

Liebe Unterstützer der Bürgerinitiative zum Erhalt der einzigartigen Naturflächen und Frischluftschneisen im Düsseldorfer Norden!
Gerne möchten wir Euch mitteilen, dass unsere Petition mit mittlerweile ca. 1.550 Unterschriften an Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller übergeben wurde.
Diese hohe Anzahl an Unterstützern (entspricht ca. jedem 2. Haushalt in Angermund!) ist ein TOLLER ERFOLG und wir möchten uns ganz herzlich bei Euch allen bedanken!
Wenn Ihr uns auch in Zukunft unterstützen möchtet, haben wir gerade eine kleine Spendenaktion bei betterplace für die weitere Finanzierung der Kampagne gestartet. Macht doch gerne mit - jede Spende zählt!
Wo stehen wir? Müssen wir als Bürger weiter handeln?
Wie Ihr wisst, richtet sich unsere Initiative gegen die stark expansive Siedlungspolitik der Stadt, welche bereits zu starken negativen Auswirkungen im Düsseldorfer Norden geführt hat. Wertvolle Natur-, Grün- und Frischluftflächen im Norden sind bedroht. Die einzigartigen Flächen müssen für die nächsten Generationen und den Erhalt funktionierender Frischluftschneisen in Düsseldorf gesichert werden.
Es braucht gerade jetzt weiter schnelles und klares Handeln von jedem Bürger, um im Verborgenen weiter geplante Baugebiete auf der grünen Wiese, wie bspw. „Nördlich und südlich Auf der Krone“ oder "Östlich zur Lindung" in Düsseldorf Angermund zu verhindern!
Bereits in der nächsten BV5 Sitzung - interessanterweise direkt nach der Bundestagswahl - sollen die großen Baugebiete in Angermund auf die Agenda gesetzt werden. Wir müssen klare Signale an die Schwarz-Grüne Ratsmehrheit und die BV5 senden, dass dies nicht den Vorstellungen der Bürger des Düsseldorfer Nordens entspricht.
Denn: Auch wenn die Schwarz-Grüne Ratskoalition in ihrem Kooperationsvertrag hochtrabende Umweltziele, wie
1. „Frische und saubere Luft für Düsseldorf“ (S. 22)
2. „Schutz wertvoller Flächen. Wertvolle Grün-, Wald- und Freiflächen und Frischluftschneisen sollen erhalten bleiben und nicht zugebaut werden. Neue Baugebiete auf der grünen Wiese lehnen wir ab“ (S. 52)
3. „Schutz des Klimas“ [...] „Wir sichern die Frischluftschneisen und streben eine stärker begrünte Stadt an, die kommende Hitzesommer besser abkühlt." (S. 55)
4. „Innen- vor Außenentwicklung bei der Stadtplanung" (S. 51)
schriftlich (!) gesetzt hat, so zeigt sich nun, dass sich die Realpolitik unter OB Dr. Stephan Keller in genau die entgegengesetzte Richtung bewegt.
In der im Juni 2021 veröffentlichten Einwohnerplanung der Stadt („Bevölkerungsprognose 2035, Amt für Statistik und Stadtforschung“) bekennt sich die Stadt zu einer stark angebotsgetriebenen Wachstumsförderung durch expansiven Neubau auf Kosten der wertvollen Grün-, Wald- und Freiflächen und Frischluftschneisen.
- Da die Düsseldorfer Grundbevölkerung gemäß der Stadt bis 2035 um ca. 7.000 Einwohner schrumpfen wird, soll weiteres Wachstum über Anreize für starke Migration aus dem Ausland (ca. 60%, S. 11ff) und aus dem ländlichen NRW und der weiteren BRD (ca. 40%, S. 11ff) generiert werden.
- Dieser Anreiz für Bevölkerungswachstum soll über Nachfrage durch Neubauten generiert werden ("Das Ausmaß des Wachstums wird im Wesentlichen durch die geplanten Neubaugebiete bestimmt." S. 11).
- Die Auswirkungen dieser Planung gerade auf die Naturflächen des Düsseldorfer Norden sind extrem:
So soll Angermund bis 2035 um 35% (!!) und Kaiserswerth um um 28% (!) auf Kosten der Naturflächen ausgeweitet werden (gegenüber 2010).
Und das, obwohl beide Stadtteile gemäß der – von Dr. Keller selbst 2012 erstellten Planungshinweiskarte der Stadt – als wichtige „Regionale Ausgleichsräume“ für das Stadtklima definiert sind, in denen laut dem Klimaplan weder weiter verdichtet noch neu gebaut werden darf.
Die Bebauung der Hochwasserauen der Anger (bspw. im geplanten Baugebiet "Nördlich auf der Krone") betrifft zudem wichtige Naturflächen, deren Bebauung gemäß der eigenen Gutachten der Regierung stark negative Umweltauswirkungen haben ("Als Ergebnis der schutzgutübergreifenden Gesamtbewertung des Prüfbogens sind erhebliche Umweltauswirkungen zu erwarten", Quelle: Umweltgutachten des Regionalplans der Stadt Düsseldorf 2018).
Diese Planung ist ein beispielloser Angriff auf die letzten Naturflächen der Stadt und die Klima- und Frischluftschneisen. Der dörfliche Charme und Charakter des Düsseldorfer Nordens wird nachhaltig beschädigt und die Kultur- und Naherholungsflächen rund um die Heltorfer Schlossallee, derzeit noch eine der schönsten Alleen Düsseldorfs, verschwinden.
Der Schwarz-Grüne Rat verstößt gegen alle vorab genannten „Prinzipien“ ihres eigenen Kooperationsvertrages und das mit Ansage! 9 Monate nach Abschluss des Koalitionsvertrages scheint sich nur noch eine Investor-freundliche expansive Baupolitik durchzusetzen. Investoreninteressen scheinen mehr Wert zu haben als Wählerinteressen - ein Politikwandel zu Gunsten der Natur gegenüber der vorherigen Ratsmehrheit ist nicht zu erkennen.
Leider zeigt sich, dass wir mit unseren Zielen der 2016 gegründeten Bürgerinitiative und der bereits 2020 gestartete Petition mit den Warnungen vor dem 2018er BV5 Papier "Perspektiven für den Düsseldorfer Norden" und der dort vorgestellten expansiven Bauplanung schon früh richtig lagen.
Die Beschwichtigungen der Parteien im Kommunalwahlkampf 2020 („Das soll doch nur mal eine Gesamtliste sein" - "Wir werden die Naturflächen im Norden schützen und die großen Baugebiete verhindern“) zeigen sich leider weiter nicht in der Realpolitik. Geplant wird – unterstützt durch die Stadt – im Verborgenen (die Stadt gibt bspw. trotz Aufforderungen keine Informationen zu Planungen von Investoren heraus). Die Investoren gehen dabei geschickt mit PR vor: Erst sollen kleinere Flächen im Zielgebiet über Politik-Lobbying (die Stichworte hier: „Abrundung“ oder „Arrondierung“ – das klingt beim Bürger nicht so schlimm) für eine Bebauung geöffnet werden. Dann wird im Hinterzimmer das Gebiet immer mehr erweitert, bis man plötzlich große Baugebiete erhält und die Schuld dann einfach auf andere oder die Verwaltung geschoben wird.
Wir fordern die Stadt auf, schnell innezuhalten, umzusteuern und die eklatanten Fehler wieder rückgängig zu machen, um die wichtigen Naturflächen im Düsseldorfer Norden nachhaltig zu erhalten und beschützen. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt ihren Fehler erkennt und sich an ihren eigenen Koalitionsvertrag hält. Einmal bebaut und zerstört, kommen die Flächen nicht mehr zurück!
Euch allen zunächst nochmal ganz herzlichen Dank für Eure Unterstützung! Bitte helft weiter kräftig mit!
Liebe Grüße