SAVE ARI! Die Friedensstatue muss bleiben!


SAVE ARI! Die Friedensstatue muss bleiben!
Das Problem
Koreanisch // Japanisch // Englisch
Foto: Dong-Ha Choe
„Die Friedensstatue muss bleiben – gegen koloniale Unterdrückung und andauernde Versuche, uns zum Schweigen zu bringen!“
Seit September 2020 steht in Berlin Moabit die Friedensstatue des Korea Verbandes zur mahnenden Erinnerung an das Schicksal der sogenannten Trostfrauen im Zweiten Weltkrieg. Während das Denkmal im Gedenken an die Mädchen und Frauen, die zu der Zeit vom japanischen Militär sexuell versklavt wurden, errichtet wurde, dient es seitdem als internationales Symbol gegen sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe - und geht über seinen historischen Rahmen hinaus.
Unmittelbar nach der Aufstellung sorgte der Versuch der japanischen Regierung, die Friedensstatue zu entfernen, für Schlagzeilen. Im Oktober 2020 konnte die Zivilgesellschaft durch massive Proteste die Friedensstatue Ari vor dem Abbau retten. Nun ist Ari erneut bedroht.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) war Mitte Mai in Japan. Dort traf er sich mit der japanischen Außenministerin Yoko Kamikawa. In der Pressemitteilung der Senatskanzlei von 16.5.2024 heißt es, er stelle „eine Lösung für das umstrittene Denkmal der Trostfrauen in Berlin in Aussicht“ und „setze sich dafür ein, dass es ein Denkmal gegen Gewalt an Frauen gebe, aber eine einseitige Darstellung dürfe nicht mehr stattfinden“. Bei zukünftigen Gesprächen über ein neues Denkmal werde man den japanischen Botschafter einbinden. Wie bitte? Vom eigentlich zuständigen Bezirksamt wird die Statue momentan nur „geduldet“. Die Beschlüsse der BVV (Bezirksverordnetenversammlung) für den dauerhaften Erhalt werden ignoriert.
Mittlerweile hat uns auch die Nachricht erreicht, dass auch die Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Mitte, Stefanie Remlinger (Bündnis 90/Die Grünen) plant, die Friedensstatue „Ari“ im September zu entfernen. Das machte sie deutlich in der Ausschusssitzung Weiterbildung, Kultur der BVV Mitte. Wir sind wütend und traurig, denn in der Vergangenheit unterstützte Stefanie Remlinger die Statue.
Die Friedensstatue ist nicht nur ein Denkmal für vergangenes Leid, sondern erinnert vor allen Dingen an den Mut der Überlebenden, die sich für eine gerechtere Welt einsetzen – im Kontext der „Trostfrauen“ und darüber hinaus. Die Friedensstatue ist ein wichtiges Symbol
für heutige und zukünftige Generationen, das uns daran erinnert, mutig zu sein und wachsam zu bleiben gegen jede Form von sexualisierter Gewalt.
Mittlerweile steht Ari seit fast vier Jahren an ihrem Platz und bereichert mit ihrer Anwesenheit die Nachbarschaft und ganz Berlin. Jetzt ist sie wieder akut von der Entfernung bedroht. Das dürfen wir nicht zulassen! Die Friedensstatue muss dauerhaft bleiben, damit sexualisierte Gewalt im Kontext von Kolonialismus nicht weiter zu Gunsten der Täter unter den Teppich gekehrt wird!
Nun hat das Bezirksamt eine Beseitigungsanordnung erlassen, die uns verpflichtet, die Statue bis zum 31. Oktober 2024 abzubauen. Dies steht im klaren Widerspruch zu unseren wiederholten Angeboten, gemeinsam eine Lösung zu finden. Daher sammeln wir bis zu diesem Datum Unterschriften für ihren Erhalt.
Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Unterschrift, die Friedenstatue „Ari“ in Berlin-Moabit zu erhalten!
Begründung
Im Asien-Pazifik Krieg von 1931 bis 1945 verschleppt Japan schätzungsweise 200.000 Mädchen und junge Frauen aus mehreren Ländern. Sie werden zu sexueller Sklaverei an allen Fronten des Krieges gezwungen. Nach Kriegsende ermorden japanische Soldaten die sogenannten „Trostfrauen“ oder setzen sie an Kriegsschauplätzen aus. Japan verschweigt weiterhin die Verbrechen.
In den frühen 1990er Jahren wurde das Schweigen gebrochen: Die Überlebenden wenden sich an die Öffentlichkeit. Sie fordern von der japanischen Regierung ihre Verbrechen einzugestehen, eine staatliche Entschuldigung auszusprechen und rechtmäßige Entschädigungen zu zahlen. Menschenrechtsorganisationen, wie die UN, benennen die japanische Militärsklaverei als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit und legen Japan eine Erfüllung der Forderungen nahe. Japan erkennt seit 1993 offiziell seine Schuld an, jedoch weigert sich das Verbrechen öffentlich und auch in Schulen aufzuarbeiten.
Am 28. Dezember 2015 einigen sich die südkoreanische und japanische Regierung auf die „Trostfrauen“-Vereinbarung. Dies findet ohne die Zustimmung oder Einbeziehung der Überlebenden statt und spiegelt nicht die Forderungen der internationalen Gemeinschaft wider. Mit dem Abkommen erklären Japan und Korea das Thema für „endgültig und unwiderruflich“ gelöst.
Wir von der AG „Trostfrauen“ im Korea Verband streben die Bestätigung von internationalen Menschenrechtsorganisationen und der Zivilgesellschaft an, dass das Erreichen einer gerechten Einigung in der „Trostfrauenproblematik“ eine Gemeinschaftsaufgabe der Menschheit ist. Gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft arbeiten wir an der sofortigen Wiederherstellung der Menschenrechte der Opfer und an der Verbannung der Gewalt gegen Frauen, einschließlich sexueller Sklaverei in bewaffneten Konflikten und systematischen Vergewaltigungen weltweit.
Die Friedensstatue setzt ein Denkmal – nicht nur für die Geschichte der „Trostfrauen“, sondern für die zahlreichen antikolonialen und weiterhin andauernden Kämpfe von FLINTA*(Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans und agender Personen) gegen sexualisierte Gewalt, Femizide und das Verschweigen dieser weltweit. Bewiesen wird dies immer wieder, wenn die Friedensstatue als Versammlungsort für BIPOCS (Black, Indigenen, People of Colors) in Berlin gewählt wird, um antirassistischen und post-migrantischen Gemeinschaften Stimme zu verleihen. Die Statue ist längst zu einem dekolonialen Monument des Kiezes geworden. Sie ist unverzichtbar für eine demokratische Erinnerungspolitik im öffentlichen Raum!
Die Friedensstatue „Ari“ steht seit vier Jahren in Berlin, aber eine Verschlechterung der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan sind nicht eingetreten. Auch in der Zivilgesellschaft arbeiten die koreanischen und japanischen Communitys weiterhin eng zusammen, um über sexualisierte und koloniale Gewalt aufzuklären. Ari wird von Nachbar*innen, Berliner*innen und von Menschen aus aller Welt geliebt und geschätzt. Darüber hinaus leistet der Korea Verband und die AG „Trostfrauen“ mit der Friedensstatue und dem „Museum der Trostfrauen“ (MuT) als Ausgangspunkt wichtige Bildungs- und Aufklärungsarbeit: Schüler*innen, Studierenden, Wisschenschafltler*inenn, Künstler*innen setzen sich mit den Themen der sexualisierten Gewalt, Kolonialismus und Erinnerungskultur auseinander. Der Korea Verband kooperiert mit verschiedenen Jugendgruppen und Schulklassen.
Diese vielfältige Bedeutung und das wichtige Engagement müssen anerkannt werden und die Friedensstatue dauerhaft als Denkmal erhalten werden.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
45.901
Das Problem
Koreanisch // Japanisch // Englisch
Foto: Dong-Ha Choe
„Die Friedensstatue muss bleiben – gegen koloniale Unterdrückung und andauernde Versuche, uns zum Schweigen zu bringen!“
Seit September 2020 steht in Berlin Moabit die Friedensstatue des Korea Verbandes zur mahnenden Erinnerung an das Schicksal der sogenannten Trostfrauen im Zweiten Weltkrieg. Während das Denkmal im Gedenken an die Mädchen und Frauen, die zu der Zeit vom japanischen Militär sexuell versklavt wurden, errichtet wurde, dient es seitdem als internationales Symbol gegen sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe - und geht über seinen historischen Rahmen hinaus.
Unmittelbar nach der Aufstellung sorgte der Versuch der japanischen Regierung, die Friedensstatue zu entfernen, für Schlagzeilen. Im Oktober 2020 konnte die Zivilgesellschaft durch massive Proteste die Friedensstatue Ari vor dem Abbau retten. Nun ist Ari erneut bedroht.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) war Mitte Mai in Japan. Dort traf er sich mit der japanischen Außenministerin Yoko Kamikawa. In der Pressemitteilung der Senatskanzlei von 16.5.2024 heißt es, er stelle „eine Lösung für das umstrittene Denkmal der Trostfrauen in Berlin in Aussicht“ und „setze sich dafür ein, dass es ein Denkmal gegen Gewalt an Frauen gebe, aber eine einseitige Darstellung dürfe nicht mehr stattfinden“. Bei zukünftigen Gesprächen über ein neues Denkmal werde man den japanischen Botschafter einbinden. Wie bitte? Vom eigentlich zuständigen Bezirksamt wird die Statue momentan nur „geduldet“. Die Beschlüsse der BVV (Bezirksverordnetenversammlung) für den dauerhaften Erhalt werden ignoriert.
Mittlerweile hat uns auch die Nachricht erreicht, dass auch die Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Mitte, Stefanie Remlinger (Bündnis 90/Die Grünen) plant, die Friedensstatue „Ari“ im September zu entfernen. Das machte sie deutlich in der Ausschusssitzung Weiterbildung, Kultur der BVV Mitte. Wir sind wütend und traurig, denn in der Vergangenheit unterstützte Stefanie Remlinger die Statue.
Die Friedensstatue ist nicht nur ein Denkmal für vergangenes Leid, sondern erinnert vor allen Dingen an den Mut der Überlebenden, die sich für eine gerechtere Welt einsetzen – im Kontext der „Trostfrauen“ und darüber hinaus. Die Friedensstatue ist ein wichtiges Symbol
für heutige und zukünftige Generationen, das uns daran erinnert, mutig zu sein und wachsam zu bleiben gegen jede Form von sexualisierter Gewalt.
Mittlerweile steht Ari seit fast vier Jahren an ihrem Platz und bereichert mit ihrer Anwesenheit die Nachbarschaft und ganz Berlin. Jetzt ist sie wieder akut von der Entfernung bedroht. Das dürfen wir nicht zulassen! Die Friedensstatue muss dauerhaft bleiben, damit sexualisierte Gewalt im Kontext von Kolonialismus nicht weiter zu Gunsten der Täter unter den Teppich gekehrt wird!
Nun hat das Bezirksamt eine Beseitigungsanordnung erlassen, die uns verpflichtet, die Statue bis zum 31. Oktober 2024 abzubauen. Dies steht im klaren Widerspruch zu unseren wiederholten Angeboten, gemeinsam eine Lösung zu finden. Daher sammeln wir bis zu diesem Datum Unterschriften für ihren Erhalt.
Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Unterschrift, die Friedenstatue „Ari“ in Berlin-Moabit zu erhalten!
Begründung
Im Asien-Pazifik Krieg von 1931 bis 1945 verschleppt Japan schätzungsweise 200.000 Mädchen und junge Frauen aus mehreren Ländern. Sie werden zu sexueller Sklaverei an allen Fronten des Krieges gezwungen. Nach Kriegsende ermorden japanische Soldaten die sogenannten „Trostfrauen“ oder setzen sie an Kriegsschauplätzen aus. Japan verschweigt weiterhin die Verbrechen.
In den frühen 1990er Jahren wurde das Schweigen gebrochen: Die Überlebenden wenden sich an die Öffentlichkeit. Sie fordern von der japanischen Regierung ihre Verbrechen einzugestehen, eine staatliche Entschuldigung auszusprechen und rechtmäßige Entschädigungen zu zahlen. Menschenrechtsorganisationen, wie die UN, benennen die japanische Militärsklaverei als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit und legen Japan eine Erfüllung der Forderungen nahe. Japan erkennt seit 1993 offiziell seine Schuld an, jedoch weigert sich das Verbrechen öffentlich und auch in Schulen aufzuarbeiten.
Am 28. Dezember 2015 einigen sich die südkoreanische und japanische Regierung auf die „Trostfrauen“-Vereinbarung. Dies findet ohne die Zustimmung oder Einbeziehung der Überlebenden statt und spiegelt nicht die Forderungen der internationalen Gemeinschaft wider. Mit dem Abkommen erklären Japan und Korea das Thema für „endgültig und unwiderruflich“ gelöst.
Wir von der AG „Trostfrauen“ im Korea Verband streben die Bestätigung von internationalen Menschenrechtsorganisationen und der Zivilgesellschaft an, dass das Erreichen einer gerechten Einigung in der „Trostfrauenproblematik“ eine Gemeinschaftsaufgabe der Menschheit ist. Gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft arbeiten wir an der sofortigen Wiederherstellung der Menschenrechte der Opfer und an der Verbannung der Gewalt gegen Frauen, einschließlich sexueller Sklaverei in bewaffneten Konflikten und systematischen Vergewaltigungen weltweit.
Die Friedensstatue setzt ein Denkmal – nicht nur für die Geschichte der „Trostfrauen“, sondern für die zahlreichen antikolonialen und weiterhin andauernden Kämpfe von FLINTA*(Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans und agender Personen) gegen sexualisierte Gewalt, Femizide und das Verschweigen dieser weltweit. Bewiesen wird dies immer wieder, wenn die Friedensstatue als Versammlungsort für BIPOCS (Black, Indigenen, People of Colors) in Berlin gewählt wird, um antirassistischen und post-migrantischen Gemeinschaften Stimme zu verleihen. Die Statue ist längst zu einem dekolonialen Monument des Kiezes geworden. Sie ist unverzichtbar für eine demokratische Erinnerungspolitik im öffentlichen Raum!
Die Friedensstatue „Ari“ steht seit vier Jahren in Berlin, aber eine Verschlechterung der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan sind nicht eingetreten. Auch in der Zivilgesellschaft arbeiten die koreanischen und japanischen Communitys weiterhin eng zusammen, um über sexualisierte und koloniale Gewalt aufzuklären. Ari wird von Nachbar*innen, Berliner*innen und von Menschen aus aller Welt geliebt und geschätzt. Darüber hinaus leistet der Korea Verband und die AG „Trostfrauen“ mit der Friedensstatue und dem „Museum der Trostfrauen“ (MuT) als Ausgangspunkt wichtige Bildungs- und Aufklärungsarbeit: Schüler*innen, Studierenden, Wisschenschafltler*inenn, Künstler*innen setzen sich mit den Themen der sexualisierten Gewalt, Kolonialismus und Erinnerungskultur auseinander. Der Korea Verband kooperiert mit verschiedenen Jugendgruppen und Schulklassen.
Diese vielfältige Bedeutung und das wichtige Engagement müssen anerkannt werden und die Friedensstatue dauerhaft als Denkmal erhalten werden.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
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Die Entscheidungsträger*innen
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Petition am 7. Juni 2024 erstellt