Setzen Sie sich für den Schutz der Biber am Waldsee ein

258

Steigern wir das auf 500 Unterschriften!
Petitionen mit mehr als 1000 Unterstützer*innen verbessern ihre Erfolgswahrscheinlichkeit um den Faktor 5!

Das Problem

Vor kurzem kam es am Waldsee in Schechen zu einem bedauerlichen Vorfall: Ein Schwimmer wurde von einem Biber in die Hand gebissen. Die Verletzung des Betroffenen ist ernst zu nehmen. Gleichzeitig sollte der Vorfall sachlich eingeordnet werden, bevor über die Entnahme des Tieres entschieden wird.

Ein Biber ist ein wild lebendes Tier und verteidigt insbesondere seine Burg und seine Jungtiere. Nach den bisherigen Informationen besteht die Möglichkeit, dass der Biber in diesem Fall auf eine unmittelbare Annäherung an seine Burg oder seinen Nachwuchs reagiert hat.

Damit hätte das Tier ein natürliches und für ein Wildtier grundsätzlich vorhersehbares Verhalten gezeigt. Die Verantwortung, Abstand zu Wildtieren und ihren Rückzugsorten zu halten, liegt dagegen bei uns Menschen.

Der Vorfall sollte daher Anlass für bessere Aufklärung und Prävention sein – nicht automatisch für die Entfernung des Tieres.

Eine Entnahme löst das Problem nicht
Auch langfristig ist fraglich, ob die Entnahme eines einzelnen Bibers den Konflikt lösen würde.

Der Waldsee bietet offenbar geeignete Lebensbedingungen für Biber. Ein frei werdendes Revier kann grundsätzlich von einem anderen Biber besiedelt werden. Die eigentliche Ursache des Konflikts – das Zusammentreffen von menschlicher Nutzung und einem geeigneten Biberlebensraum – bliebe damit bestehen.

Nachhaltiger wäre es deshalb, die Bedingungen vor Ort so zu gestalten, dass gefährliche Begegnungen vermieden werden können. Dazu gehören insbesondere eine deutliche Kennzeichnung sensibler Bereiche, ausreichender Abstand zur Biberburg und eine verständliche Information der Badegäste über das Verhalten von Bibern. Gegebenenfalls können weitere räumliche oder zeitliche Schutzmaßnahmen sinnvoll sein.

Die Bedeutung des Bibers für unser Ökosystem
Der Europäische Biber ist eine streng geschützte heimische Tierart und ein wichtiger Bestandteil unserer Gewässerökosysteme.

Durch seine Bautätigkeit hält er Wasser zurück, verändert Gewässerstrukturen und schafft Feuchtlebensräume, von denen zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten profitieren. Gerade angesichts zunehmender Trockenperioden und des Verlusts natürlicher Feuchtgebiete sind diese natürlichen Prozesse besonders wertvoll.

Der Waldsee liegt zudem im FFH-Gebiet „Innauen und Leitenwälder“. Der Schutz des Bibers und seines Lebensraums sollte daher bei der Entscheidung besonders berücksichtigt werden.

Menschliche Nutzung und Naturschutz miteinander verbinden
Der Waldsee soll als Erholungsraum genutzt werden können. Gleichzeitig ist er Lebensraum für wild lebende Tiere. Beides lässt sich miteinander vereinbaren, wenn wir unsere Nutzung entsprechend gestalten.

Wir Menschen können uns informieren, Abstand halten und sensible Bereiche meiden. Der Biber kann seine natürliche Lebensweise dagegen nicht an unsere Freizeitgestaltung anpassen.

Deshalb sollte die Lösung nicht darin bestehen, den Lebensraum von einem Tier nach dem anderen zu räumen. Sie sollte darin bestehen, einen Umgang mit dem Waldsee zu entwickeln, der auch langfristig funktioniert – unabhängig davon, welcher Biber dort lebt.

Unsere Forderung            
Wir fordern das Landratsamt Rosenheim, insbesondere die untere Naturschutzbehörde und die Regierung von Oberbayern dazu auf, von der Entnahme des Bibers abzusehen und stattdessen gemeinsam mit Fachleuten geeignete Präventionsmaßnahmen umzusetzen.

Dazu gehören insbesondere:

  • klare Hinweise auf die Anwesenheit von Bibern und das erforderliche Abstandsverhalten,
  • die deutliche Kennzeichnung und gegebenenfalls Absicherung sensibler Bereiche,
  • eine verständliche Information der Badegäste,
  • sowie ein langfristiges Konzept für das Zusammenleben von Mensch und Biber am Waldsee.

Die Verletzung eines Menschen muss ernst genommen werden. Ebenso muss aber berücksichtigt werden, dass der Biber lediglich ein natürliches Abwehrverhalten gezeigt hat und eine Entnahme das grundsätzliche Problem nicht dauerhaft lösen würde.

Wir haben die Möglichkeit, unsere Nutzung an die Natur anzupassen. Diese Verantwortung sollten wir wahrnehmen.

Setzen Sie sich mit Ihrer Unterschrift für den Erhalt des Bibers und für eine nachhaltige Lösung am Waldsee in Schechen ein.

avatar of the starter
Katharina HirnPetitionsstarter*in

Kommentare von Unterstützer*innen

Neuigkeiten zur Petition