Petition updateVernünftige Corona-Konzepte für Hamburger Kitas

Petitionsübergabe an die Sozialbehörde

Natalie FingerhutHamburg, Germany
Jan 6, 2022

Zwischen den Jahren haben wir uns mit knapp 1.600 Unterschriften auf den Weg in die Sozialbehörde gemacht und unsere Petition abgegeben - Beweisfoto anbei. Wir hielten das für einen guten Zeitpunkt für einen Impuls an die Behörde, gerade in Anbetracht der galoppierenden Zahlen.

Den Petitionstext und die Unterschriften haben wir durch unten stehenden Begleitbrief und eine Handlungsempfehlung des RKI zur Durchführung von PCR-Lolli-Testungen an Kitas ergänzt.

Hamburg, 29.12.2021

Unsere Petition zu vernünftigen Corona-Konzepten in Hamburger Kitas mit knapp 1.600 Unterzeichner:innen

Sehr geehrte Senatorin Dr. Leonhard,
sehr geehrter Herr Dr. Bange,

bereits im Juli dieses Jahres haben wir im Rahmen unserer Petition, die Sie im Anhang finden, um „Vernünftige Corona-Konzepte für Hamburger Kitas“ gebeten und das ganz klar an Sie adressiert. Bereits da war klar erkennbar, dass die vierte Welle auf uns zurollte. Nun stecken wir mittendrin, und die fünfte Welle mit Omikron ist bereits auf dem Vormarsch, eine sehr viel infektiösere Variante, wie wir alle wissen.

Ziel der Petition waren Testungen via PCR-Lolli-Tests an den Kitas, am besten drei-, mindestens aber zweimal wöchentlich. Zudem setzt sich die Petition für Luftfilter in den Kitas ein. Unterzeichnet haben bislang 1.581 Menschen, die unsere Sorge teilen. Wir sind überzeugt, dass mittlerweile weitaus mehr dazukommen würden, wenn wir erneut eine große Social-Media-Kampagne ins Rollen bringen würden.

Wir brauchen Ihnen an dieser Stelle nicht vorzurechnen, dass der Betrag in Höhe von 2,3 Millionen Euro, den Sie den Hamburger Kitas zur Umsetzung von Corona-Maßnahmen zur Verfügung gestellt haben, ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Durchschnittlich sind das bei 1.100 Kitas in Hamburg € 2.090,- pro Einrichtung. Dafür lassen sich Luftfiltermaßnahmen gerade in den größeren Einrichtungen nicht ansatzweise umsetzen.  

Auch das Thema Testungen wurde leider stiefmütterlich behandelt. Laut Aussage von Ihnen, Frau Dr. Leonhard, finden derzeit 20.000 Tests pro Woche in den Kitas statt. Diese Tests sind freiwillig, die Ergebnisse werden nicht abgefragt. Und auch wenn die Zahl hoch klingen mag: 20.000 Tests pro Woche bedeuten 18 Tests pro Kita/ Woche, und das sind 0,4 Tests pro Woche und Kind! Sie werden uns zustimmen, dass das ein völlig unzureichendes präventives Vorgehen darstellt, wenn man sich die aktuellen Zahlen ansieht.

Das RKI empfiehlt ganz klar die Schaffung von Strukturen zur Umsetzung von Testmaßnahmen in Kitas und Grundschulen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen:

„Im Kita- und Schuljahr 2021/2022 wird dem Präsenzbetrieb in Kitas und Schulen weiterhin hohe Priorität zukommen. Präventive Reihentestungen haben zum Ziel, durch das frühzeitige Erkennen und Isolieren von infizierten Personen das Risiko einer Ansteckung und Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 zu minimieren. So können die Einrichtungen offengehalten werden, um das für die gesunde Entwicklung der Kinder benötigte Betreuungsangebot zu sichern. Das RKI empfiehlt für präventive Testungen von Kindern in Kitas und Grundschulen die Nutzung von Lolli-Pool-PCRs.“ (RKI, 26.10.2021)

Im Anhang haben wir Ihnen den Flyer zur Umsetzung dieser Maßnahmen ausgedruckt. Wir fragen nun ganz klar: Sind Sie darauf vorbereitet, diese umzusetzen? Oder haben Sie weiterhin vor, mit einer lächerlich geringen Anzahl an Schnelltests, die schon für die Früherkennung der Delta-Variante unzureichend sind, der Omikron-Variante zu begegnen?

Wir bitten Sie inständig, dieser Bedrohung nicht weiterhin mit der bisherigen Laisser-faire-Haltung zu begegnen. Setzen Sie sich dafür ein, die jüngsten Mitglieder unserer Gesellschaft zu schützen! Bitte führen Sie eine Testpflicht mit PCR-Tests ein und prüfen erneut den Einsatz von Luftfiltern in den Einrichtungen. Bei den Betreuer:innen in den Kitas gilt mittlerweile 3G. An den Schulen haben Sie sich zu 3G beim Lehrpersonal und den Schüler:innen entschieden. Das zeigt doch, dass Sie das Risiko anerkennen. Bitte helfen Sie auch, dieses bei den jüngeren Kindern in den Kitas zu minimieren.

Wir danken Ihnen im Voraus. Gern stehen wir zum Gespräch bereit, falls Sie mit uns in Dialog treten möchten.

Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X