Erhalt der Wiesn-Pferdegespanne als Tradition auf dem Oktoberfest


Erhalt der Wiesn-Pferdegespanne als Tradition auf dem Oktoberfest
Das Problem
Zu Beginn der Wiesn wurde von der Münchnerin Julia Maier eine Petition zur Abschaffung der Kutschpferde auf dem Oktoberfest in München gestellt. Das hat mich als Pferdefreund und –besitzer berührt und ich habe mich intensiv mit dem Thema beschäftigt und die Hofbräuhaus-Kutschpferde mehrere Tage begleitet. Hier das Ergebnis meiner Recherche:
Optimale Haltung außerhalb des Einsatz als Kutschpferde
Die Münchner Brauereipferde werden artgerecht außerhalb der Wiesnzeit gehalten Beispielsweise die Hofbräukutschpferde, die Brabanter (belgisches Warmblut), leben in einem Aktiv-Offenstall (4.500 qm) in Sindelsdorf am Urthalerhof und haben ganzjährig freien Zugang zu Koppeln mit mindestens 20.000 qm. Sie können sich den ganzen Tag frei bewegen und selbst entscheiden, ob sie an der Heuraufe stehen oder an die Tränke an den Kraftfutterplatz oder in die Liegehalle gehen. Gerne stehen sie auch freiwillig im Regen oder lassen sich im Winter beschneien. Bei meinem Besuch waren sie vollkommen entspannt, wohlgenährt und machten einen sehr gesunden Eindruck.
Haltung während der Wiesn im Circus Krone Bau
Die Pferde leben in Einzel-Gitterboxen während der Wiesnzeit in einer Halle auf dem Circus Krone Gelände. Dort werden sie bestens von ihren Betreuern versorgt. Es ist gut eingestreut, sie bekommen regelmäßig Futter und Wasser (die Brabanter haben sogar eine provisorisch montierte Selbsttränke). Die Kutscher wohnen in der Zeit in einem Wohnwagen auf dem Gelände und schauen permanent nach den Pferden. Jeden Morgen wird gemistet, gefüttert und die Pferde zum Einspannen hergerichtet. Sie werden gewaschen und der Schweiß entfernt. Bis 12 Uhr stehen sie vor dem Zelt auf der Wiesn. Da ist die Pferdehaltung während eines Reitturniers in Plastikzelten unangenehmer und weniger komfortabel.
Erfreulicherweise sind an den Putzplätzen und auf den Gängen Gummimatten ausgelegt, sodass die Pferde nicht wegrutschen. Außerdem sind das 16 Tage im Jahr, die ein Pferd, das sonst im Offenstall lebt, locker wegsteckt.
Glocken am Geschirr und Maulkorb
Die Glocken sind für die Pferde kein Problem. Es beruhigt die Tiere beim Gehen und lenkt vom Lärm ab. Sie sind es einfach gewohnt, auch wenn es mal laut wird. Der Maulkorb ist eine absolut sinnvolle Einrichtung. Ein Kutscher erzählt, dass die Betrunkenen schon Fischsemmel und gebrannte Mandeln füttern wollten. Die Pferde sind in keinster Weise durch den Maulkorb am Atmen eingeschränkt. Übrigens werden Maulkörbe öfters bei Pferden benutzt, beispielsweise nach einer Operation oder bei sogenannten Rehepferden auf der Koppel. Das ist keine Tierquälerei, sondern Schutz.
An- und Abtransport zur Wiesn im LKW
Die Brabanter des HB-Gespanns gehen mit Freude und ohne jeglichen Stress auf den Transporter. Man hat das Gefühl sie freuen sich und präsentieren sich gerne. Angefasst zu werden sind sie gewohnt. Als ich am Abend nach einem Wiesneinsatz die Boxen abging, kam jedes der sechs Stuten und Wallache gerne zu mir und ließ sich anfassen.
Spezialbeschlag vor dem Wiesntermin
Die Pferde gehen während den 16 Tagen viel auf dem Asphalt. Alle sind vor ihrem Einsatz neu Beschlagen mit Eisen und Stollen. Ein sehr guter Schmied erledigt dies und stellt die Pferde sauber für ihren Einsatz ein. Übrigens ist das Beschlagen sehr pferdefreundlich gelöst. Die Tiere sind sehr schwer und ein Mensch kann den Huf nicht aufhalten. Deshalb wurde ein Spezialgestell entwickelt, in dem sie relaxt auf Gurten sich ausruhen können während beschlagen wird. Ein Pferdebeschlag dauert 3 h – fachmännische Feinstarbeit.
Veterinärkontrollen
In regelmäßigen Abständen kontrollieren Tierärzte die Kutschpferde vor allem auf Scheuerstellen. Auch die Kutscher tun dies nach jeder Fahrt. Sollte wirklich ein Pferd eine Stelle haben, kann es durch ein anderes Tier ersetzt werden. Es stehen für das HB-Gespann 11 Brabanter zur Verfügung. Übrigens gibt es Scheuerstellen auch immer wieder bei Reitpferden von Sätteln oder falschsitzendem Zaumzeug oder Gamaschen.
Belastung während der Wiesnzeit
Pferde lieben die Bewegung. Als Steppentier gibt es nichts Schlimmeres als sie einzusperren. Die Hofbräu-Kutschpferde werden regelmäßig geritten und gefahren. Das bedeutet, die Arbeit währen der Wiesn-Zeit, nämlich täglich vom Circus Krone zur Wiesn im Gespann zu gehen und wieder zurück ist ganz normales Training und von der Belastung absolut vertretbar, ja eigentlich sind sie eher unterbelastet. Das Geschirr mit 82 kg zu tragen und zu sechst den Hofbräuwagen mit 3,8 Tonnen zu ziehen ist kein Problem für die kräftigen Tiere. Sie können bis zu ihrem Eigengewicht ziehen. Solch ein Pferd wiegt bis zu 1,3 Tonnen.
Gefahr eines unkontrollierten Gespanns
Bei meinen zwei Fahrten hin und zur Wiesn bestand zu keinem Augenblick Gefahr für Fußgänger und Autofahrer. Die routinierten Pferde sind ruhig im Verkehr gegangen und gehorchen aufs Wort. Es sind immer zwei Kutscher am Wagen und zur Sicherheit laufen an der Seite zwei bis vier Begleiter, die auf der Wiesn den Weg frei machen und eingreifen könnten, falls ein Pferd unruhig wird.
Ausharren bei schlechtem Wetter
Pferde reagieren auf Wetter anders als der Mensch. Im Regen stehen sie sogar freiwillig, wenn sie es entscheiden können. Außerdem werden Decken mitgeführt, die den Pferden beim Stehen und im Regen übergelegt werden. Übrigens, dass das Gespann oft fotographiert wird, macht den Pferden wirklich nichts aus.
Deshalb meine zwei Aufrufe:
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
setzen Sie sich dafür ein, dass Brauereigespanne zur Freude der Besucher des Oktoberfestes als Tradition erhalten bleiben. Sie gehören als fester Bestandteil zu München und zur Wiesn.
Sehr geehrte Frau Maier, besuchen sie doch selbst die Pferde während der Wiesnzeit und danach und machen sich persönlich ein Bild. Dann werden sie ihre Petition mit anderen Augen sehen.
Das Problem
Zu Beginn der Wiesn wurde von der Münchnerin Julia Maier eine Petition zur Abschaffung der Kutschpferde auf dem Oktoberfest in München gestellt. Das hat mich als Pferdefreund und –besitzer berührt und ich habe mich intensiv mit dem Thema beschäftigt und die Hofbräuhaus-Kutschpferde mehrere Tage begleitet. Hier das Ergebnis meiner Recherche:
Optimale Haltung außerhalb des Einsatz als Kutschpferde
Die Münchner Brauereipferde werden artgerecht außerhalb der Wiesnzeit gehalten Beispielsweise die Hofbräukutschpferde, die Brabanter (belgisches Warmblut), leben in einem Aktiv-Offenstall (4.500 qm) in Sindelsdorf am Urthalerhof und haben ganzjährig freien Zugang zu Koppeln mit mindestens 20.000 qm. Sie können sich den ganzen Tag frei bewegen und selbst entscheiden, ob sie an der Heuraufe stehen oder an die Tränke an den Kraftfutterplatz oder in die Liegehalle gehen. Gerne stehen sie auch freiwillig im Regen oder lassen sich im Winter beschneien. Bei meinem Besuch waren sie vollkommen entspannt, wohlgenährt und machten einen sehr gesunden Eindruck.
Haltung während der Wiesn im Circus Krone Bau
Die Pferde leben in Einzel-Gitterboxen während der Wiesnzeit in einer Halle auf dem Circus Krone Gelände. Dort werden sie bestens von ihren Betreuern versorgt. Es ist gut eingestreut, sie bekommen regelmäßig Futter und Wasser (die Brabanter haben sogar eine provisorisch montierte Selbsttränke). Die Kutscher wohnen in der Zeit in einem Wohnwagen auf dem Gelände und schauen permanent nach den Pferden. Jeden Morgen wird gemistet, gefüttert und die Pferde zum Einspannen hergerichtet. Sie werden gewaschen und der Schweiß entfernt. Bis 12 Uhr stehen sie vor dem Zelt auf der Wiesn. Da ist die Pferdehaltung während eines Reitturniers in Plastikzelten unangenehmer und weniger komfortabel.
Erfreulicherweise sind an den Putzplätzen und auf den Gängen Gummimatten ausgelegt, sodass die Pferde nicht wegrutschen. Außerdem sind das 16 Tage im Jahr, die ein Pferd, das sonst im Offenstall lebt, locker wegsteckt.
Glocken am Geschirr und Maulkorb
Die Glocken sind für die Pferde kein Problem. Es beruhigt die Tiere beim Gehen und lenkt vom Lärm ab. Sie sind es einfach gewohnt, auch wenn es mal laut wird. Der Maulkorb ist eine absolut sinnvolle Einrichtung. Ein Kutscher erzählt, dass die Betrunkenen schon Fischsemmel und gebrannte Mandeln füttern wollten. Die Pferde sind in keinster Weise durch den Maulkorb am Atmen eingeschränkt. Übrigens werden Maulkörbe öfters bei Pferden benutzt, beispielsweise nach einer Operation oder bei sogenannten Rehepferden auf der Koppel. Das ist keine Tierquälerei, sondern Schutz.
An- und Abtransport zur Wiesn im LKW
Die Brabanter des HB-Gespanns gehen mit Freude und ohne jeglichen Stress auf den Transporter. Man hat das Gefühl sie freuen sich und präsentieren sich gerne. Angefasst zu werden sind sie gewohnt. Als ich am Abend nach einem Wiesneinsatz die Boxen abging, kam jedes der sechs Stuten und Wallache gerne zu mir und ließ sich anfassen.
Spezialbeschlag vor dem Wiesntermin
Die Pferde gehen während den 16 Tagen viel auf dem Asphalt. Alle sind vor ihrem Einsatz neu Beschlagen mit Eisen und Stollen. Ein sehr guter Schmied erledigt dies und stellt die Pferde sauber für ihren Einsatz ein. Übrigens ist das Beschlagen sehr pferdefreundlich gelöst. Die Tiere sind sehr schwer und ein Mensch kann den Huf nicht aufhalten. Deshalb wurde ein Spezialgestell entwickelt, in dem sie relaxt auf Gurten sich ausruhen können während beschlagen wird. Ein Pferdebeschlag dauert 3 h – fachmännische Feinstarbeit.
Veterinärkontrollen
In regelmäßigen Abständen kontrollieren Tierärzte die Kutschpferde vor allem auf Scheuerstellen. Auch die Kutscher tun dies nach jeder Fahrt. Sollte wirklich ein Pferd eine Stelle haben, kann es durch ein anderes Tier ersetzt werden. Es stehen für das HB-Gespann 11 Brabanter zur Verfügung. Übrigens gibt es Scheuerstellen auch immer wieder bei Reitpferden von Sätteln oder falschsitzendem Zaumzeug oder Gamaschen.
Belastung während der Wiesnzeit
Pferde lieben die Bewegung. Als Steppentier gibt es nichts Schlimmeres als sie einzusperren. Die Hofbräu-Kutschpferde werden regelmäßig geritten und gefahren. Das bedeutet, die Arbeit währen der Wiesn-Zeit, nämlich täglich vom Circus Krone zur Wiesn im Gespann zu gehen und wieder zurück ist ganz normales Training und von der Belastung absolut vertretbar, ja eigentlich sind sie eher unterbelastet. Das Geschirr mit 82 kg zu tragen und zu sechst den Hofbräuwagen mit 3,8 Tonnen zu ziehen ist kein Problem für die kräftigen Tiere. Sie können bis zu ihrem Eigengewicht ziehen. Solch ein Pferd wiegt bis zu 1,3 Tonnen.
Gefahr eines unkontrollierten Gespanns
Bei meinen zwei Fahrten hin und zur Wiesn bestand zu keinem Augenblick Gefahr für Fußgänger und Autofahrer. Die routinierten Pferde sind ruhig im Verkehr gegangen und gehorchen aufs Wort. Es sind immer zwei Kutscher am Wagen und zur Sicherheit laufen an der Seite zwei bis vier Begleiter, die auf der Wiesn den Weg frei machen und eingreifen könnten, falls ein Pferd unruhig wird.
Ausharren bei schlechtem Wetter
Pferde reagieren auf Wetter anders als der Mensch. Im Regen stehen sie sogar freiwillig, wenn sie es entscheiden können. Außerdem werden Decken mitgeführt, die den Pferden beim Stehen und im Regen übergelegt werden. Übrigens, dass das Gespann oft fotographiert wird, macht den Pferden wirklich nichts aus.
Deshalb meine zwei Aufrufe:
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
setzen Sie sich dafür ein, dass Brauereigespanne zur Freude der Besucher des Oktoberfestes als Tradition erhalten bleiben. Sie gehören als fester Bestandteil zu München und zur Wiesn.
Sehr geehrte Frau Maier, besuchen sie doch selbst die Pferde während der Wiesnzeit und danach und machen sich persönlich ein Bild. Dann werden sie ihre Petition mit anderen Augen sehen.
Petition geschlossen.
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Petition am 26. September 2016 erstellt