

Sofortige Beendigung der Sexwork-Ausstellung in der Bundeskunsthalle
Das Problem
Sehr geehrte Geschäftsführung der Bundeskunsthalle,
sehr geehrte Frau Dr. Kraus,
sehr geehrter Herr Hölken,
wir, der Bundesverband Nordisches Modell sowie weitere unterstützende Frauenorganisationen, wenden uns heute mit einer dringenden Forderung an Sie.
Mit großer Besorgnis blicken wir auf die aktuell laufende Ausstellung „Sex Work – Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit“. Unsere heutige Demonstration am 20.6.2026 dient der Aufklärung, der Mahnung und dazu, denen eine Stimme zu geben, die in Ihrer Ausstellung ausgeklammert und ignoriert werden. Nämlich jene Menschen, insbesondere Frauen und Mädchen, die im System Prostitution gefangen sind und unter der massiven Gewalt von Freiern und Zuhältern leiden. Doch reicht dies mit Blick auf das massive Leiden der Betroffenen nicht aus. Deshalb wenden wir uns mit diesem Schreiben persönlich an Sie.
Eine Institution von öffentlichem Interesse wie die Bundeskunsthalle sollte einen Beitrag dazu leisten, auf Missstände aufmerksam zu machen und einen Raum zu schaffen, in dem ein Menschenbild diskutiert und angestrebt wird, das die Würde aller Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Die Ausstellung „Sex Work“ macht jedoch das genaue Gegenteil. Die durch Freier und Zuhälter angewandte Gewalt wird in der gesamten Ausstellung ausgeklammert und mit keinem Wort erwähnt. Indem Sie die grausamen Lebensrealitäten von versklavten Frauen unter dem Begriff „Sexarbeit“ romantisieren, betreiben Sie eine bewusste Geschichtsklitterung. Was bezweckt eine Ausstellung über Prostitution, in der der Freier als Hauptakteur, als Käufer der Frau, nicht einmal thematisiert wird? Freier, die sich teils für wenig Geld den Zugang zu Frauenkörpern erkaufen, sich öffentlich über die Gewalt austauschen und es als ihr Recht ansehen, ihr Machtbedürfnis über die Menschenwürde von Frauen zu stellen.
Viele von uns Aktivistinnen stehen in direktem Kontakt mit Frauen aus der Prostitution, arbeiten mit Betroffenen oder haben selbst die Prostitution überlebt. Wir sind fassungslos darüber, wie auch die Lebensrealität eines Großteils der Prostituierten in der Ausstellung übergangen wird. Über 90 % der Frauen in der Prostitution stammen aus dem Ausland, werden durch Menschenhändler oder Loverboys in die Prostitution gebracht oder landen dort aus purer Not und Armut. Mit welcher Geringschätzung betrachten Sie diese Frauen, um ihnen in Ihrer Ausstellung keinerlei Beachtung zu geben?
Wie soll eine Ausstellung ihrer Verantwortung gerecht werden, wenn sie verschleiert statt aufklärt? Ist das der geringe Anspruch, den Sie an sich und die Bundeskunsthalle haben? Unser Anspruch ist es nicht.
Wir fordern daher die sofortige und vorfristige Beendigung dieser Ausstellung. Unsere Forderung ist eingebettet in unseren gesellschaftspolitischen Einsatz für das „Nordische Modell“. Wir treten für einen Schutzansatz ein, der die Ausbeutung von Frauen beendet, statt sie durch unkritische Darstellung weiter zu normalisieren. „Sex Work“ – es ist eben keine Arbeit, sondern eine traurige Geschichte der sexuellen Ausbeutung von Frauen und Mädchen.
Mit freundlichen Grüßen,
Femen, Sisters e.V., Windrose, Initiative Lasst Frauen Sprechen, Netzwerk Ella, NRW Pro Nordisches Modell
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Das Problem
Sehr geehrte Geschäftsführung der Bundeskunsthalle,
sehr geehrte Frau Dr. Kraus,
sehr geehrter Herr Hölken,
wir, der Bundesverband Nordisches Modell sowie weitere unterstützende Frauenorganisationen, wenden uns heute mit einer dringenden Forderung an Sie.
Mit großer Besorgnis blicken wir auf die aktuell laufende Ausstellung „Sex Work – Eine Kulturgeschichte der Sexarbeit“. Unsere heutige Demonstration am 20.6.2026 dient der Aufklärung, der Mahnung und dazu, denen eine Stimme zu geben, die in Ihrer Ausstellung ausgeklammert und ignoriert werden. Nämlich jene Menschen, insbesondere Frauen und Mädchen, die im System Prostitution gefangen sind und unter der massiven Gewalt von Freiern und Zuhältern leiden. Doch reicht dies mit Blick auf das massive Leiden der Betroffenen nicht aus. Deshalb wenden wir uns mit diesem Schreiben persönlich an Sie.
Eine Institution von öffentlichem Interesse wie die Bundeskunsthalle sollte einen Beitrag dazu leisten, auf Missstände aufmerksam zu machen und einen Raum zu schaffen, in dem ein Menschenbild diskutiert und angestrebt wird, das die Würde aller Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Die Ausstellung „Sex Work“ macht jedoch das genaue Gegenteil. Die durch Freier und Zuhälter angewandte Gewalt wird in der gesamten Ausstellung ausgeklammert und mit keinem Wort erwähnt. Indem Sie die grausamen Lebensrealitäten von versklavten Frauen unter dem Begriff „Sexarbeit“ romantisieren, betreiben Sie eine bewusste Geschichtsklitterung. Was bezweckt eine Ausstellung über Prostitution, in der der Freier als Hauptakteur, als Käufer der Frau, nicht einmal thematisiert wird? Freier, die sich teils für wenig Geld den Zugang zu Frauenkörpern erkaufen, sich öffentlich über die Gewalt austauschen und es als ihr Recht ansehen, ihr Machtbedürfnis über die Menschenwürde von Frauen zu stellen.
Viele von uns Aktivistinnen stehen in direktem Kontakt mit Frauen aus der Prostitution, arbeiten mit Betroffenen oder haben selbst die Prostitution überlebt. Wir sind fassungslos darüber, wie auch die Lebensrealität eines Großteils der Prostituierten in der Ausstellung übergangen wird. Über 90 % der Frauen in der Prostitution stammen aus dem Ausland, werden durch Menschenhändler oder Loverboys in die Prostitution gebracht oder landen dort aus purer Not und Armut. Mit welcher Geringschätzung betrachten Sie diese Frauen, um ihnen in Ihrer Ausstellung keinerlei Beachtung zu geben?
Wie soll eine Ausstellung ihrer Verantwortung gerecht werden, wenn sie verschleiert statt aufklärt? Ist das der geringe Anspruch, den Sie an sich und die Bundeskunsthalle haben? Unser Anspruch ist es nicht.
Wir fordern daher die sofortige und vorfristige Beendigung dieser Ausstellung. Unsere Forderung ist eingebettet in unseren gesellschaftspolitischen Einsatz für das „Nordische Modell“. Wir treten für einen Schutzansatz ein, der die Ausbeutung von Frauen beendet, statt sie durch unkritische Darstellung weiter zu normalisieren. „Sex Work“ – es ist eben keine Arbeit, sondern eine traurige Geschichte der sexuellen Ausbeutung von Frauen und Mädchen.
Mit freundlichen Grüßen,
Femen, Sisters e.V., Windrose, Initiative Lasst Frauen Sprechen, Netzwerk Ella, NRW Pro Nordisches Modell
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Petition am 20. Juni 2026 erstellt