Schutz und Aufklärung statt Freigabe - für die Rücknahme des Cannabisgesetzes


Schutz und Aufklärung statt Freigabe - für die Rücknahme des Cannabisgesetzes
Das Problem
Seit dem Inkrafttreten des neuen Cannabisgesetzes ist der freie Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken in Deutschland erlaubt. Ziel war es laut der damaligen Bundesregierung, den Schwarzmarkt einzudämmen, den Jugendschutz zu stärken und Konsumenten zu entkriminalisieren.
Mit dieser Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken hat Deutschland jedoch einen riskanten Schritt getan, denn der freie Verkauf in Geschäften und die gesellschaftliche Verharmlosung einer berauschenden Substanz setzen vor allem Jugendliche, junge Erwachsene und gesundheitlich vorbelastete Menschen einer neuen Welle von Gefahren aus, und tatsächlich zeigen erste Entwicklungen, dass die Liberalisierung neue Risiken mit sich bringt: Der Zugang zu Cannabis ist nun deutlich leichter, auch für junge Erwachsene und über Umwege auch für Minderjährige.
Ein Blick ins Ausland zeigt: Selbst Länder mit jahrzehntelanger Liberalisierung ziehen inzwischen Konsequenzen. In den Niederlanden – jahrzehntelang Symbol einer liberalen Drogenpolitik – zieht man inzwischen sogar die Notbremse: Touristen werden ausgeschlossen, THC-Werte beschränkt, problematische Coffeeshops geschlossen (Trimbos-Institut, 2025; The Guardian, 2025). Die Gründe sind klar: eine deutliche Zunahme psychischer Erkrankungen, steigende Abhängigkeit, organisierte Kriminalität und zusätzliche Belastung für Polizei und Justiz.
Deutschland muss aus diesen Erkenntnissen lernen – bevor es zu spät ist.
Medizinisch–psychologische Bedenken
Schädigung der Gehirnentwicklung: Besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, bei denen das Gehirn noch in der Entwicklung ist und die besonders sensibel auf Cannabiseinfluss reagieren, besteht ein erhöhtes Risiko für langfristige kognitive Einschränkungen, wie zahlreiche Arbeiten, darunter ein narrativer Review, zeigen. Die aktuelle Forschung belegt, dass Cannabiskonsum sowohl kurzfristig als auch langfristig das Arbeitsgedächtnis und die kognitive Verarbeitung beeinträchtigt (López-Caneda et al., 2020; Gowin et al., 2025).
Langfristiger Intelligenzrückgang: Der Konsum von Cannabis kann zu akuten Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit und der Reaktionsfähigkeit führen und bleibende Einschränkungen von Gedächtnis und Lernfähigkeit verursachen. Eine breit rezipierte Längsschnittstudie aus Neuseeland zeigte, dass Personen, die schon früh begannen und regelmäßig konsumierten, im Erwachsenenalter im Durchschnitt 8 IQ‑Punkte weniger erreichten – selbst nach Absetzen blieben die Defizite bestehen (Meier et al., 2012).
Psychische Erkrankungen: Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Cannabiskonsum und psychischen Erkrankungen hin, darunter Depressionen und Angststörungen. Besonders bei Menschen mit einer familiären Vorbelastung oder psychischer Veranlagung kann der Konsum schwere Krankheitsverläufe auslösen oder verstärken (Di Forti et al., 2019). Eine systematische Übersichtsarbeit des US National Academies zeigt, dass dauerhafter Cannabiskonsum – insbesondere bei genetischer oder psychischer Vulnerabilität – mit einem deutlich erhöhten Risiko für Psychosen verbunden ist: bei täglicher Nutzung 3-fach, bei hochpotentem Cannabis bis zu 4,8-fach (National Academies, 2017).
Pränatale Exposition: Untersuchungen aus den USA zeigen, dass Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft Cannabis konsumierten, bereits im Alter von 9 bis 12 Jahren signifikante Probleme bei Schlaf, kognitiver Leistungsfähigkeit und Verhalten aufweisen (Paul et al., 2021).
Erhöhtes Suchtpotenzial: Cannabis kann abhängig machen – oft verbunden mit sozialem Abstieg. Das Risiko steigt bei regelmäßigem Konsum, insbesondere wenn früh im Jugendalter begonnen wird.
Körperliche Gesundheitsfolgen: Das Rauchen von Cannabis schädigt Lunge und Atemwege, kann Bronchitis und andere chronische Erkrankungen begünstigen. Beim Mischen mit Tabak steigt zusätzlich das Krebsrisiko.
Herz-Kreislauf-Belastung: Cannabis kann Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und in seltenen Fällen Herzinfarkte auslösen – selbst bei jüngeren Menschen.
Gefahr im Straßenverkehr: Bereits geringe Mengen beeinträchtigen Reaktionszeit und Urteilsvermögen erheblich. Verkehrsunfälle mit Verletzten oder Toten können die Folge sein.
Verunreinigungen im niederländischen Coffeeshop-Cannabis: Eine Analyse des Trimbos-Instituts berichtet, dass etwa ein Drittel der getesteten Proben Pestizide, Bakterien oder hohe Bleimengen enthielt – was zusätzliche Gesundheitsrisiken birgt (Trimbos-Institut, 2025; The Guardian, 2025).
Forderung
Die wissenschaftlichen Befunde zeigen deutlich: Cannabis ist nicht harmlos – speziell bei Jugendlichen oder risikobelasteten Personen bestehen schwerwiegende gesundheitliche und psychische Risiken. Die Niederlande zeigen zudem: Eine zu liberale Drogenpolitik hat reale gesellschaftliche und gesundheitliche Kosten – und ist nur schwer wieder einzufangen.
Deutschland sollte diesen Fehler nicht wiederholen, sondern ihn rechtzeitig korrigieren. Noch haben wir die Chance. In Anbetracht dessen fordern wir den Deutschen Bundestag auf:
Nehmen Sie das Cannabisgesetz in seiner jetzigen Form zurück! Verbieten Sie den freien Verkauf zu Genusszwecken! Legen Sie den Fokus stattdessen auf Prävention, Aufklärung und einen konsequenten Gesundheits- und Jugendschutz.
Unterschreiben Sie jetzt, um gesundheitlichen Schaden, Abhängigkeit und gesellschaftliche Probleme rechtzeitig zu verhindern!
Literaturverzeichnis
1. López-Caneda, E., et al. (2020). Adolescent cannabis use and brain development: A systematic review. Frontiers in Psychiatry, 11, 859. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2020.00859
2. Gowin, J. L., et al. (2025). Brain Function Outcomes of Recent and Lifetime Cannabis Use. JAMA Network Open, 8(5), e229653.
https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2829657
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39874032/
3. Meier, M. H., et al. (2012). Persistent cannabis users show neuropsychological decline from childhood to midlife. Proceedings of the National Academy of Sciences, 109(40), E2657–E2664. https://doi.org/10.1073/pnas.1206820109
4. Di Forti, M., et al. (2019). The contribution of cannabis use to variation in the incidence of psychotic disorder across Europe (EU-GEI). The Lancet Psychiatry, 6(5), 427–436. https://doi.org/10.1016/S2215-0366(19)30048-3
5. National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (2017). The health effects of cannabis and cannabinoids: The current state of evidence and recommendations for research. Washington, DC: The National Academies Press. https://doi.org/10.17226/24625
6. Paul, S. E., et al. (2021). Associations Between Prenatal Cannabis Exposure and Childhood Outcomes. JAMA Psychiatry, 78(1), 64–76.
https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/fullarticle/2770964
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32965490/
7. Trimbos-Institut (2025). Onderzoek naar verontreinigingen in cannabis uit coffeeshops. Utrecht, NL. 8. The Guardian (2025, 24. Januar). Bacteria, pesticides, lead found in cannabis sold in Dutch coffee shops. https://www.theguardian.com/world/2025/jan/24/bacteria-pesticides-lead-found-in-cannabis-dutch-coffee-shops-netherlands
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Das Problem
Seit dem Inkrafttreten des neuen Cannabisgesetzes ist der freie Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken in Deutschland erlaubt. Ziel war es laut der damaligen Bundesregierung, den Schwarzmarkt einzudämmen, den Jugendschutz zu stärken und Konsumenten zu entkriminalisieren.
Mit dieser Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken hat Deutschland jedoch einen riskanten Schritt getan, denn der freie Verkauf in Geschäften und die gesellschaftliche Verharmlosung einer berauschenden Substanz setzen vor allem Jugendliche, junge Erwachsene und gesundheitlich vorbelastete Menschen einer neuen Welle von Gefahren aus, und tatsächlich zeigen erste Entwicklungen, dass die Liberalisierung neue Risiken mit sich bringt: Der Zugang zu Cannabis ist nun deutlich leichter, auch für junge Erwachsene und über Umwege auch für Minderjährige.
Ein Blick ins Ausland zeigt: Selbst Länder mit jahrzehntelanger Liberalisierung ziehen inzwischen Konsequenzen. In den Niederlanden – jahrzehntelang Symbol einer liberalen Drogenpolitik – zieht man inzwischen sogar die Notbremse: Touristen werden ausgeschlossen, THC-Werte beschränkt, problematische Coffeeshops geschlossen (Trimbos-Institut, 2025; The Guardian, 2025). Die Gründe sind klar: eine deutliche Zunahme psychischer Erkrankungen, steigende Abhängigkeit, organisierte Kriminalität und zusätzliche Belastung für Polizei und Justiz.
Deutschland muss aus diesen Erkenntnissen lernen – bevor es zu spät ist.
Medizinisch–psychologische Bedenken
Schädigung der Gehirnentwicklung: Besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, bei denen das Gehirn noch in der Entwicklung ist und die besonders sensibel auf Cannabiseinfluss reagieren, besteht ein erhöhtes Risiko für langfristige kognitive Einschränkungen, wie zahlreiche Arbeiten, darunter ein narrativer Review, zeigen. Die aktuelle Forschung belegt, dass Cannabiskonsum sowohl kurzfristig als auch langfristig das Arbeitsgedächtnis und die kognitive Verarbeitung beeinträchtigt (López-Caneda et al., 2020; Gowin et al., 2025).
Langfristiger Intelligenzrückgang: Der Konsum von Cannabis kann zu akuten Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeit und der Reaktionsfähigkeit führen und bleibende Einschränkungen von Gedächtnis und Lernfähigkeit verursachen. Eine breit rezipierte Längsschnittstudie aus Neuseeland zeigte, dass Personen, die schon früh begannen und regelmäßig konsumierten, im Erwachsenenalter im Durchschnitt 8 IQ‑Punkte weniger erreichten – selbst nach Absetzen blieben die Defizite bestehen (Meier et al., 2012).
Psychische Erkrankungen: Studien weisen auf einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Cannabiskonsum und psychischen Erkrankungen hin, darunter Depressionen und Angststörungen. Besonders bei Menschen mit einer familiären Vorbelastung oder psychischer Veranlagung kann der Konsum schwere Krankheitsverläufe auslösen oder verstärken (Di Forti et al., 2019). Eine systematische Übersichtsarbeit des US National Academies zeigt, dass dauerhafter Cannabiskonsum – insbesondere bei genetischer oder psychischer Vulnerabilität – mit einem deutlich erhöhten Risiko für Psychosen verbunden ist: bei täglicher Nutzung 3-fach, bei hochpotentem Cannabis bis zu 4,8-fach (National Academies, 2017).
Pränatale Exposition: Untersuchungen aus den USA zeigen, dass Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft Cannabis konsumierten, bereits im Alter von 9 bis 12 Jahren signifikante Probleme bei Schlaf, kognitiver Leistungsfähigkeit und Verhalten aufweisen (Paul et al., 2021).
Erhöhtes Suchtpotenzial: Cannabis kann abhängig machen – oft verbunden mit sozialem Abstieg. Das Risiko steigt bei regelmäßigem Konsum, insbesondere wenn früh im Jugendalter begonnen wird.
Körperliche Gesundheitsfolgen: Das Rauchen von Cannabis schädigt Lunge und Atemwege, kann Bronchitis und andere chronische Erkrankungen begünstigen. Beim Mischen mit Tabak steigt zusätzlich das Krebsrisiko.
Herz-Kreislauf-Belastung: Cannabis kann Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck und in seltenen Fällen Herzinfarkte auslösen – selbst bei jüngeren Menschen.
Gefahr im Straßenverkehr: Bereits geringe Mengen beeinträchtigen Reaktionszeit und Urteilsvermögen erheblich. Verkehrsunfälle mit Verletzten oder Toten können die Folge sein.
Verunreinigungen im niederländischen Coffeeshop-Cannabis: Eine Analyse des Trimbos-Instituts berichtet, dass etwa ein Drittel der getesteten Proben Pestizide, Bakterien oder hohe Bleimengen enthielt – was zusätzliche Gesundheitsrisiken birgt (Trimbos-Institut, 2025; The Guardian, 2025).
Forderung
Die wissenschaftlichen Befunde zeigen deutlich: Cannabis ist nicht harmlos – speziell bei Jugendlichen oder risikobelasteten Personen bestehen schwerwiegende gesundheitliche und psychische Risiken. Die Niederlande zeigen zudem: Eine zu liberale Drogenpolitik hat reale gesellschaftliche und gesundheitliche Kosten – und ist nur schwer wieder einzufangen.
Deutschland sollte diesen Fehler nicht wiederholen, sondern ihn rechtzeitig korrigieren. Noch haben wir die Chance. In Anbetracht dessen fordern wir den Deutschen Bundestag auf:
Nehmen Sie das Cannabisgesetz in seiner jetzigen Form zurück! Verbieten Sie den freien Verkauf zu Genusszwecken! Legen Sie den Fokus stattdessen auf Prävention, Aufklärung und einen konsequenten Gesundheits- und Jugendschutz.
Unterschreiben Sie jetzt, um gesundheitlichen Schaden, Abhängigkeit und gesellschaftliche Probleme rechtzeitig zu verhindern!
Literaturverzeichnis
1. López-Caneda, E., et al. (2020). Adolescent cannabis use and brain development: A systematic review. Frontiers in Psychiatry, 11, 859. https://doi.org/10.3389/fpsyt.2020.00859
2. Gowin, J. L., et al. (2025). Brain Function Outcomes of Recent and Lifetime Cannabis Use. JAMA Network Open, 8(5), e229653.
https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2829657
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39874032/
3. Meier, M. H., et al. (2012). Persistent cannabis users show neuropsychological decline from childhood to midlife. Proceedings of the National Academy of Sciences, 109(40), E2657–E2664. https://doi.org/10.1073/pnas.1206820109
4. Di Forti, M., et al. (2019). The contribution of cannabis use to variation in the incidence of psychotic disorder across Europe (EU-GEI). The Lancet Psychiatry, 6(5), 427–436. https://doi.org/10.1016/S2215-0366(19)30048-3
5. National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (2017). The health effects of cannabis and cannabinoids: The current state of evidence and recommendations for research. Washington, DC: The National Academies Press. https://doi.org/10.17226/24625
6. Paul, S. E., et al. (2021). Associations Between Prenatal Cannabis Exposure and Childhood Outcomes. JAMA Psychiatry, 78(1), 64–76.
https://jamanetwork.com/journals/jamapsychiatry/fullarticle/2770964
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32965490/
7. Trimbos-Institut (2025). Onderzoek naar verontreinigingen in cannabis uit coffeeshops. Utrecht, NL. 8. The Guardian (2025, 24. Januar). Bacteria, pesticides, lead found in cannabis sold in Dutch coffee shops. https://www.theguardian.com/world/2025/jan/24/bacteria-pesticides-lead-found-in-cannabis-dutch-coffee-shops-netherlands
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Petition am 11. August 2025 erstellt