Petition updateSexkauf bestrafen, Prostitution abbauen!Frau Scharfenberg: Ich fordere Sie zum Rücktritt auf!

Dr. Ingeborg KrausGermany

Jan 16, 2017
Sexualassistenz oder Sexualbegleitung: Eine andere Person für sexuelle Handlungen zu bezahlen, ist Prostitution. Egal, welche Marketingstrategie zur Verschleierung dieser Tatsache entworfen wird.
Frau Scharfenberg: ich fordere sie auf, von ihrem Amt als pflegepolitische Sprecherin der Grünen zurückzutreten. Ihr Vorschlag, einen Beruf als „Sexualassistentin“ in Erwägung zu ziehen, bedeutet für viele Mädchen und Frauen einen weiteren Einstieg in die Prostitution und schafft nur neue Märkte für Zuhälter und Menschenhändler. Der Gedanke, hier einen Anspruch auf „Rezept“, also mit Kostenübernahme durch Kommunen oder andere Kassen zu schaffen, kommt in der Praxis der Schaffung eines Rechtsanspruch auf das Anliefern einer Frau zum sexuellen Gebrauch an einen Mann gleich. Kommunen wären bei einer solchen Vereinbarung nicht nur verpflichtet, diese neue Marktmöglichkeit zu bezahlen, sondern müssten auch dafür sorgen, dass sie umsetzbar wird. Sie müssten also aktiv den Einstieg in die Prostitution fördern oder einen echten Ausstieg verhindern. Dies ist weder mit irgendeinem Gleichheitsgrundsatz noch mit den angeblichen Zielen der Prostitutionsgesetze in Deutschland zu vereinbaren. Vor allem kann es nicht ernsthaft grüne Politik sein.
Dr. Ingeborg Kraus
„Sexualassistenz“ und was davon zu halten ist:
Die pflegepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Elisabeth Scharfenberg regt an, dass älteren pflegebedürftigen / behinderten / dementen Menschen zur Befriedigung ihrer sexuellen Bedürfnisse eine sog. „Sexualassistenz“ zur Verfügung gestellt wird (s. OP vom 9. Jan. 2017). Weniger verschleiernd ausgedrückt: Prostitution soll zur sozialen Institution werden, die die bisher unzulängliche Alten- und Behindertenpflege verbessern soll. Die Kosten dafür sollen vom Staat übernommen werden. Die „sexuellen Dienstleistungen“ in Pflegeheimen wären damit legal, ein neuer Markt für Prostitution wäre eröffnet.
Der Vorschlag der Grünen-Politikerin ist zynisch: Sie ignoriert damit den wahren Pflegenotstand (Personalmangel, schlechte Bezahlung der Pflegekräfte, keine Zeit des Pflegepersonals für ein längeres persönliches Gespräch, für intensivere Zuwendung zu den zu versorgenden Menschen u.v.a.m.).
Und er ist dilettantisch und inhuman: Immer wieder weisen Pflegekräfte darauf hin, dass ihre Patientinnen und Patienten sich vor allem eine liebevolle, warmherzige, zeitlich nicht streng limitierte, ruhige und verständnisvolle Pflege wünschen. Diese Bedürfnisse sind mit einer „Sexualassistenz“ , also mit nach Minuten abgerechnetem gekauftem Sex, nicht zu befriedigen.
Außerdem ist die Forderung der Grünen-Politikerin nach staatlich finanzierten „sexuellen Dienstleistungen“ für alte, behinderte oder demente Menschen im Hinblick auf die Konsequenzen einer solchen Maßnahme unreflektiert:
Denn selbstverständlich werden Prostitutionslobby und Zuhälter gerne den neuen Markt nutzen und von ihnen abhängige Frauen zu sexuellen Dienstleistungen in Alten- und Pflegeheime vermitteln. Viele Frauen in der Prostitution sind bereits durch ihre Erfahrungen in den Bordellen und Laufhäusern traumatisiert. Wie können sie erzwungene sexuelle Dienstleistungen für alte pflegebedürftige, behinderte oder demente Menschen überhaupt noch verkraften? Und was bedeutet es, wenn das Rotlichtmilieu Zugang zu Alten- und Pflegeheimen bekommt? Mit welchen Mitteln will die Fraktion der Grünen das verhindern?
Spätestens hier erkennt man, wie weit sich Grünen-Politik von der Realität entfernt hat. Mündige und aufgeklärte Bürgerinnen und Bürger werden das wohl gerade im Wahljahr 2017 nicht vergessen.
Denn ihnen ist im Gegensatz zur pflegepolitischen Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Elisabeth Scharfenberg klar: Selbstverständlich hat jeder Mensch das Recht auf die freie Entfaltung seiner Sexualität, so lange er damit anderen Menschen nicht schadet. Aber er hat KEIN RECHT darauf, dass ihm ein Mensch zur sexuellen Benutzung zur Verfügung gestellt wird. Und das gilt für gesunde und pflegebedürftige Menschen gleichermaßen.
Inge Hauschildt-Schön
Bürgerinitiative Marburg
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