Petition updateSchafft sichere Fluchtwege aus Afghanistan!EU-Innenminister*innen setzen auf Abschottung
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3 Sept 2021

Liebe Unterstützer*innen,

nach dem endgültigen Abzug der internationalen Truppen in Afghanistan feiern die Taliban ihren Sieg. Hunderttausende Menschen hoffen weiterhin darauf, evakuiert zu werden oder einen anderen Weg zu finden, um ihr Heimatland schnellstmöglich zu verlassen, weil sie unter der Herrschaft der Taliban nicht sicher sind.

Die Taliban geben sich bei Interviews und Pressekonferenzen nach wie vor gemäßigt und friedfertig, doch Berichten zufolge werden noch immer Menschen hingerichtet, entführt und/oder schwer misshandelt. Frauen wurden angewiesen – „zumindest vorerst“ – Zuhause zu bleiben, mit der Begründung, dass „einige ihrer Kämpfer noch nicht gelernt hätten, sie zu respektieren“. In den vergangenen Tagen wurde berichtet, dass die Taliban Unterstützung durch Al-Qaida bekommen, um die Widerstandskämpfer*innen in Panjshir, eine Provinz im Nordosten des Landes, zu bekämpfen.

Zudem werden Lebensmittel, Hygieneartikel, Medizin und andere Güter immer knapper. Besonders außerhalb der Städte herrsche eine „riesige humanitäre Krise“ (Asuntha Charles, World Vision in Afghanistan). Einige Länder, wie zuletzt Schweden, haben aufgrund der Machtübernahme dringend benötigte Hilfszahlungen eingestellt. Die WHO warnt vor Krankheiten und Seuchen. (Tagesschau, NTV, The Quint, ZDF)

Währenddessen treffen sich Europas Innenminister*innen und entwerfen gemeinsam Pläne zu weiteren Abschottungsmaßnahmen der EU, um „unkontrollierte, illegale Migrationsbewegungen wie in der Vergangenheit [zu] verhindern“. Dabei soll besonders auf „finanzielle Unterstützung“ afghanischer Nachbarländer gesetzt werden. Mit diesen Ländern - Pakistan, Usbekistan, Tadschikistan - will die EU auch zusammenarbeiten, um illegale Migration zu verhindern. So soll der Grenzschutz verstärkt werden, „um Schleusern das Handwerk zu legen“. (Tagesschau)

Dass Schleuser*innen eines von vielen Symptomen einer gescheiterten, menschenverachtenden Politik sind, wird dabei völlig außer Acht gelassen. Augenscheinlich geht es den Verantwortlichen in erster Linie darum, die eigene Verantwortung für die bestehenden Zustände von sich zu weisen und bequeme Scheinlösungen zu finden.

Wir dürfen nicht zulassen, dass die fliehenden Menschen nun in weiteren Elendslagern landen und dort in Vergessenheit geraten, ohne Aussicht auf ein sicheres Leben in Frieden.

Wir dürfen nicht zulassen, dass bereits evakuierte Menschen in Deutschland hinter Mauern und Stacheldraht in sog. Ankerzentren untergebracht werden, eingesperrt und isoliert von ihrer neuen Umgebung. (BR)

Wir stehen in der Pflicht, den schutzsuchenden Menschen wahren Schutz zu ermöglichen. Wir müssen ihnen ermöglichen, ihr Heimatland auf möglichst sicheren Wegen verlassen und in einem möglichst sicheren Umfeld ankommen zu können.

Aus diesem Grund fordern wir weiterhin die sofortige Einrichtung von sicheren Fluchtwegen aus Afghanistan.

Keine Scheinlösungen, keine weiteren „Flüchtlingspakte“.

Bitte helft uns dabei, auf das Leid und die Rechte der schutzsuchenden Menschen aufmerksam zu machen.

  • Teilt die Petition.
  • Informiert euch und sensibilisiert euer Umfeld für das Thema, besonders in Anbetracht der bevorstehenden Wahlen.
  • Schließt euch Hilfsorganisationen, Helfer*innenkreisen für Geflüchtete o. Ä. an und organisiert euch.

Nur gemeinsam können wir etwas bewegen!

Vielen Dank!
Axel Pasligh, Gorden Isler, Joana Weinmann, Sophie Weidenhiller
- von Sea-Eye e. V.

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