Stadtnatur in Berlin Friedrichshain erhalten, Neubauprojekt verhindern!

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Dorothee Salge und 17 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Trotz ausgerufenem Klimanotstand im Bezirk: Umfangreiche Baumfällungen im dichtbebautsten Bezirk Berlins (Friedrichshain) geplant

Gerade in den aktuellen Zeiten sollten die Planungen bei Neubauprojekten auch den Klimawandel, den Baumschutz und auch den Artenschutz berücksichtigen. 

Berlin-Friedrichshain als dichtbebautester Bezirk

Wir leben im dichtbebautsten Bezirk Berlins (in Friedrichshain) und in unserer Nachbarschaft besteht zur Zeit eine sehr große Sorge bezüglich des geplanten Bauprojekts “Drei Religionen Kita Haus” in der Friedrichshainer Marchlewskistraße 40. -> Bau-Konzept

Dieses geplante Neubauprojekt bedeutet
-> Baufeldfreimachung (Rodung von 22 alten, geschützten Bäumen) und die Zerstörung von Lebensräumen verschiedener Tiere durch das geplante Bauprojekt. Durch den Verlust der #Bäume ist die Entstehung einer Hitzeinsel wahrscheinlich und die Lebensqualität der umliegenden Häuser würde enorm leiden.

Vogelperspektive - Grundstück Vorher-Nachher-Vergleich:


Der Bauantrag sieht die Fällung von 22 Bäumen vor, u.a. auch sehr alte und die Versiegelung des Grundstücks. Uns als Nachbarschaft ("Bürger*innenInitiative 10243Baum&Artenschutz"), die durchaus mehrere Häuser in der Wedekindstraße und der Marchlewskistraße umfasst, vereint vor allem die Sorge um den Grünerhalt der mehreren teils geschützten Tieren wie Fledermäusen und Eichhörnchen ein Zuhause bietet und dessen Rodung und Versiegelung angesichts des bereits laufenden Klimawandels nicht angemessen ist.

Hierbei stellt sich uns die Frage, ob es nicht bereits versiegelte Brachflächen im Bezirk gibt, die für ein solches Projekt genutzt werden könnten, sodass nicht etwa eine wichtige Grünfläche für dieses Projekt vernichtet werden muss. Gerade die Reduzierung von Lebensräumen sowie die Nahrungsknappheit – beides hervorgerufen durch den Menschen – sorgen für einen Rückgang von zum Beispiel Eichhörnchen Populationen. Dies bestätigt auch eine Studie der IZW (https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/leben-auf-kleinen-stadt-inseln-wie-es-den-berliner-eichhoernchen-so-geht-li.269267) Dies betrifft aber nicht nur Eichhörnchen, sondern auch Fledermäuse und unter anderem auch weitere geschützte Arten, die in dieser “Oase” leben.

 Hier ein paar weitere Informationen zum aktuellen Stand:

Baugenehmigung noch in Bearbeitung:
Anfang Juni 2023 war diese noch in Bearbeitung der Berliner Ämter (Stellungnahme der unteren Naturschutzbehörde stand noch aus). Soweit wir wissen, sollen noch für 1-2 Bäume Baumgutachten erstellt werden. Den Grund hierfür kennen wir nicht.

Baumfällungen: 
Aussage der Bauherrin: Während der Nistschutzzeit werden keine Bäume gefällt. Wir haben verschiedene Aussagen, die eine besagt, dass erst ab November 2023 gefällt wird, die andere, dass die Bäume dieses Jahr (2023) noch stehen bleiben. Es werden 22 Bäume gefällt, lediglich 3 Bäume können bleiben. Fällgenehmigungen für 21 Bäume sind beantragt - davon 7 Bäume auf dem Baufeld oder zu nahe am Gebäude und 14 Bäume, "um die Sicherheitsanforderungen des Landeskriminalamtes zu erfüllen".
(Berliner Woche vom 01.03.2023, https://www.berliner-woche.de/friedrichshain/c-bauen/drei-religionen-kita-noch-nicht-genehmigt_a373967

Es werden keine weiteren Planungen bzgl. mehr Baumerhalt unternommen, die Bauplanung steht und wird nicht mehr geändert. (Kostenfrage).

Baumgutachten/Artenschutzgutachten:
Wir planen, die Gutachten mit Experten des BUND zusammen einsehen zu lassen, auch hinsichtlich der Anzahl/Zeiten der Begehungen. Soweit wir wissen, gab es im Spätsommer Messungen bzgl. des Fledermaus-Vorkommens und im Herbst eine Begehung zum Artenschutz. Lt. einer telefonischen Aussage eines Artenschutz-Gutachters müssen die Begehungen aber im Zeitraum über ein ganzes Jahr und zu jeder Jahreszeit erfolgen, um alle möglichen vorkommenden Arten zu kartieren. Auch soll hier die Methodik über Nachweise von dort lebenden Tieren z. B. Fledermäusen, Vögeln geprüft werden.

3,645 Mio. EU öffentliche Fördergelder vs. Baumerhalt:
22 von insgesamt 25 geschützten Bäumen sollen gefällt werden. Die Bauherrin ließ uns wissen, dass keine weiteren Bäume erhalten bleiben können, an den Bauplanungen wird nichts geändert, ausgeschlossen sind z. B. eine Verschiebung des Baukörpers für mehr Baumerhalt. Wir finden dies angesichts öffentlicher Fördergelder von 3,645 Mio.* EU schwach. Auch hinsichtlich von nachhaltiger Planung (im Bezirk ausgerufener Klimanotstand, Klimawandel, Entstehung von Hitzeinseln) ist solch eine Denkweise nicht zukunftsträchtig.

*siehe hierzu Artikel in der Morgenpost und Anfrage an das AGH von Berlin, Drucksache 19/3530 vom 21.10.2022 von Damiano Valgolio : https://www.morgenpost.de/bezirke/friedrichshain-kreuzberg/article236799257/Drei-Religionen-Kita-in-Berlin-3-6-Millionen-Euro-vom-Land.html
“Auf [Damiano Valgolios] seine Nachfrage, welche Summe das Projekt vom Land Berlin erhält, teilte die Verwaltung mit, es würden 3,645 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Weitere Mittel würden angefragt, voraussichtlich bei der Deutscher Klassenlotterie Berlin und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

https://pardok.parlament-berlin.de/portala/vorgang/V-366300
Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Damiano Valgolio (LINKE) vom 10. Oktober 2022 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 11. Oktober 2022) zum Thema: Unterstützung des Landes Berlin für die 3-Religionen-Kita in Friedrichshain

Baustellenzufahrt neben denkmalgeschützten Häusern:
Die Baustellenzufahrt soll über die Privatzufahrt Wedekindstr. 5/7 stattfinden. Die Eigentümer der Grundstücke sind WBM und WBG. Um die Zufahrt zu gewährleisten, müsste ein seit ca. 2 Jahren dort stehender Zaun am Grundstück Wedekindstr. 5 versetzt werden, damit die Baufahrzeuge die Kurve zum Baugrundstück nehmen können. Mehrere Felsen, die als Ziersteine in der Einfahrt liegen, um auch eine Durchfahrt zu verhindern, müssten verschoben werden und eine denkmalgeschützte DDR-Straßenlaterne (Modell RSL1) abgebaut werden. Bäume, die nahe der Einfahrt stehen, sollen geschützt (“Baum- und Wurzelschutz”)  aber evtl. beschnitten (“Kronenschnitt”) werden (so stand es auf dem Bauplan, gezeigt am 02.11.2022 in der Anwohner-Informationsveranstaltung via Onlinekonferenz). Erste Gespräche zwischen Bauherrin, WBM und WGB hätten stattgefunden, Voraussetzung für weitere Gespräche ist jedoch die Baugenehmigung. Zwischen der Bauherrin, der WBM und WBG, (Eigentümern der Grundstücke) sollen Verhandlungen stattfinden und ein Vertragswerk erstellt werden, das Mietminderung etc. regelt. Das Thema Baustellenzufahrt ist bislang noch nicht geklärt (Stand Anfang März 2023). 

Die Baustelleneinrichtung ist unabhängig von der Baugenehmigung und soll erst nach der Genehmigung geregelt werden.


Viele der Anwohner:innen aus Wedekindstr. 5 und 7 sind gegen die Zufahrt. Gründe dagegen sind Lärm, Verkehr durch Baustellenfahrzeuge, Erschütterungen, Befürchtung von Schädigung der denkmalgeschützten Häuser an der Wedekindstr. (einige Häuser des Ensembles weisen Risse in den Decken auf, die Mieter:innen der WBM wurden im Oktober 2018 informiert und gewarnt, die Mieter sollten von der Durchführung von Maler- und Bohrarbeiten an den Zimmerdecken absehen, die eine Beeinträchtigung der Festigkeit der Deckenputze mit sich bringen könnten). Es hätten sich an manchen Stellen Risse und Hohlräume unter dem Putz der Zimmerdecken gebildet.

Gerade durch den aktuellen Fall von durch eine Großbaustelle beschädigten Häusern am Markgrafendamm gibt es Anlass für Befürchtungen:
https://twitter.com/rbb24/status/1665025532222754816


Des Weiteren drohen die Rettungswege zeitweise nicht gewährleistet zu sein durch ein- und ausfahrende Baustellenfahrzeuge.

Auch könnten ein- und ausfahrende Baustellenfahrzeuge zu einer Gefahr für spielende Kinder (Kita “Das Häuschen”) werden.

Für die Baustellenzufahrt dürfen keine Bäume gefällt werden. Bäume, die nahe an der Zufahrt stehen, sollen geschützt werden.

Politik:
Turgut Altug von den Grünen, der sich stark für den Naturschutz einsetzt, war mit uns im Austausch und auch vor Ort. Auch er hat mit der Bauherrin Frau Janert gesprochen bzgl. mehr Baumerhalt. Sie sagte, dass der Baukörper nicht umgeplant/verschoben würde und auch nichts unternommen würde, um mehr Bäume zu erhalten. Auch er bemängelt, dass aufgrund der hohen Fördermittel ein Umplanen in Erwägung gezogen werden sollte. Ein Kahlschlag mitten in der Stadt wäre in Zeiten des Klimawandels sehr kontraproduktiv.

Auch gab es weiteren Austausch zwischen dem Abgeordneten Damiano Valgolio (Die Linke) und der Bürger:inneninitiative.

Gespräch mit Kita-Initiator:innen:
Erstes Gespräch Anfang Dezember 2022 war stark emotional, diente einem Kennenlernen und gemeinsamen Vertrauensaufbau. Ursprünglich war aber geplant oder erhofft, dass sie uns offene Fragen beantworten. Die Antworten aus den Einwohneranfragen in der BVV konnten nicht alles abdecken. Die Kita-Initiatorinnen hatten eine Mediatorin als Moderation engagiert. Große Runde mit Vertreterinnen der 3 Religionen, der Kita-Initiatorinnen, einer Mediatorin, zwei vom Architekturbüro, der BI10243 (vertreten mit vier Personen), Naturschutzreferent Christian Hönig vom BUND.

Zweites Treffen in sehr viel kleinerem Kreis (mit Mediatorin Gerhild Vollherbst, Frau Anna Poeschel (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 3RK, Frau Kathrin Janert (Vorständin, Bauherrin, Erbbaurechtsnehmerin, Grundstückseigentümerin, 5 Personen der BI10243) Update über aktuellen Stand der Baugenehmigung, Bauplanungen, Stand der Dinge, Artenschutz + Winterschlafzeiten, Umsiedelung der Tiere), Verkehrssicherheit der Bäume, Finanzierung des Projekts, Verhandlungen bzgl. Baustellenzufahrt, Maßnahmen gegen Vogelschlag, Verhandlungsmasse. Die Fragen der BI wurden beantwortet.

Fragen zum Naturschutz gingen nur hinsichtlich geplanter Ausgleichspflanzungen und wo diese erfolgen könnten. (Sollten in der Nähe des Bauplatzes sein). Anregung der BI: Anti-Vogelschlag-Fenster sollten geplant werden, diese Idee wurde notiert, jedoch mit dem Hinweis, dass Umsetzung aufgrund des Sicherheitskonzepts wahrscheinlich nicht möglich wäre und dass keine weiteren Mehrkosten entstehen dürften.

Verkehrssicherheit der Bäume: 
Die Kita-Initiator:innen nannten zu Anfang und auch auf Nachfragen verschiedener Redakteure (z. B. der Morgenpost, Berliner Kurier, Tagesspiegel, evangelisch.de), dass die Bäume der Marchlewskistr. 40 nicht verkehrssicher seien und mittelfristig der Zustand nicht haltbar wäre (umfangreiche Fällungen/Kronenkürzungen müssten über kurz oder lang sowieso stattfinden). Auf unsere Bitte um Einsichtnahme der alten Baum-Gutachten und verschiedenen E-Mails zwischen Pfarrer Lohenner, der Drei-Religionen-Kita, der Netzwerkschule und uns, bekamen wir von Frau Poeschel (3RK Öffentlichkeitsarbeit) folgende Information: 

“Es lag auf unserer Seite eine falsche Information vor. Die Netzwerkschule hat tatsächlich kein Baumgutachten erstellen lassen.

Es gab einen umfangreichen Kostenvoranschlag von einer Baumpflegefirma im Auftrag von St. Markus.

Allerdings bittet St. Markus, von der diesbezüglichen Kommunikation mit Ihnen entlastet zu werden, so dass alle zukünftigen Gespräch über uns laufen werden.”

Kirche/Klimabüro der EKBO:
Pfarrer M. Lohenner, der mit Silke Radosh-Hinder (Co-Gründerin 3-Rel.-Kita-Haus) ab September 2023 gemeinsam die Leitung des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Stadtmitte antritt (als Nachfolge des Ende August in Ruhestand gehenden derzeitigen Superintendent Bertold Höcker, siehe hier: https://kkbs.de/blog/123117/superintendentenwahl-kirchenparlament-entscheidet-fur-doppelspitze

von St. Markus hat das Grundstück veräußert, um eine neue Wärmepumpe für sein Gemeindehaus aus den 30er Jahren finanzieren zu können. Er sieht dieses Handeln als Dienst für die Umwelt.
Die Erhaltung der 22 Bäume hingegen scheint für die Kirche, die sich für Schöpfungserhalt einsetzt, von eher untergeordneter Priorität zu sein. 

Wir haben sowohl an das Klimabüro der ev. Kirche Berlin/Brandenburg als auch an die Superintendantin Ulrike Trautwein geschrieben mit der Frage, wie die Kirche solch einen Kahlschlag hinsichtlich Schöpfungserhalt etc. vertreten könne. Bisher haben wir kaum Antworten erhalten. Vom Klimabüro kam lediglich die Aussage, dass dort alle Mitarbeiter einen vollen Schreibtisch hätten und sie davon ausgingen, “dass alle Beteiligten ihre Entscheidungen nicht leichtfertig getroffen haben.” Wir sollten von weiteren Mailanfragen absehen.

Wir planen, nochmal nachzuhaken, da sich die EKBO (ev. Kirche Berlin Brandenburg) Umwelt & Klimaschutz und den Erhalt der Schöpfung als großes Thema auf die Fahnen schreibt.

Auch die evangelische Kirche, Deutschland (EKD) hat mit Kristina Kühnbaum-Schmidt eine Schöpfungsbeauftragte benannt. Ihre Aufgaben sehen sie als  Repräsentantin und Ansprechpartnerin der EKD für Fragen der Landwirtschaft sowie für Umwelt- und Klimaschutz. Mit dieser neu geschaffenen Beauftragung setzt der Rat der EKD ein Zeichen, dass die Agrar-, Klima- und Umweltthemen stärker als bisher zusammengedacht und als theologische Themen sichtbar werden sollen. Die Berufung einer kirchenleitenden Person in das neu geschaffene Amt unterstreicht zugleich die hohe gesellschaftliche Relevanz dieser Themen. 

Siehe hier: https://www.ekd.de/kuehnbaum-schmidt-beauftragte-fuer-schoepfungsverantwortung-73194.htm

Auch wollen wir Bischof Stäblein fragen, warum die EKBO der Gemeinde St. Markus keine andere finanzielle Hilfe angeboten hat, so dass die Gemeinde “ihr Tafelsilber” (die Bäume) veräußern musste, um die Sanierung der Heizung des Gemeindehauses zu finanzieren.” 

Mehr Info zur Umweltarbeit der EKBO, u. a. auch zu “Kirchengärten zur Bewahrung der Schöpfung”: 

https://www.ekbo.de/wir/umwelt-klimaschutz/umweltarbeit.html

Hatt dies alles Dich nicht überzeugt, dann hoffen wir, dass folgendes Eichhörnchen-Video Dich überzeugen kann:



Mehr über uns:
Webseite: https://bi10243.flatterbaum.org/
Youtube: https://www.youtube.com/@Flatterbaum
Instagram: https://www.instagram.com/burgerinneninitiative.10243/
Twitter: https://twitter.com/BI10243
TikTok: https://www.tiktok.com/@bi10243
facebook: https://facebook.com/BI10243
nebenan: https://nebenan.de/places/organizations/11842
Presse: https://bi10243.flatterbaum.org/presselinks

E-Mail: info@bi10243.flatterbaum.org 

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Erik ZwikirschPetitionsstarter*inIn Zeiten des im Bezirk ausgerufenen Klimanotstandes sollen diese Bäume in der Marchlewskistr. 40 dem Neubau der Drei-Religionen-Kita weichen! Viele dort beheimatete Tiere würden ihren Lebensraum verlieren. bi10243.flatterbaum.org/presselinks

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Aktuelle Unterzeichner*innen:
Dorothee Salge und 17 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Trotz ausgerufenem Klimanotstand im Bezirk: Umfangreiche Baumfällungen im dichtbebautsten Bezirk Berlins (Friedrichshain) geplant

Gerade in den aktuellen Zeiten sollten die Planungen bei Neubauprojekten auch den Klimawandel, den Baumschutz und auch den Artenschutz berücksichtigen. 

Berlin-Friedrichshain als dichtbebautester Bezirk

Wir leben im dichtbebautsten Bezirk Berlins (in Friedrichshain) und in unserer Nachbarschaft besteht zur Zeit eine sehr große Sorge bezüglich des geplanten Bauprojekts “Drei Religionen Kita Haus” in der Friedrichshainer Marchlewskistraße 40. -> Bau-Konzept

Dieses geplante Neubauprojekt bedeutet
-> Baufeldfreimachung (Rodung von 22 alten, geschützten Bäumen) und die Zerstörung von Lebensräumen verschiedener Tiere durch das geplante Bauprojekt. Durch den Verlust der #Bäume ist die Entstehung einer Hitzeinsel wahrscheinlich und die Lebensqualität der umliegenden Häuser würde enorm leiden.

Vogelperspektive - Grundstück Vorher-Nachher-Vergleich:


Der Bauantrag sieht die Fällung von 22 Bäumen vor, u.a. auch sehr alte und die Versiegelung des Grundstücks. Uns als Nachbarschaft ("Bürger*innenInitiative 10243Baum&Artenschutz"), die durchaus mehrere Häuser in der Wedekindstraße und der Marchlewskistraße umfasst, vereint vor allem die Sorge um den Grünerhalt der mehreren teils geschützten Tieren wie Fledermäusen und Eichhörnchen ein Zuhause bietet und dessen Rodung und Versiegelung angesichts des bereits laufenden Klimawandels nicht angemessen ist.

Hierbei stellt sich uns die Frage, ob es nicht bereits versiegelte Brachflächen im Bezirk gibt, die für ein solches Projekt genutzt werden könnten, sodass nicht etwa eine wichtige Grünfläche für dieses Projekt vernichtet werden muss. Gerade die Reduzierung von Lebensräumen sowie die Nahrungsknappheit – beides hervorgerufen durch den Menschen – sorgen für einen Rückgang von zum Beispiel Eichhörnchen Populationen. Dies bestätigt auch eine Studie der IZW (https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/leben-auf-kleinen-stadt-inseln-wie-es-den-berliner-eichhoernchen-so-geht-li.269267) Dies betrifft aber nicht nur Eichhörnchen, sondern auch Fledermäuse und unter anderem auch weitere geschützte Arten, die in dieser “Oase” leben.

 Hier ein paar weitere Informationen zum aktuellen Stand:

Baugenehmigung noch in Bearbeitung:
Anfang Juni 2023 war diese noch in Bearbeitung der Berliner Ämter (Stellungnahme der unteren Naturschutzbehörde stand noch aus). Soweit wir wissen, sollen noch für 1-2 Bäume Baumgutachten erstellt werden. Den Grund hierfür kennen wir nicht.

Baumfällungen: 
Aussage der Bauherrin: Während der Nistschutzzeit werden keine Bäume gefällt. Wir haben verschiedene Aussagen, die eine besagt, dass erst ab November 2023 gefällt wird, die andere, dass die Bäume dieses Jahr (2023) noch stehen bleiben. Es werden 22 Bäume gefällt, lediglich 3 Bäume können bleiben. Fällgenehmigungen für 21 Bäume sind beantragt - davon 7 Bäume auf dem Baufeld oder zu nahe am Gebäude und 14 Bäume, "um die Sicherheitsanforderungen des Landeskriminalamtes zu erfüllen".
(Berliner Woche vom 01.03.2023, https://www.berliner-woche.de/friedrichshain/c-bauen/drei-religionen-kita-noch-nicht-genehmigt_a373967

Es werden keine weiteren Planungen bzgl. mehr Baumerhalt unternommen, die Bauplanung steht und wird nicht mehr geändert. (Kostenfrage).

Baumgutachten/Artenschutzgutachten:
Wir planen, die Gutachten mit Experten des BUND zusammen einsehen zu lassen, auch hinsichtlich der Anzahl/Zeiten der Begehungen. Soweit wir wissen, gab es im Spätsommer Messungen bzgl. des Fledermaus-Vorkommens und im Herbst eine Begehung zum Artenschutz. Lt. einer telefonischen Aussage eines Artenschutz-Gutachters müssen die Begehungen aber im Zeitraum über ein ganzes Jahr und zu jeder Jahreszeit erfolgen, um alle möglichen vorkommenden Arten zu kartieren. Auch soll hier die Methodik über Nachweise von dort lebenden Tieren z. B. Fledermäusen, Vögeln geprüft werden.

3,645 Mio. EU öffentliche Fördergelder vs. Baumerhalt:
22 von insgesamt 25 geschützten Bäumen sollen gefällt werden. Die Bauherrin ließ uns wissen, dass keine weiteren Bäume erhalten bleiben können, an den Bauplanungen wird nichts geändert, ausgeschlossen sind z. B. eine Verschiebung des Baukörpers für mehr Baumerhalt. Wir finden dies angesichts öffentlicher Fördergelder von 3,645 Mio.* EU schwach. Auch hinsichtlich von nachhaltiger Planung (im Bezirk ausgerufener Klimanotstand, Klimawandel, Entstehung von Hitzeinseln) ist solch eine Denkweise nicht zukunftsträchtig.

*siehe hierzu Artikel in der Morgenpost und Anfrage an das AGH von Berlin, Drucksache 19/3530 vom 21.10.2022 von Damiano Valgolio : https://www.morgenpost.de/bezirke/friedrichshain-kreuzberg/article236799257/Drei-Religionen-Kita-in-Berlin-3-6-Millionen-Euro-vom-Land.html
“Auf [Damiano Valgolios] seine Nachfrage, welche Summe das Projekt vom Land Berlin erhält, teilte die Verwaltung mit, es würden 3,645 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Weitere Mittel würden angefragt, voraussichtlich bei der Deutscher Klassenlotterie Berlin und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

https://pardok.parlament-berlin.de/portala/vorgang/V-366300
Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Damiano Valgolio (LINKE) vom 10. Oktober 2022 (Eingang beim Abgeordnetenhaus am 11. Oktober 2022) zum Thema: Unterstützung des Landes Berlin für die 3-Religionen-Kita in Friedrichshain

Baustellenzufahrt neben denkmalgeschützten Häusern:
Die Baustellenzufahrt soll über die Privatzufahrt Wedekindstr. 5/7 stattfinden. Die Eigentümer der Grundstücke sind WBM und WBG. Um die Zufahrt zu gewährleisten, müsste ein seit ca. 2 Jahren dort stehender Zaun am Grundstück Wedekindstr. 5 versetzt werden, damit die Baufahrzeuge die Kurve zum Baugrundstück nehmen können. Mehrere Felsen, die als Ziersteine in der Einfahrt liegen, um auch eine Durchfahrt zu verhindern, müssten verschoben werden und eine denkmalgeschützte DDR-Straßenlaterne (Modell RSL1) abgebaut werden. Bäume, die nahe der Einfahrt stehen, sollen geschützt (“Baum- und Wurzelschutz”)  aber evtl. beschnitten (“Kronenschnitt”) werden (so stand es auf dem Bauplan, gezeigt am 02.11.2022 in der Anwohner-Informationsveranstaltung via Onlinekonferenz). Erste Gespräche zwischen Bauherrin, WBM und WGB hätten stattgefunden, Voraussetzung für weitere Gespräche ist jedoch die Baugenehmigung. Zwischen der Bauherrin, der WBM und WBG, (Eigentümern der Grundstücke) sollen Verhandlungen stattfinden und ein Vertragswerk erstellt werden, das Mietminderung etc. regelt. Das Thema Baustellenzufahrt ist bislang noch nicht geklärt (Stand Anfang März 2023). 

Die Baustelleneinrichtung ist unabhängig von der Baugenehmigung und soll erst nach der Genehmigung geregelt werden.


Viele der Anwohner:innen aus Wedekindstr. 5 und 7 sind gegen die Zufahrt. Gründe dagegen sind Lärm, Verkehr durch Baustellenfahrzeuge, Erschütterungen, Befürchtung von Schädigung der denkmalgeschützten Häuser an der Wedekindstr. (einige Häuser des Ensembles weisen Risse in den Decken auf, die Mieter:innen der WBM wurden im Oktober 2018 informiert und gewarnt, die Mieter sollten von der Durchführung von Maler- und Bohrarbeiten an den Zimmerdecken absehen, die eine Beeinträchtigung der Festigkeit der Deckenputze mit sich bringen könnten). Es hätten sich an manchen Stellen Risse und Hohlräume unter dem Putz der Zimmerdecken gebildet.

Gerade durch den aktuellen Fall von durch eine Großbaustelle beschädigten Häusern am Markgrafendamm gibt es Anlass für Befürchtungen:
https://twitter.com/rbb24/status/1665025532222754816


Des Weiteren drohen die Rettungswege zeitweise nicht gewährleistet zu sein durch ein- und ausfahrende Baustellenfahrzeuge.

Auch könnten ein- und ausfahrende Baustellenfahrzeuge zu einer Gefahr für spielende Kinder (Kita “Das Häuschen”) werden.

Für die Baustellenzufahrt dürfen keine Bäume gefällt werden. Bäume, die nahe an der Zufahrt stehen, sollen geschützt werden.

Politik:
Turgut Altug von den Grünen, der sich stark für den Naturschutz einsetzt, war mit uns im Austausch und auch vor Ort. Auch er hat mit der Bauherrin Frau Janert gesprochen bzgl. mehr Baumerhalt. Sie sagte, dass der Baukörper nicht umgeplant/verschoben würde und auch nichts unternommen würde, um mehr Bäume zu erhalten. Auch er bemängelt, dass aufgrund der hohen Fördermittel ein Umplanen in Erwägung gezogen werden sollte. Ein Kahlschlag mitten in der Stadt wäre in Zeiten des Klimawandels sehr kontraproduktiv.

Auch gab es weiteren Austausch zwischen dem Abgeordneten Damiano Valgolio (Die Linke) und der Bürger:inneninitiative.

Gespräch mit Kita-Initiator:innen:
Erstes Gespräch Anfang Dezember 2022 war stark emotional, diente einem Kennenlernen und gemeinsamen Vertrauensaufbau. Ursprünglich war aber geplant oder erhofft, dass sie uns offene Fragen beantworten. Die Antworten aus den Einwohneranfragen in der BVV konnten nicht alles abdecken. Die Kita-Initiatorinnen hatten eine Mediatorin als Moderation engagiert. Große Runde mit Vertreterinnen der 3 Religionen, der Kita-Initiatorinnen, einer Mediatorin, zwei vom Architekturbüro, der BI10243 (vertreten mit vier Personen), Naturschutzreferent Christian Hönig vom BUND.

Zweites Treffen in sehr viel kleinerem Kreis (mit Mediatorin Gerhild Vollherbst, Frau Anna Poeschel (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 3RK, Frau Kathrin Janert (Vorständin, Bauherrin, Erbbaurechtsnehmerin, Grundstückseigentümerin, 5 Personen der BI10243) Update über aktuellen Stand der Baugenehmigung, Bauplanungen, Stand der Dinge, Artenschutz + Winterschlafzeiten, Umsiedelung der Tiere), Verkehrssicherheit der Bäume, Finanzierung des Projekts, Verhandlungen bzgl. Baustellenzufahrt, Maßnahmen gegen Vogelschlag, Verhandlungsmasse. Die Fragen der BI wurden beantwortet.

Fragen zum Naturschutz gingen nur hinsichtlich geplanter Ausgleichspflanzungen und wo diese erfolgen könnten. (Sollten in der Nähe des Bauplatzes sein). Anregung der BI: Anti-Vogelschlag-Fenster sollten geplant werden, diese Idee wurde notiert, jedoch mit dem Hinweis, dass Umsetzung aufgrund des Sicherheitskonzepts wahrscheinlich nicht möglich wäre und dass keine weiteren Mehrkosten entstehen dürften.

Verkehrssicherheit der Bäume: 
Die Kita-Initiator:innen nannten zu Anfang und auch auf Nachfragen verschiedener Redakteure (z. B. der Morgenpost, Berliner Kurier, Tagesspiegel, evangelisch.de), dass die Bäume der Marchlewskistr. 40 nicht verkehrssicher seien und mittelfristig der Zustand nicht haltbar wäre (umfangreiche Fällungen/Kronenkürzungen müssten über kurz oder lang sowieso stattfinden). Auf unsere Bitte um Einsichtnahme der alten Baum-Gutachten und verschiedenen E-Mails zwischen Pfarrer Lohenner, der Drei-Religionen-Kita, der Netzwerkschule und uns, bekamen wir von Frau Poeschel (3RK Öffentlichkeitsarbeit) folgende Information: 

“Es lag auf unserer Seite eine falsche Information vor. Die Netzwerkschule hat tatsächlich kein Baumgutachten erstellen lassen.

Es gab einen umfangreichen Kostenvoranschlag von einer Baumpflegefirma im Auftrag von St. Markus.

Allerdings bittet St. Markus, von der diesbezüglichen Kommunikation mit Ihnen entlastet zu werden, so dass alle zukünftigen Gespräch über uns laufen werden.”

Kirche/Klimabüro der EKBO:
Pfarrer M. Lohenner, der mit Silke Radosh-Hinder (Co-Gründerin 3-Rel.-Kita-Haus) ab September 2023 gemeinsam die Leitung des Evangelischen Kirchenkreises Berlin Stadtmitte antritt (als Nachfolge des Ende August in Ruhestand gehenden derzeitigen Superintendent Bertold Höcker, siehe hier: https://kkbs.de/blog/123117/superintendentenwahl-kirchenparlament-entscheidet-fur-doppelspitze

von St. Markus hat das Grundstück veräußert, um eine neue Wärmepumpe für sein Gemeindehaus aus den 30er Jahren finanzieren zu können. Er sieht dieses Handeln als Dienst für die Umwelt.
Die Erhaltung der 22 Bäume hingegen scheint für die Kirche, die sich für Schöpfungserhalt einsetzt, von eher untergeordneter Priorität zu sein. 

Wir haben sowohl an das Klimabüro der ev. Kirche Berlin/Brandenburg als auch an die Superintendantin Ulrike Trautwein geschrieben mit der Frage, wie die Kirche solch einen Kahlschlag hinsichtlich Schöpfungserhalt etc. vertreten könne. Bisher haben wir kaum Antworten erhalten. Vom Klimabüro kam lediglich die Aussage, dass dort alle Mitarbeiter einen vollen Schreibtisch hätten und sie davon ausgingen, “dass alle Beteiligten ihre Entscheidungen nicht leichtfertig getroffen haben.” Wir sollten von weiteren Mailanfragen absehen.

Wir planen, nochmal nachzuhaken, da sich die EKBO (ev. Kirche Berlin Brandenburg) Umwelt & Klimaschutz und den Erhalt der Schöpfung als großes Thema auf die Fahnen schreibt.

Auch die evangelische Kirche, Deutschland (EKD) hat mit Kristina Kühnbaum-Schmidt eine Schöpfungsbeauftragte benannt. Ihre Aufgaben sehen sie als  Repräsentantin und Ansprechpartnerin der EKD für Fragen der Landwirtschaft sowie für Umwelt- und Klimaschutz. Mit dieser neu geschaffenen Beauftragung setzt der Rat der EKD ein Zeichen, dass die Agrar-, Klima- und Umweltthemen stärker als bisher zusammengedacht und als theologische Themen sichtbar werden sollen. Die Berufung einer kirchenleitenden Person in das neu geschaffene Amt unterstreicht zugleich die hohe gesellschaftliche Relevanz dieser Themen. 

Siehe hier: https://www.ekd.de/kuehnbaum-schmidt-beauftragte-fuer-schoepfungsverantwortung-73194.htm

Auch wollen wir Bischof Stäblein fragen, warum die EKBO der Gemeinde St. Markus keine andere finanzielle Hilfe angeboten hat, so dass die Gemeinde “ihr Tafelsilber” (die Bäume) veräußern musste, um die Sanierung der Heizung des Gemeindehauses zu finanzieren.” 

Mehr Info zur Umweltarbeit der EKBO, u. a. auch zu “Kirchengärten zur Bewahrung der Schöpfung”: 

https://www.ekbo.de/wir/umwelt-klimaschutz/umweltarbeit.html

Hatt dies alles Dich nicht überzeugt, dann hoffen wir, dass folgendes Eichhörnchen-Video Dich überzeugen kann:



Mehr über uns:
Webseite: https://bi10243.flatterbaum.org/
Youtube: https://www.youtube.com/@Flatterbaum
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Erik ZwikirschPetitionsstarter*inIn Zeiten des im Bezirk ausgerufenen Klimanotstandes sollen diese Bäume in der Marchlewskistr. 40 dem Neubau der Drei-Religionen-Kita weichen! Viele dort beheimatete Tiere würden ihren Lebensraum verlieren. bi10243.flatterbaum.org/presselinks

Die Entscheidungsträger*innen

Clara Herrmann
Clara Herrmann
Bezirksbürgermeisterin, Bezirksbürgermeisterin, Abteilung Finanzen, Personal, Wirtschaft, Kultur, Di
Oliver Nöll
Oliver Nöll
Vorsteher der BVV Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
Werner Heck
Werner Heck
Vorsteher der BVV Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
Moheb Shafaqyar
Moheb Shafaqyar
stellv. Vorsteher der BVV Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
Sebastian Forck
Sebastian Forck
Bezirksverordneter

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