wirtschaftlicher Sicht spart es zudem Kosten, da man die Flaschen nicht teuer umsortieren muss und sie auch nicht von anderen Brauereien wieder teuer abholen muss.

 

Der Umweltaspekt steht zwar nicht direkt im Vordergrund, ist jedoch immer dabei. Die Glasproduktion ist so energieintensiv wie kaum eine andere Industrie in Deutschland. Glas ist auch eines der wenigen Produkte, das zu 100 % wiederverwendbar ist. Umso schlimmer ist es, wenn Flaschen weggeworfen werden oder sonst nicht in den Kreislauf zurückkommen. Glas ist und bleibt das Material, das aus Umweltsicht den meisten Nutzen hat, bei Getränken. Zudem verkürzt dieses neue Pfandsystem die Lieferwege, da nun keine Individualflaschen mehr zu genau ihrer Brauerei gefahren werden müssen, die je nach Lage am anderen Ende von Deutschland sein kann. Somit reduziert es zudem den CO₂-Ausstoß auf der Straße und spart dadurch auch Kosten.

 

Erste Beispiele, dass es mit einer Einheitsflasche schon funktioniert, gibt es auch. Die 0,33-Liter-Flasche Longneck wird beispielsweise von vielen unterschiedlichen Brauereien benutzt, auch von denen, die ihre 0,5-Liter-Flaschen mit eigenem Branding versehen. Dies passiert bei der Longneck aber seltener als bei der

0,5-Liter-Flasche. Man sieht also, die Einheit ist zwar (momentan) klein, jedoch durchaus möglich.

 

Warum jeder betroffen ist

 

Jeder von uns ist von diesen Problemen betroffen. Zwar arbeitet nicht jeder in einer Brauerei oder in einem Getränkemarkt, jedoch hat wahrscheinlich jeder von uns schon einmal aus einer Mehrwegglasflasche getrunken oder kauft sie regelmäßig. Bier ist das Nationalgetränk der Deutschen, und Deutschland ist das Land der Brauereien in all ihrer Vielfalt. Es ist Teil unserer Kultur und ein Erbe, das wir schützen sollten. Abgesehen davon gehört Bier für viele zum Leben dazu, sei es das Feierabendbier, das Bier, das man auf einer Party trinkt, oder das Bier, das man trinkt, einfach weil es einem schmeckt, sei es mit oder ohne Alkohol. Das Bier darf nicht zum Luxusgetränk werden, was es jedoch wird, wenn die Ernten weiter geringer ausfallen und die Flaschen immer neu produziert werden müssen. Auch diejenigen, die kein Bier trinken, spreche ich hiermit an. Manche trinken es, manche nicht, jedoch sieht jeder von uns immer und immer mehr Müll in der Natur liegen. Auch darunter Glasflaschen, jedoch immer und immer weniger Einweg-Plastikflaschen, was nur logisch ist, denn 25 Cent wirft man weniger oft weg als 8 Cent. Für einige geht es um ihr Lieblingsgetränk, für andere um den Arbeitsplatz, für uns alle aber um den Schutz unserer Natur und Heimat. Pfand hat es schon einmal geschafft, unser Kaufverhalten zu verbessern, und jetzt kann es das wieder tun.

 

Mit dieser Petition werden wir Erfolg haben, und ich hoffe, dass wir gehört werden. Auf einen baldigen Sieg und darauf, dass wir in naher Zukunft nie wieder Bierflaschen als Müll irgendwo sehen.

 

Wenn Sie auch hilfsbereit sind, Ihnen Ihr Stadtbild und die Menschen hinter Ihrem Bier wichtig sind, dann bitte ich Sie freundlichst zu unterschreiben.

 

Ich richte mich an:

 

- Die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz, Steffi Lemke

- Den Präsidenten des Deutschen Brauer-Bundes, Christian Weber

- Die vier Mitglieder der Geschäftsführung der Radeberger Gruppe, Guido Mockel, Thomas Fresse, Ulf Kampruwen und Christian Schütz

- Den Leiter der Veltins Brauerei, Volker Kuhl

- Den Geschäftsführer der Krombacher Brauerei, Bernhard Schadeberg

 

Quellen:Brauer fordern höheres Flaschenpfand | BR24live

-Leergut-Mangel: Wird jetzt das Bier knapp? | Zur Sache! Baden-Württemberg

-https://youtu.be/7jdKHTZXsso?si=Lixdt8mj0Z_smHBM

-Warum verschwinden so viele Bierflaschen? Dem Pfand auf der Spur || PULS Reportage

-Individuelle Flaschen machen Leergut zum teuren Problem für Brauereien | Abendschau | BR24

-Problem mit dem Leergut: Die Flaschen werden knapp | Abendschau | BR24

 

 

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Fabian UlbrichPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Steffi Lemke
Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz

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