Aggiornamento sulla petizioneStadt Zuerich: Sicheres Velonetz bauenUpdate: Abschluss der Velopetiton, Antwort der Stadt und ab an die Urnen!
Tobias ZehnderZürich, Schweiz, Svizzera
6 giu 2015
Liebe Freunde der Velopetition Es ist lange her seit dem letzten Update - aber es ist viel passiert: Dank der riesigen Unterstützung von mehr als 8’100 Velofahrern in Zürich konnten wir vor über einem Jahr die Petition an den Stadtrat übergeben. Zu einem oft (zu) emotional diskutierten Thema leisteten wir zusammen einen sehr konstruktiven, weit herum sichtbaren Beitrag und haben uns stark gemacht für mehr Sicherheit auf den Strassen Zürichs. Wie ging es weiter? 1. Wir waren erfolgreich! Die Übergabe der Unterschriften vor dem Stadthaus im Januar 2014 war ein grosser Erfolg - viele von euch waren mit dabei und haben diesen Tag zu einem kleinen Velo-Fest für Zürich gemacht. Auch die Stadt hat zugehört: Schon zwei Monate nach der Übergabe wurde die gefährliche Unterführung beim Bahnhofquai neu gestaltet und die Veloführung verbessert. Wo vorher jahrelang kein besserer Veloweg möglich war, fand die Stadt innert wenigen Wochen eine pragmatische Lösung und auch die Energie, diese gleich umzusetzen. Sollte das der Beginn einer neuen Ära für Zürichs Velofahrer werden? 2. Die Antwort der Stadt: Noch ein langer Weg Im Juni im letzten Jahr kam dann per Post die offizielle Antwort des Stadtrats auf unsere Petition. Es tut mir leid, dass ich diese noch nicht früher geteilt habe - wie eine gute Flasche Wein lagerte sie in meinem Unterlagen und ich hoffte, ihr Inhalt würde reifen und sich bessern. Doch das tat er leider nicht. Die vier A4 Seiten lassen sich relativ einfach zusammenfassen: “Jaja, wir sind dran.” Netter ausgedrückt ist sich die Stadt bewusst, dass die Situation für Velofahrer nicht immer optimal ist und sie gibt dem Thema eine hohe Priorität. Sie hat viele laufende und geplante Projekte dazu erarbeitet, setzt auf die Umsetzung des Masterplans und erwartet bis 2025 “grosse Verbesserungen". Aber: Ein grosser Schub an Innovationkraft und Umsetzungsgeschwindigkeit in Sachen Velo-Sicherheit ist nach der Lektüre der Antwort der Stadt leider nicht zu erwarten. Und neuralgische Stellen wie die Einmündung am Neumühlequai werden explizit auch in den kommenden Jahren von jeglichen Verbesserungen ausgeklammert. Diplomatisch werden auch Erwartungen gedämpft und (zurecht) auf die vom Parlament nicht genehmigten zusätzlichen Projektleiter-Stellen fürs Tiefbauamt verwiesen. Eine interessante Bemerkung gibt es zum Mischverkehr: Auch wenn aktuell gefühlt jeder neue Veloweg auf einem Trottoir entsteht, scheint die Stadt die Meinung zu teilen, dass Velowege nicht primär in Fussgängerzonen zu planen sind. Wortwörtlich: “Mischverkehr ist weder für Fussgängerinnen und Fussgänger noch für Velofahrende eine optimale Lösung”. Noch interessanter wird dann die folgende Erklärung: Mischverkehr-Signalisationen richten sich bei “engen Platzverhältnissen” nur an ungeübte, sicherheitsbedürftige Velofahrer und sollen diesen eine sichere Fahrt ermöglichen. Geübte Velofahrer sollen hingegen auf der regulären Strasse fahren. Sprich: Auch wenn es immer mehr Mischverkehr-Signalisationen gibt, sind wir gar nicht die Zielgruppe dafür. Aber klar kommuniziert wird das weder den geübten noch den ungeübten Velofahrern - und schon gar nicht den Auto- und Lastwagenfahrern. Und es bedeutet ebenso: Genau an diesen neuralgischen Stellen fehlen also weiterhin wichtige Signalisationen auf der Strasse und es gibt Lücken im Velonetz. Die ‘Zürcher Lücke’, die charakteristische Eigenheit unseres städtischen Velonetzes, bleibt uns so leider erhalten. Die ganze Antwort ist nun online verfügbar und kann hier gelesen werden: https://drive.google.com/open?id=0B3raMWtVKKm6akZHdlpCQVRnOXM 3. Wie geht’s weiter? Es ist klar: Wir sind noch nicht am Ziel. Und auch der von der Stadt oft gelobte Masterplan greift leider noch nicht. Im Gegenteil. Statt mehr Sicherheit gab es auch 2014 einen Anstieg an Unfällen mit Velofahrern: 341 Unfälle gab es in der Stadt Zürich im letzten Jahr, das sind traurige 15% mehr als 2013. Was also tun? In ihrer Antwort lädt uns die Stadt ein, uns auch in Zukunft für den Veloverkehr einzusetzen. Dazu gibt es viele Möglichkeiten: Zum Beispiel über die ‘Züri wie neu’ App Mängel auf den Strassen melden. Pro Velo Mitglied werden. Inputs zum Masterplan direkt ans Tiefbauamt schicken. Oder noch einfacher: Abstimmen. Am nächsten Wochenende, dem 14. Juni, stimmen wir in der Stadt über die Veloinitiative ab: 200 Millionen in 10 Jahren für bessere, durchgängige Velowege. Der Stadtrat findet das übertrieben und möchte in seinem Gegenvorschlag gerade mal 90 Millionen für Velowege einsetzen, plus 30 Millionen für Abstellplätze. ‘Hohe Priorität’ klingt aus meiner Sicht etwas anders. Noch bis am Mittwoch kann man brieflich 2x Ja abstimmen - oder gleich am Sonntag, 14. Juni eine kleine Velotour zum Abstimmungslokal unternehmen :) Lieber Gruss, danke für den riesigen Support und auf ein grossartiges Velo-Jahr, Tobias
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