
Die offizielle Stellungnahme lautet: „Die Planungen für einen beidseitigen, mit Leitboys geschützten Radweg (Breite: je 2,35 Meter) zwischen Gartenstraße und Brunnenstraße sind fertig, die Ausschreibung für die Umsetzungsarbeiten hat der Bezirk jetzt veröffentlicht. Ab Mitte September ist mit einem Zuschlag zu rechnen, wir gehen davon aus, dass dann rasch umgesetzt wird. Die Invalidenstraße bekommt damit erstmals überhaupt eine geschützte Radinfrastruktur. Weitere Maßnahmen wie die Vorstreckung der Straßenbahnhaltestellen folgen im kommenden Jahr.“
Konkret bedeutet das, dass es hoffentlich bereits nach den Herbstferien wesentlich sicherer für Radfahrer auf diesem Abschnitt wird und dass Kinder beim überqueren der Straße nicht mehr hinter parkenden Autos übersehen werden können. Es bedeutet auch, dass etwa 70 Parkplätze für Autos verschwinden werden und die Parkplatzsuche zumindest südlich der Invalidenstraße deutlich schwieriger wird. Eine Umverteilung die aus unserer Sicht - der Sicht der Petitanten - sicherlich zu Befürworten ist, die aber auch auf nachvollziehbare Kritik stößt.
Mit der Umsetzung des Radweges werden zwei der drei ursprünglichen Zusagen von Herrn Müller, Frau Günther und Herrn von Dassel erfüllt sein. Der dritten Zusage - der Einsetzung einer Projektgruppe zur Erarbeitung langfristiger Maßnahmen zu Verbesserung der Verkehrssicherheit - hat der SenUVK vor einigen Monaten eine einseitige Absage aufgrund fehlender Ressourcen erteilt. Aber auch in Bezug auf diesen letzten Punkt haben wir die Hoffnung noch nicht aufgegeben und sind gemeinsam mit dem SenUVK und dem Bezirk Mitte auf der Suche nach alternativen Möglichkeiten das Thema Verkehrssicherheit insbesondere für die schwächsten Verkehrsteilnehmer im Kiez mittel- und langfristig zu denken und pragmatisch fortzuführen.
Es sind nun fast 12 Monate seit dem schrecklichen Unglück vergangen. Jedes mal wenn ich die Unfallstelle passiere, schnürt sich mir die Kehle zu und ich kann nicht einmal erahnen wie es den Angehörigen gehen mag. Die Verkehrssituation hat sich seitdem kaum geändert. Allerdings sind nun die genannten Verbesserungen tatsächlich auf den Weg gebracht worden und es bleibt auch Hoffnung für weitere nachhaltige Veränderungen.
Dafür möchte ich Euch danken und Euch auch zu weiterem Engagement ermutigen. Den Angehörigen möchte ich mein herzlichstes Beileid aussprechen und mich auch ausdrücklich dafür entschuldigen, aus Ihrer fürchterlichen Tragödie politisches Kapital geschlagen zu haben.