Atualização do abaixo-assinadoSexkauf bestrafen, Prostitution abbauen!Brief an Bundesministerin Paus zum Weltfrauentag
Dr. Ingeborg KrausAlemanha
12 mars 2023

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Paus, 

diese Woche haben wir den internationalen Frauentag gefeiert. Ein Tag an dem das Augenmerk auf die Situation der Frauen gerichtet ist und PolitikerInnen sich rückblickend fragen sollten, ob genug, insbesondere für den Schutz der Frauen vor Gewalt, getan wurde. 

In Deutschland haben wir immer noch ein Gesetz zu Prostitution, das eindeutig Frauen vor Gewalt nicht schützt, sondern ganz im Gegenteil, sehr täterfreundlich ist und Frauen in der Prostitution vielseitigen Formen der Gewalt machtlos ausliefert. 

In vielen Bereichen machen wir große Fortschritte, insbesondere die Grünen zeigen sich sehr innovativ und bereit neue Wege zu gehen. In der Außenpolitik haben wir jetzt Leitlinien zu einer feministischen Außenpolitik. Es ist keine Revolution, so wie es zurecht Annalena Baerbock sagt, sondern eine Selbstverständlichkeit. Es ist die Umsetzung des Gleichheits- und Gleichberechtigungsgrundsatzes unseres Grundgesetzes sowie der Menschenrechte, denen wir uns verpflichtet haben. 

Ich frage mich, warum sich gerade in der Gesetzgebung zu Prostitution nichts in diesem Sinne ändert? Ein Gesetz, das Frauen zum käuflichen Geschlecht degradiert, sexuelle Gewalt als Dienstleistung verschleiert, Deutschland zum Bordell Europas gemacht hat und dem Menschenhandel Tür und Tor geöffnet hat. Ein Gesetz, das sogar mit den Grünen federführend eingeführt wurde.

Schon im Jahr 2005 galt dieses Gesetz als gescheitert. Und seit über 15 Jahren, wird die deutsche Regierung immer wieder auf die verheerenden Auswirkungen dieses Gesetzes aufmerksam gemacht. 

Ich muss es so deutlich sagen: Das 2002 eingeführte und 2017 novellierte ProstituiertenSchutzGesetz, verfehlt alle Ziele feministischer Politik! Es hat nicht dazu geführt, die Frauen in der Prostitution besser zu schützen. Ganz im Gegenteil. Es entrechtet sie, es macht sie wehrlos vor vielseitigen Formen männlicher Gewalt: Sie werden geschlagen, gedemütigt, vergewaltigt, beschimpft, getötet,…  Es ist ein Job sexuell belästigt zu werden. Natürlich hat das nichts mit der Förderung von Gleichberechtigung zu tun. In der Prostitution wird jeder Mann zum Pascha, die Frau zur sexuellen Sexdienerin. Dieses Gesetz trifft überwiegend vulnerable Frauen und marginalisiert/stigmatisiert sie durch die Prostitution noch mehr. Sie haben kaum Teilhabe an der Gesellschaft und leben ein sehr isoliertes Leben in einer Parallelwelt, die von kriminellen Strukturen beherrscht ist. Prostitution macht Frauen körperlich krank und traumatisiert sie oft ein Leben lang. Viele entwickeln eine Drogenabhängigkeit, weil sie diese ungewollten Berührungen sonst nicht ertragen können. Sie bleiben arm und viele können sich noch nicht einmal eine Krankenversicherung leisten, erst recht keine Altersvorsorge. Natürlich nehmen sie nicht an Entscheidungsprozesse teil. Die Stimmen der Frauen in der Prostitution werden nicht gehört. Gehört werden nur ein paar, die laut sind, jedoch nicht repräsentativ für das Elend der aller meisten Frauen in der Prostitution sind. Und auf diese Stimmen scheint die deutsche Politik immer noch zu hören.

Das finde ich nicht in Ordnung!

Dr. Ingeborg Kraus

Hier finden Sie den vollständigen Brief an Bundesministerin Paus

 

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