#Wir haben Platz - Cottbus als sicherer Hafen

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"In Griechenland leben nach Angaben der UN-Flüchtlingshilfe UNHCR derzeit 115.600 Flüchtlinge und Asylsuchende. (...) 34 Prozent der insgesamt 42.000 Schutzsuchenden auf den Inseln sind Jugendliche und Kinder. Weit über die Hälfte von ihnen sind unter 12 Jahre alt. Etwa 14 Prozent der Minderjährigen sind ohne ihre Angehörigen unterwegs. Weniger als drei Prozent von ihnen gehen zur Schule, da die Kapazitäten nicht ausreichen. Am extremsten ist die Situation auf Lesbos. Das dort vom griechischen Staat betriebene Camp Moria hat eine Kapazität für etwa 3.000 Asylsuchende. Aktuell leben dort mehr als 21.000 Menschen."1

Diese Menschen sind schutzlos dem Virus ausgesetzt, Hygienebestimmungen können dort, wo so viele unter derartigen Bedingungen auf einem Raum leben nicht eingehalten werden. Das Risiko eines schweren Verlaufes der Krankheit Covid 19 bei Menschen, die unter diesen Bedingungen leben ist, das erahnt mensch, ungleich höher als in der Gesamtbevölkerung.

Gleichzeitig gibt es keine ausreichende Gesundheitsversorgung bzw. werden Menschen mit Fluchtgeschichte von dieser generell fast vollkommen abgeschnitten. Stattdessen spitzt sich die Notlage für Geflüchtete immer weiter zu...

Lieber Herr Kelch,
Laut einem Artikel der Lausitzer Rundschau betonen Sie: „Es ist für uns selbstverständlich, als Stadt Cottbus und mit den Kapazitäten des kommunalen Klinikums dort zu helfen, wo das Leid unerträglich groß ist und wir Leben retten können, und wo es die vorhandenen Ressourcen hergeben.“2
Wir finden, dass die Solidarität, von der Sie sprechen auch für Menschen gelten sollte, die an den europäischen Außengenzen unter unmenschlichen Bedingungen schutzlos festsitzen. Viele dieser Menschen haben es unter Lebensgefahr bis nach Europa geschafft, obwohl alles dafür getan wird, dass Sie bereits auf dem Weg hierher sterben.

Cottbus soll sich solidarisch mit den Menschen auf der Flucht erklären und seinen Anteil an einer europäischen Geflüchtetenpolitik leisten. 
Cottbus soll sich für sichere Fluchtwege und das Ende der EU-Abschottungspolitik einsetzen.

Cottbus, die bunte und weltoffene Stadt, soll öffentlich Position beziehen gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung.

Konkret können Sie anfangen zu helfen, indem sie sich in dem Netzwerk "Städte sicherer Häfen"  vernetzen und diesem beitreten! 

Städte wie Potsdam, Teltow, Schöneiche und Fürstenwalde haben sich bereits dem Bündnis "Städte sicherer Häfen" der Seebrücke angeschlossen und gehen hier vorbildlich voraus. So kann auch Cottbus sich öffentlichkeitswirksam für die Geflüchteten positionieren und die auch von ihnen, Herr Kelch, großzügig besprochene Weltoffenheit der Stadt Cottbus Realität werden lassen. 

Darüber hinaus soll die Stadt Cottbus sich gegenüber dem Land Brandenburg und der Bundesregierung für die Einrichtung neuer bzw. für die deutliche Ausweitung bestehender Programme zur legalen Aufnahme von Menschen auf der Flucht einsetzen und selbst Aufnahmeplätze zusätzlich zur Verteilungsquote (Königsteiner Schlüssel) anbieten.3
Dazu gehört auch, sich gegenüber dem Bundesland und der Bundesregierung für die Schaffung rechtlicher und finanzieller Rahmenbedingungen einzusetzen, mit denen die Städte und Gemeinden die Aufnahme von Menschen auf der Flucht über die Verteilungsquote hinaus tatsächlich selbstbestimmt realisieren können.

Wandeln sie Worte in Taten um!

#Wir haben Platz - Cottbus als sicherer Hafen