Actualización de la peticiónSexkauf bestrafen, Prostitution abbauen!Frau Künast! Gehen Sie doch mal einen Tag auf den Strich!
Dr. Ingeborg KrausAlemania
Oct 18, 2023

Heute ist der Europäische Tag gegen Menschenhandel und im aktuellen Spiegel ist ein Streitgespräch zwischen Renate Künast und Dorothee Bär zum Thema Prostitution und Menschenhandel erschienen. In diesem Interview zeigt Frau Künast das, was man als Tiefpunkt eines politischen Handelns bezeichnen kann. Ich frage mich, wie eine Grüne Politikerin, Feministin und sogar Ex-Ministerin, bei einem so wichtigen Thema, derart unqualifizierte Meinungen vertreten kann. Sie spricht stellvertretend auch für ihre Partei und disqualifiziert somit mit ihren Aussagen ihre ganze Partei. 

Nach über 20 Jahren gescheiterter Politik in diesem Bereich, wiederholt sie gebetsmühlenartig alle alten Klischees über Prostitution, die nichts anderes sind als Lügen, die aus dem Nähkästchen der Menschenhändler und Zuhälter kommen. Wenn man überhaupt keine Ahnung über ein Thema und über Jahre nichts dazugelernt hat, sollte man sich nicht wie Frau Künast als Expertin profilieren.

Viele tausende Frauen müssen jedoch täglich für diese Inkompetenz büßen. Solche Politikerinnen blockieren wichtige Gesetzesreformen über Jahrzehnte! Sie bringen unser Land zur Stagnation und verhindern wichtige Maßnahmen im Kampf gegen Menschenhandel sowie einem effektiven Kampf gegen Gewalt an Frauen. Sie sind dadurch auch eine Gefahr für unsere Demokratie, denn Demokratie steht für Gerechtigkeit und sozialen Fortschritt. Nicht für die Arroganz einer elitären Gruppe, die es zulässt, dass vulnerable Frauen sexuell ausgebeutet werden dürfen und das basierend auf der Verbreitung von Desinformationen.

Zurecht erwidert die CSU Politikerin Bär ihrer Kontrahentin: „Ich kann nicht nachsollziehen, wie man komplett blind sein kann, das Elend der Frauen ausblenden und nicht zugeben kann, dass das rot-grüne Prostitutionsgesetz von 2002 gescheitert ist. Während sie auf die Evaluation des 2016 verabschiedeten Prostitutionsschutzgesetzes der Großen Koalition warten (noch 2 Jahre!), werden drei Kilometer von hier auf dem Straßenstrich in der Kurfürstenstraße jeden Tag Frauen misshandelt und sexuell ausgebeutet.“

Hier nur ein paar der Antworten von Frau Künast aus dem Interview (Meine Kommentare unter Klammern): 

-       „Prostitution gibt es, das existiert, manche sagen es sei das älteste Gewerbe der Welt. Ich glaube persönlich nicht daran, dass man es abschaffen kann“. 

(Wo bleibt denn hier der Kampfeswille für eine bessere Welt? Ich frage mich, was für eine Meinung Frau Künsat wohl über die Menschen hat, die für die Abschaffung der Sklaverei gekämpft haben? Alles realitätsferne Utopisten? Und heute würde sie ihnen mit erhobenem Finger sagen, „Ich habe es euch doch vorausgesagt, dass es Sklaverei immer geben wird.“)

-       „Ich trenne die Gruppen. Das eine ist Sexarbeit, bei der man dafür sorgen muss, dass bestimmte Regeln eingehalten werden, von Schutz bis Hygiene bis Gesundheit. Das andere sind Menschenhandel und Zwangsprostitution.“

(Hier verweise ich auf die Aussagen der Polizei: In Deutschland ist die sogenannte „freiwillige Prostitution“ zwar legal, tatsächlich aber ist hier nach Aussage der Kriminalpolizei Zwangsprostitution der Alltag. „Kompetente, kriminalpolizeiliche Ermittler gehen davon aus, dass in Deutschland 96 bis 98 Prozent der Frauen in der Prostitution fremdbestimmt sind“, so Kriminalhauptkommissar a.D. Manfred Paulus. Helmut Sporer, ehemaliger Leiter des Kommissariats 1 der Kriminalpolizeiinspektion in Augsburg sagt, dass 90 Prozent der Frauen nicht freiwillig der Prostitution nachgehen, 80 Prozent der Frauen seien Migrantinnen und würden aus den neu angeschlossenen Osteuropäischen Staaten kommen. „Deutschland ist längst zur Drehscheibe von Menschenhandel und Zwangsprostitution geworden“.

Wir müssen also davon ausgehen, dass über 90 Prozent der Menschen in der Prostitution Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel sind!) 

Hier verweise ich auf Mythos 6, Seite 11: Zwangsprostitution soll bekämpft werden, nicht aber die freiwillige Prostitution

-       Ihre Antwort auf die Unwirksamkeit des Gesetzes: „Es stimmt, die Versicherungsmöglichkeit ist nicht so genutzt worden.“

(Nicht nur das ist nicht genutzt worden Frau Künast. Das Gesetz hilft den Frauen Null, sondern nur den Profiteuren der Prostitution. Deswegen sind wir so schnell zum Eldorado der Menschenhändler und Zuhälter geworden, ein beliebts Land für Freier aus der ganzen Welt, das Bordell Europas! Mit diesem Gesetz wurde genau das Gegenteil erreicht wofür sich Deutschland im Kampf gegen Menschenhandel verpflichtet hat zu tun. Wir haben nicht Menschenhandel bekämpft, sondern Menschenhandel begünstigt.) 

-       Folgende Maßnahme wäre für Renate Künast am wichtigsten: „Erstens nicht über Prostitution reden, sondern über Menschenhandel und sexualisierte Gewalt“.

(Nix kapiert! Prostitution ist von Menschenhandel nicht zu trennen! 67% der Opfer von Menschenhandel in der EU landen in der sexuellen Ausbeutung, 95% davon sind Frauen und Mädchen).

-       „Was habe ich mit den sexuellen Bedürfnissen der Männer zu tun?“

(Viel Frau Künast! Sie befriedigen sie mit ihrem Gesetz und verbreiten die Botschaft, dass männliche Sexualität befriedigt zu werden hat, egal wo und wann. Frauen haben dazu zur Verfügung zu stehen. Und diese Botschaft betrifft uns alle, auch die Frauen, die sich nicht in der Prostitution befinden.) 

Hier verweise ich auf eine Zusammenfassung vieler Studien über Freier

-       „Ein Verbot führt aus meiner Sicht nicht dazu, dass irgendwas für die Würde der einzelnen Frau gewonnen ist. Oder dass wir es leichter hätten in Sachen Menschenhandel, Zuhälterei, Prostitution. Sobald wir es strafbar machen rutscht sie komplett ins Dunkelfeld - dann kommen wir an die Person gar nicht mehr ran.“

(Zu sagen, dass die Prostitution durch ein Sexkaufverbot in den Untergrund rutschen würde, erscheint in der Tat erstaunlich, da die Mehrzahl der prostituierten Frauen in Deutschland gerade durch die Legalisierung in eine ungeschützte Situation gerutscht sind: nicht gemeldet, nicht sozialversichert, der Sprache nicht mächtig, ihre Rechte nicht kennend, abhängig von Zuhältern und Menschenhändlern. 

Ich verweise auf die Berichte von Kriminalisten, die Jahre im Rotlicht gearbeitet haben. Mythos 1, Seite 5: Durch eine Freierbestrafung würde die Prostitution in den Untergrund rutschen.

-       „Ich verstehe bis heute nicht, dass Frauen dieser Tätigkeit nachgehen. Nach vielen Jahren Beschäftigung mit dem Thema sage ich aber auch: Das muss ich gar nicht verstehen.“

Doch Frau Künast, sie sollten wissen wollen warum Frauen in die Prostitution abrutschen. Sie sollten sich fragen, wie der Einstieg in die Prostitution verlief, welche Möglichkeiten die Frauen hatten, woher sie kommen, etc. Denn es gibt Vorbedingungen die Prostitution begünstigen. Die meisten Frauen weisen Gewalt in den Biografien auf. 

Hier verweise ich auf meine Studie „Menschenhandel und Prostitution aus Psychotraumatologischer Sicht“

Die Pariser Juraprofessorin Muriel Fabre-Magnan hat vor kurzem ein Buch über die Freiheit geschrieben: „L ́institution de la liberté“55. Darin erklärt sie, dass die Freiheit nicht die sein kann, das zu zerstören, was die Freiheit schützt und ermöglicht. „Einwilligen“, sich jemandem zur Disposition zu stellen, ist dementsprechend keine Freiheit. Insbesondere, da wir wissen, auf was für einem dünnen Faden diese „Einwilligungen“ oft stehen: mangelnde Wahl, Gewalt, Druck, Abhängigkeiten etc. Durch diese erzwungene „Einwilligung“ willigen die Frauen in den Verlust ihrer eigenen Freiheit ein. Diejenigen, die immer wieder sagen, es sei ein Job wie jeder andere, sollten verpflichtend eine Nacht auf der Straße 20 Freier bedienen, so die Pariser Professorin. Die mangelnde Vorstellungskraft von vielen hat mehr etwas mit einem „nicht sehen wollen“ zu tun, was letztendlich Ausdruck einer völligen Indifferenz für das Schicksal anderer ist. 

Deswegen Frau Künast: Gehen Sie doch mal einen Tag auf den Strich!

Mit feministischen Grüßen!

Dr. Ingeborg Kraus 

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