Keine MSA-/ eBBR-Prüfungen während der Coronakrise!

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Am 18.03.2020 bezeichnete Bundeskanzlerin Angela Merkel die Coronakrise als die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg. Eine Pandemie ist eine extreme Belastung für die Gesellschaft - und einige Experten meinen, dass wir uns erst an dessen Anfang befinden. Es ist davon auszugehen, dass uns der derzeitige Ausnahmezustand noch die nächsten Monate begleiten werden muss. ​Die Maßnahmen der Regierungen sind u.a. Ausgangsbeschränkungen, ein Kontaktverbot und leider auch die Schließung der Schulen.

Ironischerweise hält der aktuelle Plan an den eBBR- und MSA-Prüfungen im Mai fest.
In unseren Augen ist es jedoch aufgrund der absoluten Ausnahmesituation unmöglich,

faire und „normale“ Bedingungen der eBBR- bzw. MSA-Prüfungen zu garantieren.

Wir fordern deshalb, dass alle Schüler*innen der Jahrgangsstufe 10 im Schuljahr 2019/20 den MSA bzw. die eBBR ohne Prüfungen erhalten.
Voraussetzung ist dafür, dass die Schüler*innen die Versetzungskriterien nach §31 der Sek I-VO Berlin erfüllen.

Weiterhin fordern wir, dass der Zeugnisdurchschnitt der zehnten Klasse die MSA- bzw. eBBR-Abschlussnote ersetzt und ein Ausgleich mithilfe der Prüfung in besonderer Form möglich bleibt. Diese ist freiwillig abzulegen und geht mit 10% in den MSA bzw. in die eBBR ein. Weiterhin ist eine digitale oder postalische Ablegung dieser Prüfung gefordert. Die Prüflinge sollten die Möglichkeit erhalten, die Prüfungsform der Prüfung in besonderer Form zu wechseln. Dies dient dazu, die Möglichkeit eines Ausgleichs auch Schüler*innen aus Haushalten ohne Internetzugang und/oder Computer zu gewährleisten.

Begründung:

1. Laut führender Virologen wird die Pandemie zum Zeitpunkt der meisten Prüfungstermine noch kein Ende gefunden haben.(1) Selbst bei einer Aufteilung der Schüler*innen auf mehrere Räume, besteht z.B. bei der Nutzung der Sanitäranlagen weiterhin Infektionsgefahr. Auch der Schulweg stellt dahingehend eine Gefahr dar. Familienmitglieder, welche zu einer Risikogruppe gehören, werden damit einer besonders großen Gefahr ausgeliefert.

2. Durch die Schulschließung und das Kontaktverbot sind gewöhnliche Lernbedingungen nicht gegeben. Offensichtlich ist, dass durch den Ausfall der letzten Schulwochen den Schüler*innen einiges an relevantem Prüfungsstoff fehlt. Die Strategie des „digitalen Unterrichts“ ist derzeit ein schlechter Ersatz, da die notwendigen Strukturen leider nur in wenigen Schulen vorhanden sind. Des Weiteren verhindert das Kontaktverbot beliebte Lernkonzepte wie bspw. Nachhilfe oder Lerngruppen.

3. Die Pandemie belastet die Psyche jedes*r Schüler*in. Durch die aktuellen Maßnahmen zum Eindämmen der Neuinfektionen ist ein gesunder Geisteszustand der Schüler*innen nicht garantiert. Viele leiden unter der sozialer Isolation und der Angst vor einer Infektion. Keine*r der Prüflinge kann sich voll und ganz auf den Lernprozess konzentrieren. Verstärkt werden die mentalen Probleme durch mögliche schädliche Familienstrukturen. Diese zusätzlichen Stressfaktoren verhindern chancengleiche Voraussetzungen für eine eBBR- oder MSA-Prüfung. Gerade Schüler*innen, die schon vor der Coronakrise unter psychischen Krankheiten litten, sind durch die anstehenden Prüfungen einer unzumutbaren Extremsituation ausgesetzt.

4. Manche Familien leiden momentan unter großer Existenzangst - sie haben finanzielle oder sogar existenzielle Probleme. Schüler*innen aus diesen Familien wird es ebenfalls schwer fallen, ihre Konzentration im angemessenen Maße auf die bevorstehenden Prüfungen zu richten.

Gerechte Prüfungen sind in dieser Extremsituation nicht zu garantieren, wie die vorherigen Argumente zeigen.
Wir bitten deshalb die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie unsere Forderung ernst zu nehmen und bestmöglich umzusetzen.

Zum Wohl der Schüler*innen, Lehrkräfte, aller Angehörigen und der gesamten Gesellschaft.

 

1 https://www.tagesschau.de/inland/pandemie-101.html
lsaberlin.de

2 Formulierungen und Argumentation der gesamten Forderung ist teilweise orientiert an den offenen Brief des Abiturjahrgang des Andreas-Gymnasium in Friedrichshain/ Kreuzberg

Hier eine weitere sehr wichtige Petition bzgl. des Abiturs während der Coronakrise: http://chng.it/ZSQNk9J9fq